Der junge LtCdr legte einen Computerausdruck auf den Tisch. Unterhalb von einem Kauderwelsch von IP-Nummern und anderem, für Moore völlig unverständlichem Zeug stand da folgendes zu lesen:
Joseph Saunders: Kritische Information angekommen! Sensationelle Ergebnisse! 
Daniel Lewis: Rück schon rüber, Mann! 
Joseph Saunders: Halt Dich fest! Das Ding hat eine Dichte von über 350 g/cm3, ist bei Raumtemperatur supraleitend und demzufolge auch ein idealer Diamagnet mit einer magnetischen Suszeptibilität von -1!
Daniel Lewis: Das bedeutet... volle Granate Meißner-Ochsfeld-Effekt, ohne dass man ständig flüssigen Stickstoff rüberschütten muss.
Ernsthaft? Verarsch mich nicht!
Joseph Saunders: Kein Scheiß!
Daniel Lewis: Kraaaaass!!! 
Joseph Saunders: Was man mit so einem Material alles anstellen kann! Magnetschwebezüge zum Beispiel.
Daniel Lewis: Ja... aber stell Dir mal vor, wenn das den Militärs in die Hände fällt...
Joseph Saunders: Oh. Ja. Da gäbe es einige Anwendungen... Vielleicht kommt das Ding ja aus dem militärischen Bereich? 
Daniel Lewis: Blödsinn. Sowas kann man nicht herstellen. Das Ding ist nicht aus unserer Welt! 
Joseph Saunders: Ja, das dachte ich auch schon. Und dann fragte ich mich, ob ich nicht doch zu viel Science-Fiction konsummiere.
Daniel Lewis: Wie sieht es denn mit den atomaren Eigenschaften aus?
Joseph Saunders: Über den Aufbau der Nukleonen habe ich keine Daten. Das ist wohl auch kaum ausreichend bisher untersucht worden mit der Ausrüstung in unseren Labors. Ich hab nur ein komisches Bild vom Hitachi-Mikroskop - nur eine schwarze Fläche. Sieht eher nach Fehlfunktion aus, aber ProMac hat es abgespeichert. Ansonsten weiß ich nur, dass das Broers-Gebäude nicht evakuiert wurde, nachdem ich dem Prof den Geigerzähler gebracht hatte.
Daniel Lewis: Und jetzt?
Joseph Saunders: Keine Ahnung. Ich kann nur hoffen, dass ProMac die Sache weiterverfolgt und weiter brav alles in seinen Computer eingibt. 
„Wegen diesem Blödsinn kommen Sie zur mir? Zwei Jungs, die offenbar ihre Teenagerjahre noch nicht ganz abstreift haben, und mit kleinen Smileys auf ihren Handys rumspielen?“, polterte Rear Admiral Moore. „Sir, es gibt gute Gründe dafür, dass ich Sie aufgesucht habe. Der Smileylastige Dialog ist im Gesamtkontext zu betrachten.“ „Und der wäre?“, wollte Moore wissen. „Saunders und Lewis sind Physik-Doktoranden am Cavendish Laboratory in Cambridge. Saunders Mentor ist Professor MacIntyre, dessen Fachgebiete Festkörperphysik und Hochenergiephysik sind. Wie sie wissen, haben wir ein besonderes Auge auf diejenigen unserer Colleges, deren Entdeckungen von nationalem Interesse sein könnten. Bestimmte physikalische Fachgebiete gehören dazu. Unsere Analysesysteme sind so programmiert, in Netzwerken von Universitäten auf besondere Keywords zu reagieren. Dazu gehören beispielsweise physikalische Eigenschaften von Materialien, die ungewöhnlich sind.“, berichtete der Lieutenant Commander. „Langweilen Sie mich bitte nicht mit Details, erzählen Sie mir, warum mich das interessieren sollte.“, drängte der RDML.
„Saunders hat den Bürorechner seines Mentors gehackt und illegalerweise Informationen, die Professor MacIntyre dort gespeichert hat, abgefangen. Sehr klug ist er dabei nicht vorgegangen, er hat die Daten zwar verschlüsselt an einen Server geschickt, von dort aber unverschlüsselt heruntergeladen.“ „Bitte keine Details, wer wie an welche Daten gekommen ist. Worum handelt es sich bei den Daten?“, hakte der RDML nach. „Es sind Versuchsergebnisse. Der Professor hat ein Objekt auf seine physikalischen Eigenschaften hin untersucht, und die sind absolut außergewöhnlich. Einige der Werte, die er gemessen hat, widersprechen eigentlich allem, was die Wissenschaft heute zu wissen glaubt.“ „Was ist das für ein Objekt?“, wollte der RDML wissen. Der LtCdr griff in seine Jackettasche und holte eine Kunststoffscheibe hervor, die er dem Rear Admiral gab. Der blickte den Gegenstand in seiner Hand verständnislos an. „Nun, zu den Daten gehörten exakte, räumliche Maße, die es erlauben, mit einem 3D-Drucker ein Abbild zu erschaffen – natürlich aus Kunststoff, nicht aus dem Original-Material, aber man kann sich so besser verdeutlichen, worum es geht.“, beeilte sich der LtCdr zu erklären.
„Hm. Sieht aus wie ein Pokerchip. Oder, wenn ich es mir aus Metall vorstelle, wie eine Münze. Diese Insel, oder was immer das sein soll, kenne ich nicht.“ „Sir, der Punkt ist, dass es sich bei dem Original um einen Gegenstand mit außergewöhnlichen Materialeigenschaften handelt. Alleine die Dichte ist absolut fantastisch. Im Original wiegt der Gegenstand nämlich mehr als drei Kilogramm.“ „Oh. Ich glaube, ich verstehe langsam, worauf Sie hinauswollen.“, dachte der RDML laut. „Sir, wir haben auch die Notizen des Professors abgefangen. Er kommt zu dem Schluss, dass entweder jemand etwas Unmögliches gelungen ist und diesen Gegenstand irgendwie hergestellt hat, was er als ziemlich unwahrscheinlich ansieht. Alternativen sind ein Fund entweder in den Tiefen des Ozeans oder in tief in der Erdkruste bzw. noch tiefer. Oder, und das hat der Professor als wahrscheinlichste Möglichkeit notiert, ’nicht von diesem Planeten‘. Tja, ich weiß, das klingt fantastisch.“, trug der LtCdr weiter vor.
„Was für eine Reputation hat denn dieser seltsame Professor?“, fragte Moore. „Nun, er hat einen Lehrstuhl am Cavendish Laboratory in Cambridge. So was bekommt schon einmal nicht jeder, die Einrichtung ist nicht nur eine der renommiertesten Lehranstalten für Physik im Vereinigten Königreich, sondern weltweit. Sie hat diverse Nobelpreisträger hervorgebracht, und die Forschungen, die dort betrieben wurden, hat unser Wissen über das Wesen der Materie wesentlich vorangebracht. Und was den Professor selbst angeht, seine Veröffentlichungen in der Fachpresse genießen einen hervorragenden Ruf und er unterhält gute Beziehungen zu Kollegen und Forschungseinrichtungen in aller Welt, zum Stanford SLAC, dem DESY in Hamburg und natürlich zum CERN in der Schweiz, nur um einige zu nennen.“ „Was immer das alles sein mag. Sie meinen also, der Professor ist kein Wirrkopf mit überbordender Phantasie?“, fragte der RDML. „Ja, zu diesem Schluss bin ich nach meinen Recherchen gekommen.“ „Und wo hat er diesen merkwürdigen Pokerchip eigentlich her?“, fragt Moore.
Fortsetzung folgt