Ich stand 07:40 Uhr auf, duschte und ging frühstücken. Um 09:30 Uhr stand der Karfreitagsgottesdienst in der evangelischen Kirche Hottenstein mit drei Mitpatienten auf meiner Agenda. Keine Ahnung, mein Bedürfnis, Karfreitag einen Gottesdienst zu besuchen, ist normalerweise nicht sehr stark ausgeprägt. Karfreitagsgottesdienste sind ja auch gerne mal – der Thematik ja auch ein bisschen angemessen – etwas depressiv. Aber für heute war mit der Gottesdienst irgendwie ungewöhnlich wichtig. Ich wollte nicht einfach nur einen freien Tag genießen und mich des Lebens freuen ohne Gedenken an den Tod Jesu Christi. Also hatten wir uns gestern verabredet, den Gottesdienst einer Kirche, deren Gemeindebrief hier herumliegt, zu besuchen.
Wir trafen und um 09:10 Uhr in der Lobby und fuhren zu viert mit dem Corsa einer Mit-Patientin los. Die Fahrerin war die Frau, die mich zuvor angesprochen hat, ich würde ihr nicht zuhören, wenn sie was erzählt, und bei der ich mich danach dafür auch entschuldigt habe. Ansonsten waren noch meine Mit-Patientensprecherin und ein Mann aus meiner Gruppe dabei.
Es war eine hübsche, kleine Kirche an der Straße, die der 602er-Bus Richtung Oberbarmen-Bahnhof fährt, aber dichter am Bahnhof als an der Klinik. Der Gottesdienst hat mir gefallen. Der Predigtstil des Pastors war recht nüchtern und sachlich, wie ich das mag. Ich habe nur Bruchstücke der Predigt behalten, obwohl ich meine, gut zugehört zu haben. Es ging um das „rätselhafte Böse“ in uns, zunächst am Beispiel des Copiloten des abgestürzten German Wings – Flugs thematisiert, festgemacht an einer „Welt am Sonntag“ – Schlagzeile, die „Sicherheitslücke Seele“ gelautet hatte. Es ging auch aufgrund des Predigttextes („Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben“, Joh. 19,22) um die Person Pilatus. Der wohl geahnt hatte, das Jesus unschuldig war, und versuchte, ihn vor Tod und Folter zu bewahren, aber doch keinen Weg fand und letztenendes den Aufstand der Hoheprister zu sehr fürchtete. Und der – einigen Auslegern zufolge – der erste christliche Missionar war, indem er die besagte Inschrift „Jesus Christus, König der Juden“ am Kreuz anbrachte und zwar dreisprachig (Latein, Häbräisch und Griechisch). Ich finde, das ist eine etwas gewagte These, weil man bei einem christlichen Missionar ja auch den christlichen Glauben (kurz: Jesus Christus ist der Messias, und ich bin nicht sicher, ob „König der Juden“ da den Punkt trifft) wohl voraussetzen darf. Nun ja, auf jeden Fall eine interessante Predigt.
Dann wurde das heilige Abendmahl gefeiert. Sympathischerweise machte der Pastor einen Fehler bei den Einsetzungsworten und begann mit dem Brot, korrigierte sich aber dann und nannte den Kelch zuerst. Ich fand es schön, mit den drei Mit-Patienten das Abendmahl zu feiern.
Nach dem Gottesdienst beschloss ich, nicht wieder mit zurück in die Klinik zu fahren, sondern direkt von der Kirche aus Ingress zu spielen. Allerdings hatte ich keinen Zusatz-Akku dabei, was meine Spieldauer auf etwa vier Stunden beschränken würde. Aber ich beschloss, das sei in Ordnung, weil ich dann ja auch noch was anderes mit dem Tag würde machen können. Zuerst bearbeitete ich ein paar Portale an der Straße, d.h. ich nahm sie ein. Das kann ich vom Bus aus nicht machen, das geht da zu schnell vorbei. Ich hatte noch ein graues Portal etwas abseits, das ich ebenfalls besuchte und einnahm. Das war ausnahmsweise eine etwas schönere Ecke mit ein bisschen Wald und einem hügeligen Panoramablick mit viel Grün und ohne hässliche Gebäude.
Zurück an der Straße suchte ich die nächste Bushaltestelle auf. Von hier fuhren logischerweise die 602 Richtung Oberbarmen-Bahnhof, aber auch die 612 ab. Als erstes kam die 612, deren Endstation der Hauptbahnhof war. Und da ich da ja sowieso hin wollte, zum Zocken nach Elberfeld, nahm ich spontan den Bus, statt nach Oberbarmen-Bahnhof zu fahren und die Schwebebahn zu nehmen. Die 612 würde eine andere Strecke fahren, ergo würde ich ein paar Unique Visits und vielleicht auch Captures bekommen. Der Bus brauchte gefühlt lange bis zum Ziel, aber der Plan ging auf.
Im Wesentlichen wollte ich 1.000+ Glyphhacks machen und meine 40 Mio. AP vollbekommen. Angekommen in Elberfeld sah ich bei den Cityarcarden erst mal nur blaue 7er Portale. Ich hackte die, fing aber dann an, Burster zu werfen, um Material loszuwerden. Ich wollte 5er-Sequenzen glyphen, was helfen mir das 7er-Portale? Aber ich hatte sofort wieder „Klabauterstern“ und ein paar andere Schlümpfe an den Hacken. Es gab eine kurze, bemüht-höfliche Konversation, danach gab ich die Ballerei auf und ging im „Extrablatt“ was essen. Lasagne und Waldmeister-Fassbrause, ausnahmsweise keinen „Deal“ mit Hähnchenbruststreifen und Cajuns.
Anschließend fand ich am Rathausbrunnen eine Ansammlung blauer 8er-Portale und eine Route um einen Block, die an diversen anderen 8ern vorbeiführte. Die absolvierte ich mit einer ziemlichen Erfolgsquote viermal und machte so etwa 500 GHP. Anschließend wollte ich den Laden abreißen. Aber kaum fing ich damit an, bastelte schon wieder ein Schlumpf hinter mir her, den ich auch gleich entdeckte und anhand seines Zusatzakku-Kabels auch ziemlich sicher identifizierte und ansprach. Der war mir bis dato noch unbekannt, und meinte, er sei ebenfalls von außerhalb. Ich versuchte, den Abrissbetrieb etwas weiter Richtung St. Laurentius fortzusetzen, hatte aber dann schon wieder „Klabauterstern“ an den Hacken.
Mein Akku näherte sich dem Ende, und ich beschloss, lieber noch ein paar Glyph-Hack-Points zu machen. Ich fand noch eine kleine 5-Portal-8er-Farm, die ich mit ein paar Runden um den Block abgrasen konnte. Hier machte ich dann auch – zuletzt durch Remote Recharge – die 40 Mio. AP voll. Jetzt brauche ich noch eine Onyx-Medaille zu Level 16, aber das wird sich noch ein paar Monate hinziehen.
Der Akku war fast platt. Es war zwar kalt, aber sonnig, und so ging ich in ein Eiscafé und bestellte einen Walnussbecher ohne Alkohol. Das war lecker.
Danach enterte ich die Schwebebahn Richtung Oberbarmen-Bahnhof. Beim Hacken der Strecken-Portale gab der Akku auf. Angekommen in Oberbarmen sah ich, dass der nächste Bus in einer knappen halben Stunde fuhr. Keine große Wartezeit, wenn man ein funktionierendes Smartphone hat. Nun, ich ging in das Bahnhofsgebäude, sah mir Bücher und Zeitschriften im Relay-Shop an, guckte schon mal, was morgen die Fahrkarte nach Iserlohn kosten wird, und kaufte zwei Stück Gebäck beim Billigbäcker.
Danach fuhr dann der Bus zur Schmiedestraße. Unterwegs wurde ich so müde, dass ich einschlief und durch das Runterfallen der Tüte mit dem Gebäck geweckt wurde.
Daher ging ich in meinem Zimmer auch ins Bett, stellte den Wecker und schlief gut anderthalb Stunden. Als der Wecker um 18:35 Uhr piepte, hatte ich erstmal zu nichts Lust und musste mich aus dem Bett quälen. Ich ging zum Abendessen, war aber so spät dran, dass die schon das meiste abgebaut hatten, und ass eine Scheibe Brot mit Käse und Salami.
Als ich den Speiseraum verließ, kam mit völlig fertig meine Mit-Patientensprecherin entgegen. Die war mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und hatte sich übelst verfahren, so dass sie vier Stunden länger als geplant unterwegs gewesen war, und vor allem musste sie eine lange Strecke auf einem nicht so tollen Rad bergauf bewältigen. Die hat immer einen sehr engen Terminplan (auch außerhalb des Therapieplans) und konnte so einige Verabredungen nicht einhalten. Immerhin hatten wir uns mit einem Kollegen aus unserer Gruppe zum Fischessen bei der Aal-Kate verabredet (auch wenn die anderen beiden da gestern schon gewesen waren), und das klappte noch zu recht später Stunde. Ich hatte das eher schon abgehakt gehabt, entschied mich dann aber, doch noch mitzukommen.
Wir fuhren mit dem Touareg des Gruppenkollegen zur Aal-Kate, die beiden nahmen Sushi, ich ein Seelachsfilet mit Kartoffelsalat. Es schmeckte ganz gut, auch wenn der Lachs nicht viel Eigengeschmack hatte. Und „Schuchard“ hatte meine Kreiselportale eingeschlumpft. Das merkte ich erst recht spät, ich hatte über den Genuss des toten Fisches das Spiel und Portal zwischenzeitlich vergessen.
Wieder in der Klinik lungerte ich noch kurz in der Lobby herum, und ging dann den Tag verbloggen. Tja, vielleicht werde ich demnächst, wie schon mal gemutmaßt, weniger Zeit haben. Es gibt ein paar Leute, die gerne im Vortragsraum musizieren und singen, da möchte ich mal zuhören bzw. mitsingen, und bei den Neuankömmlingen, die ich gestern durch das Haus geführt habe, ist ein ziemlicher Brett- und Kartenspielfan dabei. Der hat ein ganzes Auto voller Spiele dabei und will regelmäßig (wenn nicht gar jeden Abend) in Wuppertal II Spieleabende machen. Heute hat er schon mit seinen Mitankömmlingen dort gezockt. Auch das ist attraktiv für mich.
Ich weiß noch nicht, ob ich morgen abend Zeit und Netz zum bloggen haben werde. Vielleicht kommt also kein aktueller Eintrag und ich verblogge Samstag und Sonntag vielleicht als Einheit.
Also, bis dann!
Ingress-Stats:
| Translator | Trekker | Explorer | Pioneer | Builder | Purifier | |
| Letzter Stand | 27.230 | 1.892 km | 2.801 | 1.690 | 71.712 | 52.570 |
| Jetzt | 28.761 | 1.904 km | 2.833 | 1.699 | 72.022 | 52.968 |
| Delta | 1.531 | 12 km | 32 | 9 | 310 | 398 |

Hm, also bei uns kommt das Brot immer vor dem Wein, und so ist es auch im biblischen Bericht.
Viel Spaß und schöne Ostern im Schmittenufer!