Mr. Jameson hüstelte verhalten. „Ich glaube, ich weiß, was Sie irritiert. Das Objekt ist absolut sauber und unbeschädigt, nicht der geringste Kratzer. Entweder, es ist fabrikneu, oder es wurde schonend gelagert und war niemals in Gebrauch, oder es besteht aus einem sehr harten Material. Das ist in der Tat bemerkenswert. Nun, wenn Sie nach wie vor einverstanden sind, verbleiben wir doch so: Ich schicke die Bilder raus in die virtuelle Welt der Numismatik, und ich melde mich dann bei Ihnen, wenn ich ein paar Rückmeldungen bekommen habe. Maße und Masse der Münze halte ich zurück. Man wird mich zwar danach fragen, aber akzeptieren, wenn ich damit hinter dem Berg halten. Diskretion ist in diesem Geschäft ein Kodex. Ist das für Sie in Ordnung?“ „Ja, das passt.“, antwortete Andrew. „Wenn ich dann um Ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer bitten dürfte?“, bat der Münzhändler. Andrew nannte beides, und Mr. Jameson schrieb die Angaben neben den Maßen der Münze in sein Notizbuch. Sie gaben sich die Hand, und Andrew verließ, begleitet vom erneuten Schnarren des Summers, das Geschäft.
Zurück im Auto warf Andrew einen Blick auf die Uhr am Amaturenbrett. Es war schon zwei Uhr durch, fast schon etwas spät für den Lunch, aber der Tag hatte ja auch ungewohnt spät begonnen. Oder ungewohnt früh, je nach Betrachtungsweise. Er beschloss, im „Waterfront Inn.“ am Hafen ein spätes Mittagessen einzunehmen. Also wendete er, fuhr die Sunnyvale Road in die entgegengesetzte Richtung, bog am Square links auf die B3301 ab und recht rechts in die Forth-An-Nance. Er parkte den Vauxhall, trat ein und setzte sich an einen freien Tisch, von dem aus er einen herrlichen Blick auf den Atlantik hatte. Eine hübsche, junge Kellnerin tauchte auf und fragte nach seinen Wünschen, und er entschied sich für geräucherte Makrele mit Spiegelei, Bratkartoffeln und Salat sowie ein Ginger Ale. Andrew sah der jungen Frau nach. Vielleicht studierte sie in Cardiff und war über den Sommer hier, um Geld zu verdienen. Nicht schlecht, mittags kellnern, abends sonnenbaden oder surfen… Jung müsste man sein.
Er löste seinen Blick und seine Gedanken von der Kellnerin, blickte auf den Atlantik hinaus und wandte sich gedanklich wieder seinem Münz-Problem zu. Er überlegte, ob ihm Mr. Jameson jetzt eigentlich wirklich hatte weiterhelfen können. Einerseits nein. Denn obwohl Andrew das Gespräch mit dem Münzhändler sehr anregend gefunden hatte, tatsächliche Ergebnisse hatte es nicht zutage gefördert. Andererseits ja, denn Jameson vermittelte ihm einen Eindruck von Kompetenz und Sachkenntnis, insofern war das Ergebnis, dass er es offenbar nicht mit irgendeiner x-beliebigen, sich irgendwo im Umlauf befindlichen Münze handelte, sondern tatsächlich um etwas Außergewöhnliches. Oder um eine Duschmarke.
Fortsetzung folgt…
Massenspektroskopie!!!!
Hm, wat für’n Ding? Bei Google finde ich „Massenspektronomie“. Allerdings wird das vermutlich nicht gehen…
Also, jetzt will ich wissen, wie es weitergeht! Ich bin gespannt! Eine Frage drängt sich mir auf: Warum fragt sich niemand, wie eine relativ kleine Münze so schwer sein kann und aus welchem Material sie bestehen könnte, das ein derartiges Gewicht hat?
Aber das steigert natürlich auch die Spannung!
Hi. Schön, dass Dir meine kleine Geschichte gefällt. Natürlich hast Du recht. Der nächste Teil geht aber auch schon in die Richtung…