Im Schatten des Chinook

Saigon, im Hotel, 10. Stock, 22.59 Uhr Ortszeit

Mein Wecker dudelte um 08.00 Uhr, aber ich dödelte noch eine Viertelstunde herum, bis ich aufstand. Meine Mitbewohner wollten ab 8.30 Uhr frühstücken, das schaffte ich nicht mehr ganz pünktlich, aber die waren auch noch beim „1. Gang“. Nach dem Frühstück aus einem Omelette, Würstchen, Bacon, ein paar süssen Teilchen und Obst gingen wir wieder unsere Wege, ich hatte heute ein konkretes Ziel. Dieses war das „War remnants museum“, welches Google mit „Kriegsreste-Museum“ übersetzt.

Ich ging zu Fuß hin, es dauerte etwa 20 Minuten. Es war schon wieder sehr heiß, aber ich hatte genug Wasser dabei und man kann es ja auch an jeder Ecke hier nachkaufen. Nachdem ich ein Ticket für 40.000 VND (weniger als zwei Euro) gekauft hatte, betrat ich das Außengelände. Hier standen diverse Fahr- und Flugzeuge sowie Artillerie-Waffen und ein Patrouillenboot.

An Luftfahrzeugen waren vertreten:

  • F-5A (zweistrahliger, leichter Überschall-Jagdbomber)
  • A-37 (leichter Jagdbomber, ursprünglich als T-37 ein Jet-Trainer, der auch von der Bundesluftwaffe zu Ausbildungszwecken genutzt wurde)
  • A-1 Skyraider (Jagdbomber, Propellermaschine mit Kolbenantrieb)
  • Cessna U-17 (Aufklärungsmaschine, Propellermaschine mit Kolbenantrieb)
  • UH-1H „Huey“ (Hubschrauber mit klassischer Heckrotorkonfiguration, sieht man in jedem Vietnamkriegsfilm, die Bundeswehr hat bis in die 90er auch viele dieser Modelle genutzt)
  • CH-47 Chinook (mittelschwerer Transporthubschrauber mit Tandemrotoren, bis heute modernisiert im Einsatz, von der Bundeswehr sind diverse Exemplare bestellt worden)

Gefechtsfahrzeuge:

  • M48A3 Kampfpanzer, 90 mm Kanone
  • M41 Kampfpanzer, 76 mm Kanone
  • M132A1 gepanzertes Fahrzeug mit Flammenwerfer
  • M107, Panzerhaubitze, 175 mm Kanone auf Selbstfahrlafette

Dazu gab es zwei Haubitzen unterschiedlichen Kalibers, einen Mörser, ein Flugabwehrgeschütz und ein Patrouillenboot zu sehen. Außerdem verschiedene Bomben und Raketen in verschiedenen Größen und Formen.

Eine weitere Ausstellung abseits des eigentlichen Museumsgebäudes beschäftigte sich mit den Gefängnissen für politische Gefangene und Kriegsgefangene. Diese waren von den Amerikanern teilweise von den Franzosen übernommen und noch ausgebaut worden. Gefangene wurden der Ausstellung zufolge nicht nach der Genfer Konvention behandelt. Sie bekamen nur eine Handvoll Reis minderer Qualität und Stücke von verdorbenem, getrockneten Fisch sowie 1/3 Liter Wasser pro Tag. Es gab sogenannte „Sunbathing Rooms“, Zellen, die nach oben hin offen waren, so das Häftlinge der Witterung (insbesondere der Sonne) schutzlos ausgesetzt waren. Und „Tiger Cages“, kleine Käfige mit Stacheldraht, kaum größer als die Häftlinge selbst. Außerdem gab es verschiedene Formen der Folter, die willkürlich angewandt wurde und nicht selten zum Tod der Häftlinge führte. Es war schon schwer, sich das zu vergegenwärtigen. Noch heute mag es in Guantanamo Bay ähnlich schlimm zugehen, von den Gefängnissen in islamistischen oder kommunistischen Staaten ganz zu schweigen. Es war auch eine Guillotine zu sehen, die die Amerikaner ebenfalls von den Franzosen „geerbt“ hatten und mit der Todesstrafen vollstreckt wurden.

„Sunbathing Room“, wie zynisch

Nachdem ich mir bereits für die Fahrzeug- und Gefängnisausstellung viel Zeit genommen hatte, brauchte ich ein Pause. Ich genehmigte mir einen Toast mit Käse und Schinken sowie ein Tiger und vergegenwärtigte mir noch einmal die tägliche Ration der amerikanischen bzw. südvietnamesischen Kriegsgefangenen…

Mir war natürlich bewusst: Der Gewinner erzählt die Geschichte. Davon, wie die Nordvietnamesen mit ihren Gefangenen umgegangen sind, wurde nichts in der Ausstellung preisgegeben. Ich nehme an, dass das auch nicht gerade das Hilton war. Krieg ist ein durch und durch schmutziges Geschäft. Aber trotzdem: Auch wenn mir bewusst ist, dass der Gewinner die Geschichte erzählt, ist der Holocaust für mich Realität. Und da ich genug über die Behandlung von US-amerikanischen Kriegsgefangenen in Abu Ghureib im Irakkrieg 2003 gelesen habe und über Guantanamo Bay, ist das alles für mich absolut plausibel, ebenso wie Massaker an der vietnamesischen Zivilbevölkerung (dazu später).

Nach der Pause betrat ich das dreistöckige Gebäude des Museums. Dieses war in verschiedene Ausstellungen gegliedert, davon waren einige Wanderausstellungen, andere feste Einrichtungen. Im Erdgeschoss ging es in einer ausschließlich aus Schautafeln bestehenden Ausstellung um die Solidarität mit (Nord)vietnam von Seiten anderer kommunistischer Staaten, aber auch (nach Bekanntwerden der Greueltaten des US-amerikanischen Militärs) auch von westeuropäischen Staaten wie den Niederlanden oder Schweden – oder auch von immer größeren Teilen der US-Bevölkerung selbst.

Eine weitere Ausstellung im Erdgeschoss widmete sich dem Leben der vietnamesischen Bevölkerung, auch von Gefangenen der US-Militärs und des Südvietnamesischen Regimes während des Krieges. Ausgestellt wurden Briefe, die in Gefangenschaft geschrieben wurden, Handarbeiten, die in Gefangenschaft angefertigt wurden, Gegenstände des täglichen Gebrauchs der vietnamesischen Soldaten, eine aus einer US-Granatenhülse hergestellte Kerosinlampe, ein aus eine Mörsergranate gefertigtes Gefäss zum Verbrennen von Räucherware. Schautafeln beschrieben zu Helden verklärte (Nord)vietnamesen: Ärzte und Sanitäter, die sich im Gefecht um die verletzten kümmerten, Frauen, die die Soldaten mit Essen unterstützen oder in Guerilla-Einheiten selbst kämpften beispielsweise.

Diese Hohlsaum-Handarbeit könnte meiner Mutter gefallen. Es ist ein Kopfkissenbezug.

Im ersten Stock gab es eine große Ausstellung zum Thema „Kriegsverbrechen“. Diese beschäftigte sich natürlich ausschließlich mit den Kriegsverbrechen der US-Militärs und Südvietnamesen. Wie gesagt: Ich glaube, dass das alles so stattgefunden hat, zumal andere Quellen dasselbe sagen. Ich glaube aber nicht, dass die nordvietnamesische Seite keine Kriegsverbrechen begangen hat. Die gibt es üblicherweise auf beiden Seiten, vielleicht nicht im selben Ausmaß, aber im Krieg behalten vielleicht einzelne Personen eine weiße Weste – aber nicht eine der opponierenden Parteien insgesamt. Da glaube ich nicht dran, einen sauberen Krieg gibt es nicht.

Dargestellt wurden aber halt nur die Kriegsverbrechen der „Verliererseite“. Insbesondere wurde dem von Massaker von Mỹ Lai zu Recht sehr viel Raum eingeräumt. Ich kannte diese Geschichte, weil sie in einem Roman, den mir meine Freundin einmal ausgeliehen hatte, thematisiert wurde und ich das noch einmal auf Wikipedia recherchiert hatte. Neben der Betrachtung der von US-Soldaten der Task Force Baker ermordeten Menschen ging es um den Gerichtsprozess gegen den kommandierenden Offizier William Calley sowie um den Hubschrauberpiloten Hugh Thompson, der sich mit seiner Besatzung zwischen die mordenden US-Soldaten und die Überlebenden des Dorfes gestellt und damit noch einige Leben retten konnte. Er hatte die Morde aus der Luft beobachtet, seinen Hubschrauber gelandet und seine Bordschützen angewiesen, auf die US-Soldaten zu feuern, sollten diese weiter auf die Dorfbewohner (oder auf ihn selbst) schießen. So hat diese Geschichte, obwohl sie absolut furchtbar ist, auch eine positive Komponente, die zeigt, dass nicht alle US-Soldaten moralisch bankrotte Tötungsmaschinen ohne Gewissen waren.

Außerdem gab es gleich zwei Ausstellungen zum Thema „Agent Orange“ und dessen Opfer. Eine widmete sich allgemein den Opfern der verschiedenen, von den US-Militärs eingesetzten, Kampfstoffen, mit denen sie den Wald entlauben wollten, damit darin der Viet Cong keine Deckung und Tarnung mehr finden könne. Das war sicherlich eine der größten Schweinereien der Kriegsgeschichte. Denn das Dioxin in Agent Orange, Agent Pink, Agent Green etc. tötete Pflanzen, Tiere und etwa insgesamt drei Millionen Menschen, und zwar bei Freund und Feind. Denn nicht nur die Soldaten Nordvietnams (und die vietnamesische Zivlbevölkerung) erkrankten in Folge der chemischen Kampfstoffe, auch US-Soldaten ihre Verbündeten (wie Soldaten aus Südkorea, Australien oder Neuseeland) litten unter den Folgen.

Außerdem kamen auf beiden Seiten in den nächsten vier Generationen schwer missgebildete Kinder, einige kaum oder nicht lebensfähig, zur Welt. Einigen fehlten von Geburt an Gliedmaßen, Beine, Hände, Augen… andere hatten schwere, geistige Behinderungen. Die Fotos der fehlgebildeten Kinder waren wirklich schwer zu ertragen. Einige Bilder erinnerten mich an die lustigen Verzerrungsfunktionen, die es heute in Smartphones oder Fotobearbeitungssoftware gibt, aber das hier war die bittere Realität.

Eine andere Ausstellung widmete sich konkret Opfern von „Agent Orange“, die trotz ihrer körperlichen Behinderungen auf interlektuellem oder kulturellen Gebiet Erstaunliches erreicht haben und dafür besonders geehrt wurden. Auch wurde eine Tochter eines US-Soldaten, der mit 50 Jahren aufgrund einer Krebs-Prognose und einer post-traumatischen Belastungsstörung Suizid beging, gewürdigt. Sie hatte eine schwere Behinderung aufgrund der „Agent-Orange“-Schädigung des Erbgutes und gründete eine Organisation, die Opfer international und auf beiden Seiten des Krieges miteinander in Kontakt brachte. Sie organisierte auch Klagen gegen die Hersteller der tödlichen Stoffe (insbesondere Dow Chemicals und Monsanto, aber auch Boehringer Ingelheim und die Bayer AG lieferten mindestens Zwischenprodukte). Die (vergleichsweise) lächerlich kleinen Summen, die diese den überlebenden Opfern und deren Familien zahlten oder in Integrationsprojekte investierten, machten mich aber irgendwie eher sauer. Es ging hier um ein paar zig Millionen US-Dollar, da um irgendwas unter 200 Millionen US-Dollar. Sicherlich sind das Summen, mit denen einiges für die Opfer erreicht und Leid gelindert werden konnte bzw. kann. Aber verglichen mit den Summen, die solche Unternehmen umsetzen oder verglichen mit den Kosten dieses Krieges insgesamt erscheint mir das irgendwie wie „Portokasse“.

Im dritten Stock gab es (neben Spielmöglichkeiten für Kinder) eine Ausstellung, die Kriegsfotografen, insbesondere denen, die im Krieg verstorben sind, gewidmet war. Es ging sowohl um deren Bilder, von denen einige wichtige Journalistenpreise gewannen (und die man heute in Geschichtsbüchern wiederfindet) als auch um die Personen selbst und ihre Schicksale. Ein großer Beitrag war dem Fotografen Larry Burrows gewidmet, der für das Time Magazine große Fotoreportagen in Farbe lieferte, was komplett neu in der Kriegsberichterstattung war. Eine Bilderstrecke handelte von seiner Reportage „One ride in Yankee Papa 13“. Dabei handelt es sich um einen Einsatzflug eines Hubschraubers, an dem der Fotograf teilnahm, und bei dem mehrere Crewmitglieder ihr Leben verloren. Der Crew Chief überlebte, aber die letzen Bilder der Reportage zeigten ihn als völlig verzweifelten Menschen, der den Tod der ihm anvertrautn Kameraden nicht verhindern konnte. Larry Burrows selbst kam später, zusammen mit zwei anderen renommierten Fotografen, bei einem Hubschrauberabsturz in Laos ums Leben.

Man muss sich vor Augen führen, dass der Vietnamkrieg über 17 Jahre dauerte. In dieser Zeit gab es immense technologische Entwicklungen, auch in der Medientechnik. Aus den Schwarz-Weiß-Bildern Anfang der 60er wurden Farbfotos, schließlich Farbfilme, die per Satellit auf die Fernsehgeräte in aller Welt gelangten. Es lag nicht zuletzt an der „Macht der Bilder“, die den Widerstand der US-amerikanischen Bevölkerung gegen den Krieg immer mehr wachsen ließ.

Eine weitere Ausstellung stellte die ganze Geschichte des Krieges noch einmal von Anfang bis Ende dar. Anfangs ging es um den Krieg vietnamesischer Unabhängigkeitskämpfer gegen die französische Kolonialherrschaft, wobei die Franzosen zuletzt massiv von den USA mit Geld und Material unterstützt wurden. Dann wurden immer mehr US-amerikanische Militärberater nach Vietnam geschickt bis schließlich mit dem sogenannten Tonkin-Zwischenfall (einem angeblichen nordvietnamesischen Angriff auf einen US-amerikanischen Zerstörer) die USA offiziell in den Krieg eintraten. Die Ausstellung schilderte, wie alles, was die USA versuchten, um den Krieg zu ihren Gunsten zu entscheiden, fehlschlug, bis hin zu den schweren Bombardements der Operationen Linebacker I und II am Anfang der 70er-Jahre. Am Ende versuchten die USA, die keine Soldaten in Leichensäcken mehr zurückkehren sehen wollten, die Südvietnamesen alleine durch Ausbildung und Waffenlieferungen zum Sieg zu verhelfen, was aber letzen Endes deren Niederlage besiegelte. Mit der Einnahme des Präsidentenpalastes (heute: Unabhängigkeitspalast) endete der Krieg mit der bedingungslosen Kapitulation Südvietnams.

Am Ende, nach über sechs Stunden im Museum, war physisch und psychisch nicht mehr fit und konnte nicht mehr jedes Foto ansehen und jede Schautafel lesen. Also beendete ich meinen Besuch. Ich hatte zuvor eine englische Unterhaltung gehört, in der von „fertig nach zwei Stunden“ die Rede war – nun… ich brauchte länger. Deswegen war es auch gut, dass ich alleine da war. So hatte ich alle Zeit, die ich wollte, um sowohl die Hardware auf dem Außengelände, als auch den Schaden, der damit angerichtet wurde, im Museumsbau ausgiebig zu würdigen.

Ich verließ das Museum nachdenklich und besorgte mir auf dem Rückweg zum Hotel erstmal ein Banh Mì und ein Bia bà bà bà (333). Danach besorgte ich mir noch ein paar Getränke für später in einem dieser kleinen Supermärkte, die es hier überall gibt. Inzwischen hatte meine Schwester per Whatsapp-Chat vorgeschlagen, am Abend noch einen Cocktail in der Rooftop-Bar des Hotels „Majestic“ zu trinken. Es sei zwar teuer, aber halt auch fancy. Ich ging erstmal zum Hotel zurück und machte ein wenig Pause.

Nächtliche Spritztouren durch Saigon

Inzwischen hatte ich mich mit meiner Schwester um 20.00 Uhr für die Rooftop-Bar des Majestic verabredet. Ich war noch eine halbe Stunde auf Matratze, ging dann aber duschen, zog frische Klamotten an, und orderte vor dem Hotel ein Grab. Ich hatte als Ziel „Majestic Sky Bar“ angegeben. Das Auto, welches mich abgriff, war das bisher kleinste Fahrzeug, dass ich bisher hatte, ein Toyota Wiso. Und dessen Fahrer war der jüngste, den ich bisher hatte. Ich fand ihn sofort sympathisch, weil er die vietnamesischen Songs, die er über sein Handy abspielte, mitsang. Erst daddelte ich unterwegs Ingress, richtete dann aber meine Aufmerksamkeit auf die Umgebung – und auf die Navigation auf dem Handy des Fahrers. Es kam mir komisch vor, dass die Fahrt eine halbe Stunde dauern sollte, aber ich vertraute dem Fahrer und dem System. An einer Kreuzung hatten wir rot, einige Mopeds bogen einfach über einen kleinen Seitenabzweig rechts ab, anstatt zu warten. Als ich gerade dachte, „schade, dass wir hier ein Auto hab…“ fuhr mein Fahrer den kleinen Toyota ebenfalls dort entlang, obwohl wir da auf den Bordsteinen fuhren.

Schließlich setzte der Fahrer mich an einem imposant aussehenden Gebäude ab, vor einer Vertretung für Triumph-Motorräder. Ich kontaktierte meine Schwester, von der keine Spur zu sehen war, und an dem Gebäude stand nirgends „Majestic“. Mir dämmerte, dass das ziemlich falsch gelaufen sein musste. Meine Schwester sagte auch, das „Majestic“ sei direkt am Fluss, und hier war kein Fluss weit und breit. Am Ende entschied ich mich, der Sache noch eine Chance zu geben. Meine Schwester war bereit, auf mich zu warten. Also orderte ich ein frisches Grub – und die App zeigte mir als Pickup-Point „Mejestic Sky Bar“ an. Ich gab als Ziel diesmal „Majestic Hotel“ (an derselben Adresse) an, und der Fahrer lieferte mich nach 16 Minuten Fahrzeit am Fluss am Majestic ab. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob der Fehler bei mir, oder beim Kartenmaterial der Grub-App lag.

Am Ende war ich also doch am Eingang des „Majestic“ am Fluss, und meine Schwester kam auch umgehend. Wir betraten das luxuriöse Hotel und wurden auf Nachfrage zum Aufzug verwiesen, wo wir die Etage der Rooftop-Bar wählten. Oben angekommen wurden wir von gut gekleideten Bediensteten auf das Dach geleitet, wo eine Band die Dachterasse beschallte. Wir wählten Plätze am Rand, wo man auf den Fluss hinaus schauen konnten und wir möglichst weit weg von den Lautsprechern der Band waren. Wir bekamen das Menü auf einem iPad. Ich orderte einen „Green Summer“, meine Schwester eine „Sweet Carol“. Die Cocktails kamen schnell und beide gleichzeitig (hier in Vietnam eher ungewöhnlich), und man sah schon an der Deko, dass sie sehr gut zubereitet waren.

„Green Summer“ (links) und „Sweet Carol“ (rechts) auf der Rooftop-Bar

Nun, die Dinger kosteten 280.000 VND das Stück, und damit mehr als doppelt soviel wie hier in Viet Nam anderswo üblich. Aber wir wollten uns das einfach mal gönnen. Es blieb nicht bei einem Drink, wir nahmen noch beide einen „Good Morning Saigon“. Am Ende kostete das ganze noch einiges mehr, es gab noch 5% Serviceaufschlag etwa 10% VAT (value added tax), die offenbar hier in den Preisen nicht inbegriffen war. Egal. Wir können es uns leisten, und das Ambiente hat seinen Preis.

Blick von der Rooftop-Bar des Majestic

Nach dem zweiten Cocktail beschlossen wir, gemeinsam zu Fuß bis zu meinem Hotel zu gehen. Also begaben wir uns mit dem Lift wieder auf das Niveau der Normalsterblichen und traten den Weg zum Hotel an. Dort angekommen orderte meine Schwester sich ein Grub (Moped, ich fahre ja immer mit Autos). Der Pickup-Point war nicht direkt am Hotel, sondern 200 Meter weiter bei Starbucks, ich begleitete meine Schwester noch dorthin, sagte „Gute Nacht“ und ging zurück zum Hotel.

Was mich zum aktuellen Zeitpunkt bringt, das heißt, es ist jetzt 01.45 Uhr und ich bin fertig.

Vorschau: Ich werde so spät wie möglich frühstücken. Dann wollen meine Schwester und ich eine Ausstellung im Unabhängigkeitspalast ansehen. Dessen Einnahme durch die nordvietnamesischen Truppen und den Abflug des letzen US-amerikanischen Hubschraubers markierte das Ende des Krieges. Das ist inhaltlich eine gute Fortsetzung des Museumsbesuchs am Vortag. Abends steht eine Besuch des traditionellen, vietnamesischen Wasserpuppen-Theaters an, ebenfalls mit meiner Schwester. Darüber werde ich dann morgen berichten.

Bis denne.

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Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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