Vienna calling

Wien. Hotel in Bahnhofsnähe. 21.58 Uhr. 23°. 5G Handynetz.

Montag, 31. Juli – Reise nach Wien

Mein Schlaufon weckte mich um 7.40 Uhr mit „Vienna calling“. Nein, stimmt nicht. Ich hatte immer noch den Standardklingelton drin. Und außerdem war ich schon wach.

Tschüß, Weiher, tschüß Frösche, servus, liebe Gastgeber!

Nach der Morgentoilette und Sachen zusammenpacken gab mir meine Gastgeberin einen Kaffee und ich verzehrte ihn mit einem Apfel als erstes Frühstück auf der Terasse mit Blick auf den Fischweiher (und fast auf das Transformatorhäuschen, an das die Touristen vom Campingplatz immer gegenpinkeln, wenn man meinen Gastgeber in dieser Sache Glauben schenkt, was ich natürlich tue – aber leider steht ein Baum davor). Danach verfrachtete ich meinen Koffer Bob und meinen Rucksack in den Kofferraum meiner Gastgeberin, die mich zum Bahnhof kutschierte. Ich bin meinen beiden lieben Gastgebern sehr dankbar, es war eine großartige Zeit für mich in deren schönen Haus in Muhr am See, auch wenn das Wetter nicht ganz toll mitgespielt hat (aber ehrlich: wir brauchen den Regen!).

Hm… eine Crossfit-Box, ein Aldi Süd und eine niedrige Ingress-Portaldichte… die Südstadt von Ansbach scheint auf den ersten Blick nicht viel zu bieten zu haben.

Mein erster Zug brachte mich nach Ansbach. Dort hatte ich über 50 Minuten Aufenthalt, länger als geplant, weil mein IC nach Nürnberg von da aus Verspätung hatte. Ich nutzte die Zeit, um ein bisschen durch die Gegend zu streifen und Ingress zu zocken. Leider nicht besonders effizient… ich verließ den Bahnhof an der Südseite, und das ist eher nicht „Downtown“. Der andere Ausgang wäre schlauer gewesen.

Egal, ich sah mir dann später noch das Umfeld des Bahnhofs auf der anderen Seite an und besorgte mir dann bei einem Shop im Bahnhof noch eine Flasche Wasser und ein Brötchen mit Ei, welches ich am Gleis umgehend verzehrte. Dann kam mein IC nach Nürnberg.

Mein Aufenthalt in Nürnberg war nicht ganz so lang, obwohl auch der ICE, aus München kommend, ebenfalls Verspätung hatte. Aber ich verließ den Bahnhof diesmal nicht, sondern wartete am Gleis auf meinen Zug. Mir war das alles ziemlich egal – ich hatte meine Anschlüsse bekommen, und dieser Zug fuhr von Nürnberg nach Wien, da musste ich keinen Anschluss mehr bekommen.

Die Fahrt an sich war entspannt. Zwar waren wir vielleicht eine halbe Stunde zu spät dran, aber das war mir egal. Ich hatte einen reservierten Sitzplatz und nutzte die Zeit zum bloggen, dösen und manchmal aus dem Fenster schauen, wenn wir an der Donau entlang fuhren. Irgendwie vergingen die über vier Stunden Fahrzeit gefühlt wie im Flug.

Ah, da bin ich ja schon!

Angekommen in Wien ging es natürlich erst ins Hotel. Nachdem ich längere Zeit gesucht und Vor- und Nachteile verschiedener Hotels abgewogen hatte, hatte ich mich doch gegen ein Hotel in der Nähe der Donau und für ein Hotel in Bahnhofsnähe entschieden. Ist beim Ankommen schon verlockend einfach, und das Hotel war auch günstiger.

Nachdem mich Google Maps dahin geführt hatte (7 min. Fußweg) und ich eingecheckt hatte (die Rezeptionistin hatte, glaube ich, aufgespritzte Lippen und definitiv einen hörbaren Wiener Schmäh) nahm ich mein Zimmer in Augenschein. Hm. Tür noch mit einem richtigen Schlüssel anstelle einer Chipkarte, irgendwie Vintage. Der Rest ist auch nicht toll, aber voll okay. Alles schon ein bisschen in die Jahre gekommen und abgenutzt und auch nicht 100% sauber, aber akzeptabel.

Nachdem ich mir eine kurze Hose angezogen (hier schien die Sonne bei 27°) und mir Sonnenschutzmittel aufgetragen hatte, verließ ich gegen 16.00 Uhr das Zimmer. Ziel: Eine Melange ansaugen und ein Stück Gebäck verknuspern. Ich hatte mir auf Google das „Café Brot“ in der Nähe ausgesucht.

Kokos-Krapfen und eine Wiener Melange. Lecker!

Dieses erreichte ich nach zehn Minuten (höchstens) zu Fuß. Bedienung gab es nicht, aber man konnte etwas zum Verzehr erwerben und an Tischen draußen zu sich nehmen, was ich auch tat. Einen Kokoskrapfen und eine Wiener Melange, beides sehr lecker.

Einen Plan hatte ich zu der Zeit nicht wirklich, ich wollte einfach zu Fuß die Umgebung erkunden und das schöne Wetter genießen. Ich besorgte mir bei einem Sparmarkt ein Gösser Radler. Von da aus war schon eine imposante Kirche zu sehen, die ich mir aus der Nähe ansehen wollte. Es war die St. Elisabeth Kirche zur frohen Botschaft. Ich schaute sie mir dann aber erst einmal nur von außen an, einerseits, weil ich vermutete, dass ich da vermutlich noch einmal hinkomme, andererseits, weil es mich weiter trieb.

Turm der katholischen Kirche St. Elisabeth zur frohen Botschaft.

Die Richtung, zunächst immer der Argentinierstraße lang, war eigentlich alleine durch die Wahl von „Café Brot“ bestimmt worden. Aber sie führte mich an diverse Botschaften vorbei erst zur oben genannten Kirche, dann zur Karlskirche und zum Karlsplatz, und schließlich dicht an die Wiener Staatsoper.

Die barocke Karlskirche ist wahrhaftig ein beeindruckender Sakralbau und mit den zwei schlanken Türmen auch schon irgendwie besonders und ungewöhnlich.

Dort bog ich dann links ab und ging den Opernring entlang, um zur Hofburg und dem zugehörigen Park zu gelangen. Das war ursprünglich mal ein privater Garten der Royals gewesen (so für Sissi und Franzl zum Lustwandeln oder so), aber seit langem ist er für die Öffentlichkeit geöffnet. Der Park ist wirklich schön und umgeben von architektonisch eindrucksvollen Bauen wie Teilen der Hofburg, dem Schmetterlingshaus und dem angrenzenden Palmenhaus. Auf der anderen Seite hat die Polizeiinspektion Wiens ihre Büros in einem historischen Gebäude. Hinter dem Palmenhaus kommt mir dem Albertina-Kunstmuseum gleich das nächste beeindruckende Gebäude, und hier ist man dann schon in der sogenannten „inneren Stadt“, die ebenfalls auf den ersten Blick viel großartige Architektur fürs Auge zu bieten hat.

Ein Teil der Hofburg-Fassade, davor der Burggarten

Langsam meuterte aber das Fahrwerk, und es war nun auch schon langsam nach 18.00 Uhr. Also war es Zeit, ein Wiener Schnitzel zwischen die Beißer zu nehmen. Ich war schon an einem „Bistro 59“ vorbeigekommen, wo ich einen Blick auf die Karte geworfen und die Preise akzeptabel gefunden hatte. Dahin wollte ich zurück. Anschließend wollte ich noch zwei Blog-Biere kaufen und dann die U-Bahn zurück zum Hauptbahnhof nehmen.

Das machte ich dann auch genauso. Ich bekam einen Sitzplatz draußen beim Bistro 59. Eigentlich bin ich kein großer Schnitzelfan, zumal ich ohnehin versuche, meinen Fleischkonsum zurückzufahren, aber nun, ich bin in Wien. Ich bestellte mir bei der Kellnerin, die mit mir Englisch (und ich mit ihr Deutsch) sprechen wollte, Wiener Schnitzel und ein Ottakringer Bier. Es dauerte nicht lange und war gut – das Schnitzel schmeckte mir besser, als ich erwartet hatte. Vielleicht ist ja wirklich etwas daran, dass Dinge da, woher sie kommen, immer noch am besten schmecken. Auch das Bier war klasse.

Naja, wenn in Wien…

Am Ende fragte mich übrigens die Bedienung, von der ich schon dachte, sie wäre englischsprachig (sowas kommt in europäischen Metropolen ja durchaus vor), ob ich auch aus Deutschland käme. Auch? Ja, es zeigte sich, dass sie aus Hamburg kam. Sie sagte mir noch, dass sie das Grün und das Wasser in HH vermisse (naja, hier gibt es zumindest auch viel Grün), dass ich aber unbedingt den Prater besuchen solle, der sei viel besser als der Hamburger Dom. Jedenfalls hatte sie offenbar nur Englisch mit mir sprechen wollen, weil sie nach ihren vorangegangenen Gästen noch nicht umgeschaltet hatte.

Meinem Plan folgend ging ich also nach dem Essen noch kurz in einen Sparmarkt (von denen es hier viele gibt), zog noch Geld aus dem dortigen ATM, besorgte zwei Dosen Gösser und machte mich auf zur U-Bahn-Station „Karlsplatz“. Eine Wochenkarte für die Öffis kostet 17,20 Euro. Drei einzelne Tageskarten für die kommenden drei Tage lägen bei 17,40 Euro, aber ich hab ja die auch heute die Bahn schon benutzt. Die Wochenkarte schien mir die beste Lösung zu sein. Wenn ich auch heute nur zwei Statiuonen zurück gefahren bin. Ich schaffte es sogar, auf Anhieb an der richtigen Stelle, den Schildern zum Südtiroler Platz folgend, die U-Bahn-Station zur verlassen.

Bloggen, Gösser trinken und nebenbei BBC gucken zum Abschluss des Tages.

Tja, also zurück zum Hotel, ab ins Zimmer, Computer an den Start und diese Zeilen hier wegbloggen. Und die zwei Gösser dabei eleminieren. Nun bleibt nur, Bilder hinzuzufügen, und dann geht es ins Bett. Morgen steht der Prater und/oder das Donau-Ufer auf dem Programm. Ich will auf jeden Fall ans Wasser. Vielleicht auch Bötchen fahren, wenn möglich. Mal sehen. Bismorgen.

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Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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