Tja, ich werde es wohl kurz machen (wär ja mal ganz was Neues). London ist auf jeden Fall eine Reise wert, ich denke, da ist für jeden etwas dabei. Es ist eine pulsierende Metropole mit viel Geschichte und Kultur, genauso wie auch jeder Menge Entertainment und Must-See-Sightseeing-Locations. Für mich war es ja nur eine Stippvisite. Und das, was ich bisher hier geschrieben habe, wußte sowieso jeder…
Also, noch ein paar persönliche Anmerkungen:
1. Die Londonerin an sich ist hübsch und gut angezogen. Klar, entweder, sie arbeitet bei einer Bank und trägt ein Business-Kostümchen, oder sie hat sich mächtig in Schale geworfen, weil sie eine Theater- oder Musicalvorstellung besucht. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass mehr Röcke getragen werden als hierzulande. Die Männer bemühen sich, mitzuhalten (was vielleicht mehr ist, als man hierzulande sagen kann, auf jeden Fall, was mich angeht, wie ich zu meiner Schande gestehen muss).
2. Der Links-Verkehr überfordert mich. Es gab die Möglichkeit, Fahrräder zu mieten, sogar direkt bei meinem Hotel. Wie z.B. auch in Hamburg, mit Automaten und diverse Stationen zur Übernahme und Abgabe der Räder. Coole Sache an sich, aber ich hatte erstens nicht meine Fahrradhalterung für das Schlaufon dabei (für Ingress), aber vor allem hatte ich Angst vor dem Linksverkehr. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich traue mir Autofahren in Staaten mit Linksverkehr nicht zu, obwohl es sogar von Vorteil sein könnte, dass ich hier wenig fahre. Aber ich hatte schon als Fußgänger beim Überqueren von Straßen Probleme, wohin ich gucken muss, und das, obwohl es an den Fußgängerampeln sogar extra auf den Straßen draufsteht! Heute, wieder in Deutschland, war die Verwirrung komplett und ich wahr mir unsicher, wohin ich gucken muss. Liebe Eltern mit Kindern, denen gerade das Verhalten im Straßenverkehr nahe gebracht wird: Ein Tripp nach England ist wahrscheinlich keine gute Idee.
3. Ich glaube, ich mag die Briten. Ihren Akzent, ihren Humor, NICHT ihr Essen. Naja… ehrlich gesagt, ich hatte nicht die Eier, um pork with black pudding zu probieren, also ist das vielleicht auch meine Schuld. Trotzdem, es würde mich reizen, mich mal länger und anderswo auf der Insel aufzuhalten.
4. Die Briten haben eine Menge interessanter und leckerer Ales am Start. Auch Strongbow Cider hat mir gut geschmeckt, allerdings traute ich mich dann doch nicht, die diversen Geschmacksrichtungen, die es inzwischen gibt, auszuprobieren.
5. Wohnen in London City, der öffentliche Nahverkehr und Essen (sofern man sich nicht ausschließlich von Fast Food ernähren will) sind ziemlich teuer. Nunja, ich kann mir einen einigermaßen gediegenen Standard für ein paar Tage leisten. Aber es gibt sicherlich auch günstigere Alternativen, wenn man danach Ausschau hält (Bed & Breakfast, Couch Surfing, Hostels). Dafür ist die Reise dorthin günstig zu kriegen, vor allem, wenn man flexibel ist.
6. Natürlich habe ich, weil es seit New York Tradition ist, einen (wenngleich kurzen) Blick auf die aktuellen Handtaschentrends geworfen. Das Foto bin ich bisher schuldig geblieben. Hier ist es:
Ich bin natürlich dankbar, dass ich überhaupt hinfliegen konnte. Und nicht nur dass, ich konnte sogar ohne Schmerzmittel unterwegs sein und hatte auch noch gutes Wetter, kein einziger Tropfen Regen die ganze Zeit sowie angenehme Temperaturen. Was will man mehr? Ich hab wie immer in den Tag gelebt und mich treiben lassen und ein paar Ingress-Ziele verfolgt und auch erreicht. Leider habe ich nicht viel mit Einheimischen gesprochen, es hat sich nicht so ergeben. Insgesamt hätte ich noch einen oder zwei Tage mehr gebrauchen können, aber um mir einen oberfläclichen Eindruck zu verschaffen, dafür hat es schon gereicht.

Was von London übrig blieb: 25 Pfund und paar Cents, ne SIM-Card (nur etwa ein halben Gig Datenvolumen verbraucht), eine Tube Map, Bahnticket nach Luton und die Oyster Card mit einer unbekannten, noch nicht verbrauchten Restsumme.
So, das war es ersteinmal. Vielen Dank fürs Lesen.
Übrigens: Bisher war dies bis auf wenige Ausnahmen ein Reisblog. Ich denke im Moment darüber nach, ein neues Ressort zu eröffnen, über andere grandiose Heldentaten aus meinem bescheidenen Leben…
Bis denne!
PS: Ich sehe es schon kommen, sollten sich die Schotten am 18. September für die Unabhängigkeit entscheiden, wird man das wieder mir in die Schuhe schieben!

Hey, insgesamt eine interessante Reportage. Ich muss allerdings gestehen, dass mich die Ingress-Abstecher doch ziemlich genervt haben und ich dann ganze Absätze übersprungen habe (selbst auf die Gefahr hin, Wesentliches zu verpassen), weil ich sie einfach langweilig fand.
Liebe Grüße
Papa
Hm ja, sehe ich ein. Ingress gehört zwar dazu, immerhin habe ich damit viel Zeit verbracht. Aber ich weiß ja eigentlich, dass das Nicht-Spieler nicht interessiert. Vor der geplanten Fahrradtour (auf der ich in den Städten natürlich auch gespielt hätte) hatte ich mir das so vorgestellt, immer am Ende eines Artikels die wichtigsten Eckdaten und -zahlen in Tabellenform zu veröffentlichen. (Vor allem unique visits und unique captures, die auf Reisen besonders interessant sind – Portale hacken und einnehmen, wo man noch nie zuvor gewesen ist, sind besondere Errungenschaften im Spiel.) Das hätte ich mal so ähnlich machen sollen, nicht „embedded“. Nächstes Mal mache ich das so.