Running errands

Da Nang, im Hotel (auf dem Balkon), 9. Stock, 22.18 Uhr Ortszeit

Während ich das hier schreibe, dringt teilweise der Partylärm von der Straße zu mir hoch, und wenn ich vom Bildschirm aufblicke, sehe ich die bunt illuminierten Fassaden der Hotels und manchmal bunt beleuchtete Ausflugsschiffe auf dem Fluss. Das hat schon etwas!

Heute morgen wachte ich vor dem Wecker, der auf 09.00 Uhr gestellt war, um ungefähr 08.30 Uhr auf und beschloss, früher aufzustehen, um mehr Zeit zum frühstücken zu haben. Der Frühstückssaal in der 7. Etage war gut gefüllt mit anderen Hotelgästen. Ich überlegte, auf die Außenterrasse zu gehen, hatte aber zu großen Respekt vor der Sonne, weil ich noch nicht eingekremt war. Ich fand einen leeren Vierer-Tisch in einer Ecke und holte mir Kartoffel-Wedges, Ei und verschiedene Sorten Fleisch. Dann einen Orangensaft und einen Kaffee. Zwischenzeitlich kamen meine Mitbewohner dazu, als ich den zweiten Gang mit ein paar Gebäckstücken (Mini-Croissants u.ä.) und Melonenscheiben einläutete.

Ausblick beim Frühstück

Nach dem Frühstück ging ich in mein Zimmer, holte meine Tasche mit der Schmutzwäsche und ergoogelte mir eine Wäscherei in der Nähe. Mein Weg dahin führte mich über einen Straßenmarkt. An der Stelle, die mir Google Maps angezeigt hatte, fand ich nichts, aber dann in der Nähe in einer anderen Straße. Ich gab dort meine Wäsche ab, sie sollte nach drei Stunden abholbereit sein. Auf dem Rückweg ins Hotel kaufte ich in einem kleinen Supermarkt noch Getränke ein.

Blick aus dem Hotelflur auf den Fluss Hàn. Es sieht fast so aus, als rauche da ein Vulkan! Es sind aber nur Wolken und die Perspektive.

Zurück im Zimmer hatte ich dann einen toten Punkt. Ich hätte zwar Lust gehabt, ein wenig auf dem Balkon zu entspannen, aber die Sonne kachelte da gerade dermaßen drauf, dass ich davon Abstand nahm und mich entschloss, lieber ein wenig Siesta zu halten. Es wurden etwa 75 Minuten auf dem Bett herumliegen, am Handy rumdaddeln und dösen. Ich hatte mir einen Wecker zu 14.00 Uhr gestellt, um nicht den ganzen Tag zu verschlafen.

Als der losdudelte, stand ich auf und machte mich mit meinem Rucksack zu Fuß auf die Socken zum VinCom-Center, wo ich noch mal den Geldautomaten besuchen und etwas einkaufen wollte. Die Entfernung betrug etwa knapp 2 km, die Zeit zu Fuß war von Google Maps mit etwa 30 Minuten angegeben. Die Sonne schien noch immer recht heftig, als ich unterwegs war. Natürlich hätte ich auch mit einem Grab fahren können für schätzungsweise um die 40.000 VND (etwa 1,60 Euro für die einfache Fahrt). Aber erstens wollte ich ein bisschen Ingress daddeln unterwegs, und zweitens dachte ich, ein paar Schritte zu machen schadet mir bestimmt auch nicht. Außerdem führte der Weg am Fluss entlang, wo eine leichte Briese wehte.

Unterwegs auf der Fluß-Promenade, allerdings entgegen der Blickrichtung dieses Bildes – ich wollte nur die Brücke am Horizont fotografieren, die Cầu Thuận Phước

Ich sah einen Zoll-Kutter und viele vertäute Ausflugsschiffe und kam an aufwendigen Têt-Dekorationen vorbei, an denen Fotografen anboten, Bilder der Têt-Urlauber vor diesen Kulissen zu schießen und direkt auszudrucken (es standen diverse Drucker und Bilderrahmen bereit). Solche Installationen gibt es hier gefühlt alle drei Meter in der Stadt, viele Blumen, viele Drachen und „Chúc mừng năm mới“-Schriftzüge („Frohes neues Jahr“). Überall ließen sich Têt-Urlauber davor fotografieren oder machten Selfies.

Auf der Cầu Sông – das ist eine Drehbrücke

Irgendwann kam ich an der Cầu Sông Hàn an, das ist eine Drehbrücke, die um 90-Grad geschwenkt werden kann, um Schiffe hindurch zu lassen. Ich überquerte den Hàn über diese Brücke und kam am anderen Ufer quasi direkt am VinCom-Plaza an, ich musste nur noch zweimal stark befahrene Straßen überqueren. Ich fand den HSBC-ATM wieder, den ich schon einmal benutzt hatte und holte mit 3 Millionen VND (> 120 Euro). Danach ging ich in den WinMart einkaufen, in dem ich ebenfalls schon beim letzten Aufenthalt in Da Nang gewesen war, und machte noch ein paar Einkäufe.

VinCom Plaza

Anschließend begab ich mich auf den Rückweg zum Hotel. Auf der anderen Seite des Hàn angekommen, ging ich diesmal nicht direkt am Fluss entlang, sondern wählte eine Parallelstraße, um noch ein bisschen etwas anderes zu sehen. Hier kam ich an einem Gebäude vorbei, welches ich insgeheim „die Kerze“ nannte. (Später gab der Freund meines Neffen eine noch treffendere Bezeichnung, nämlich „der Lippenstift“ ab.) Dieses Gebäude heisst eigentlich Trung tâm Hành chính Đà Nẵng mit dem Zusatz „Da Nang Administrative Center“ und scheint also ein Verwaltungsgebäude zu sein. Das Hochhaus mit dem abgeschrägten Dach erinnert mich ein wenig an 30 St. Mary Axe in London, im Volksmund „The Gherkin“ (die Gurke) genannt. (Dieses Gebäude wiederum erinnert mich etwas an ein Fabergé-Ei.) Die Fassade des „Lippenstift“ blinkt zu bestimmten Zeiten auch in allen möglichen Farben, ähnlich wie die Hotelfassaden.

Trung tâm Hành chính Đà Nẵng oder „der Lippenstift“

Irgendwann kam ich wieder im Hotel an und schaffte meine Einkäufe in mein Zimmer bzw. in den Kühlschrank. Ich war etwas geschafft vom Spaziergang in der prallen Sonne und gönnte mir eine kure Pause und ein Bier auf dem Balkon (auf den die Sonne nicht mehr ganz so drauf knallte).

Inzwischen war der Zeitpunkt, zu dem meine Wäsche fertig sein sollte, vergangen, also ging ich nach der kurzen Pause auf dem Balkon direkt wieder los, um sie abzuholen. Insgesamt hatte ich so mindestens 7 km unter die Füsse genommen, bei zwei Gängen zur Wäscherei und zurück und einmal VinCom-Center und zurück. Das mit der Wäsche hat gut geklappt und nur 40.000 VND (etwa 60 Cent) gekostet.

Wieder im Hotel brauchte ich noch eine Balkonpause. Danach überlegte ich, zu duschen und mir dann etwas zu essen zu suchen und danach vielleicht noch in den Pool zu gehen. Mein Neffe und seine Freundin waren nach dem Roadtrip beide etwas erschöpft und angeschlagen, so dass es heute keine Familienaktivitäten gab. Dann meldeten sich aber meine Mitbewohner mit einem Vorschlag für ein gemeinsames Abendessen, Treffen um 19.00 Uhr. Da ich nach dem Tag alleine Lust auf Gesellschaft hatte, sagte ich das zu.

Ich duschte, rasierte mich und klingelte (ja, es gibt hier Türklingeln an den Zimmern) um 19.00 Uhr bei meinen Zimmernachbarn. Wir gingen dann zu einem Restaurant, welches die beiden auf ihren Wegen des Tages gesehen hatten, und welches total schön aussah. Es bestand aus mit vielen Lampions geschmückten Wassergärten, in denen Kois schwammen und Frösche grunzten. Also, Quaken geht jedenfalls anders.

Ambiente toll, Essen so lala, Service… äh…

Die Bedienung war allerdings ausgesprochen schnarchnasig. Wir bekamen erst einmal nur die Essenskarte und die Getränkekarte erst auf Anfrage. Bei einer der vielen weiblichen Servicegräfte, die gefühlt die meiste Zeit nur herum standen konnten wir dann nur Getränke bestellen, essen konnten wir nur bei einem Herren bestellen, und das dauerte ziemlich lange, bis der sich an den Tisch bequemte. Leute, die später kamen, hatten ihr Essen erheblich früher. Die oft untätig herumstehenden drei Damen in Sichtweise kamen auch nicht ansatzweise mal auf die Idee, uns zu fragen, ob wir vielleicht ein weiteres Getränk wollten oder so. Deren Aufmerksamkeit galt ohnehin einer Familie(?) an einem anderen Tisch – die sämtlicher drei Damen.

Als das Essen (so nach und nach, aber das ist hier in Vietnam meistens so, nicht nur dort) eintraf, kamen Sommerrollen mit Garnelen, obwohl wir Frühlingsrollen mit Fleisch bestellt hatten. Den Einwand wollte man nicht so richtig einsehen – nun, vielleicht haben wir ja auch die Karte nicht richtig verstanden. Im Endeffekt einigte man sich auf den Kompromiss, dass eine von zwei Platten mit den eigentlich nicht erwünschten Rollen zugunsten gebratener Rollen mit Fleischfüllung zurückging. Das Essen selbst war okay, aber auch nicht großartig. Der Freund meines Neffen meinte, die Frühlingsrollen, die es hier am Frühstücksbüffet im Hotel gibt, seien besser (die Hotel habe ich noch nicht probiert).

Am Ende (und ich rechnete irgendwie damit, dass es am Ende auch nochmal einen kleinen Aufreger geben würde) durften wir noch 20% Têt-Aufschlag bezahlen. Es war also insgesamt nicht so berauschend. Wir haben am Ende alle (mit einem Getränk) so umgerechnet 16-20 Euro bezahlt, das ist jetzt für vietnamesische Verhältnisse nicht ganz günstig (obwohl es natürlich auch teurer geht). Außer dem Ambiente war es also nicht so toll.

Wir landeten dann noch alle eine Weile in meinem Zimmer bzw. auf meinem Balkon, wo ich noch Getränke anbot (meine Mitbewohnerin wollte noch etwas Spritziges trinken, und ich hatte noch Cola und Bier im Kühlschrank, also gab es das als Mischgetränk, ihr Freund wollte nur ein Wasser). Nachdem sich dann die beiden verabschiedet hatten, holte ich den Laptop aus dem Safe und schrieb diesen Eintrag auf dem Balkon.

Vorschau: Morgen ist der letzte komplette Tag in Da Nang, bevor es mit dem Flieger nach Saigon geht. Meine Mitbewohner und ich planen, morgen mit einem Grab ab ca. 10 Uhr zu den Bà Nà – Hügeln zu fahren. Dort gibt es unter anderem eine große Brücke, die Càu Vàng, die über den Dschungel führt und von riesigen Händen getragen wird, und eine sehr lange (über 5km) Seilbahn. Beide offerieren bei gutem Wetter einen guten Ausblick. Es ist eine moderne Touristenattraktion, es gibt auch Nachbauten europäischer Sehenswürdigkeiten aus Pappmaché im Maßstab 1:1. Man kann wohl je nach Gusto und Zeitbudget verschiedene Pakete buchen, je nachdem, was man sich ansehen möchte. Wir wollen etwa zweieinhalb Stunden dort sein und Abends mit dem Rest der Reisegruppe essen gehen. Nun, ich werde berichten.

Bis denne.

Avatar von Unbekannt

About michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
Dieser Beitrag wurde unter Vietnam veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar