Mỹ Sơn, zurück in Hội An und Quảng Ngãi

Quảng Ngãi, im Hotel, 2. Stock, 20.28 Uhr Ortszeit

Heute hieß es Abschied nehmen aus Da Nang und dem schönen Hotel Haian. Nach dem Aufstehen und Morgenroutine packte ich meinen Kram zusammen, um nach dem Frühstück abfahrtbereit zu sein. Die um 09.15 Uhr geplante Abfahrt verzögerte sich etwa um eine Viertelstunde, danach ging es mit dem gecharterten Bus samt Fahrer zunächst nach Mỹ Sơn.

Über diese Brücke ging es zum E-Shuttle

Mỹ Sơn ist eine Tempelstadt der indisch geprägten Cham, eines der vietnamesischen Ursprüngsvölkern. Durch die indische Prägung der Cham war deren Religion nicht Buddhismus, sondern Hinduismus, und Mỹ Sơn diente zur Verehrung des hinduistischen Gottes Shiva. Leider wurden 50 der von 70 zuvor von französischen Archäologen verzeichneten Tempel durch ein Bombardement der US-Luftwaffe 1969 im Vietnamkrieg zerstört oder schwer beschädigt. Heute gehören die Reste der Anlage zum UNESCO-Kulturerbe.

Alles sehr schön grün hier!

Wir lösten also Tickets und wurden mit einem kleinen Elektro-Shuttlebus zur Tempelanlage gefahren. Dabei waren wir froh, dass es bedeckt war und die Sonneneinstrahlung gering war, denn bei der hohen Luftfeuchtigkeit an diesem Ort waren auch mäßige Temperaturen schon sehr schweißtreibend. Wirklich schön war die Natur der Umgebung, viel Grün, kleine Teiche und Bäche und schön blühende Blumen, am Horizont grüne Hügel.

Typische Tempelruine (ich hab zwar drei Millionen Fotos, aber an sich ist das hier repräsentativ genug)

So richtig mein Ding war es nicht, mir fehlt einfach der Zugang zur Geschichte, die so weit zurück lag, und auch wenn die Anlagen für Fans der Archäologie oder der asiatischen Geschichte sicherlich ein El Dorado, ich konnte nicht allzu viel damit anfangen. Für mich sahen die verschiedenen Tempelruinen mehr oder weniger alle gleich aus. Die Gebäude waren aus Ziegeln errichtet, aber ohne irgendeine Art von Mörtel. Statuen waren nicht erhalten, nur noch teilweise deren Sockel, und Opferbecken.

Wir durchschritten die komplette Anlage und machten natürlich reichlich Fotos. Wir sahen Eidechsen, meine ehemaligen Mitbewohner sogar eine Schlange. Außerdem waren sehr viele Libellen unterwegs.

Schließlich hatten wir die Überreste des letzten Tempels erreicht und begaben uns wieder zum Parkplatz, wo unser Bus und dessen Fahrer auf uns warteten. Next stop: Hội An. Dort waren wir zwar schon vorgestern, doch hatten sich meine ehemaligen Mitbewohner dort Kleider schneidern lassen bzw. bestellt, die nun anprobiert werden sollten. Daher suchten sie die Schneiderei dort erneut auf. Der Rest der Reisegruppe, also auch ich, ging essen und entschied sich für dasselbe Lokal am Fluss, wo wir vorgestern schon waren. Ich entschied mich auch noch mal für das gleiche Essen, den Reis mit Huhn.

Zurück in Hoi An

Nach dem Essen trafen wir wieder auf die beiden anderen, den Freund meines Neffen und dessen Freundin. Die Reiseleitung vereinbarte telefonisch einen Treffpunkt mit unserem Fahrer, wir begaben uns dorthin, stiegen ein und waren wieder unterwegs. Auf dem Programm stand eigentlich noch der Besuch eines Strandes inklusive Baden, doch war das Wetter nicht so richtig danach, außerdem war es schon nach 16.00 Uhr, nicht mehr lange bis zur Dämmerung. Daher entschieden wir, diesen Punkt zu überspringen und direkt zum Ort der heutigen Übernachtung, der Stadt Quảng Ngãi, zu fahren.

Dort kamen wir etwa kurz vor 19.00 Uhr an und checkten in unser Hotel ein. Es ist ein Vier-Sterne-Hotel, aber ein himmelweiter Unterschied zum Haian Beach in Da Nang. Nun, ich glaube, um vier Sterne zu bekommen, muss ein Hotel halt bestimmte Merkmale (wie Pool, WLAN, Klimaanlage) aufweisen, und das muss benutzbar sein. In welchem Zustand das ansonsten alles so ist, scheint nicht so wichtig zu sein. Aber wir sind hier ja nur für eine Nacht, und die Übernachtung kostet pro Zimmer knapp 18 Euro, also darf man nicht zu viel erwarten.

Unterwegs in Quang Ngai

Ich machte mich sogleich auf den Weg, einen Supermarkt zu suche, um noch schnell Getränke einzukaufen. Das erwies sich als deutlich schwieriger als gedacht. Die Stadt war voll, laut, die Luft voller Zweitakt-Abgase. Ich vermutete sogleich, dass diese Stadt eher typisch für eine vietnamesische Stadt ist als die geputzte Touristenmetropole Da Nang. Es gab wenig Gastronomie, wie wir sie kennen, umso mehr Streetfood und Popup-Gastronomie – ein kleiner Wagen mit Garküche, ein paar Plastikstühle und -tische – und fertig. Ich wollte gekühlte Getränke kaufen, fand aber keinen Laden dafür. Es gab viele Lebensmittelhändler, bei denen ganze Mauern aus Bier- und Wasserkartons bis an den Straßenrand aufgebaut waren, aber keiner schien gekühlte Getränke anzubieten. Es gab stattdessen tonnenweise Tand zu kaufen, Buddha-Figuren, Winkekatzen und ähnliches. Auch fertige Gebinde mit verschiedenen Nahrungsmitteln (sowas wie bei uns Geschenkkörbe) wurden stapelweise anlässlich des Têt-Festes angeboten.

Nicht so schön… viel Müll am Straßenrand.

Irgendwie war das alles nicht mein Ding. Zu voll, zu laut, zu viel Müll am Straßenrand. Auch in Can Tho war es viel schöner gewesen als hier. Daher gab ich die Suche bald frustriert auf und ging ins Hotel zurück. Es stehen zwei Flaschen Wasser parat, das reicht auch erst einmal, und es ist mir egal, ob ich dafür was extra bezahlen muss oder nicht.

Vielleicht gehe ich gleich doch noch einmal ein paar Schritte vor die Tür. Es war insgesamt nicht so mein Tag heute, deswegen bin ich den anderen auch nach Ankunft im Hotel erst einmal aus dem Weg gegangen.

Vorschau: Das Ziel der Etappe morgen ist Quy Nhơn, wo wir übernachten werden. Das ist auch wieder eine Küstenstadt. Auf dem Weg sind verschiedene Zwischenstopps geplant, unter anderem auch wieder ein Strand zum Baden. Vielleicht machen wir es ja diesmal auch.

Bis denne.

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Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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