Vollkornbrötchen

Zutaten:

150g Magerquark
6 EL Rapsöl
1 Ei
1 Prise Salz
300g Vollkornmehl
1 TL Backpulver
evtl. Milch

Zum Belegen der Brötchen:
Sonnenblumen-, Kürbiskerne, Lein-, Flohsamen, Haferflocken

Zubereitung:

  • Backofen auf 200°C vorheizen
  • Backblech mit Backpapier auslegen
  • Alle flüssigen Zutaten mischen
  • Mehl und Backpulver vermengen und unter den Teig geben
  • Alles nochmals kneten und 12 Brötchen rollen
  • Eine Seite mit etwas Milch bestreichen und Samen oder Kerne darüber streuen
  • Brötchen bei 200°C Ober- und Unterhitze ca. 15 min. backen
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Rote Bete-Aufstrich

Zutaten:

100g Rote Bete (Dose oder gekocht)
1 TL Öl
1 kleine Zwiebel
60g Apfel
Salz, Pfeffer, evtl. Zucker oder Süßstoff

Zubereitung:

  • Rote Bete, Apfel und Zwiebeln in kleine Würfel schneiden
  • Apfel und Zwiebel andünsten
  • Alles vermengen, pürieren und abschmecken
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Erbsenaufstrich

Zutaten:

150g Erbsen (TK)
75 ml Gemüsebrühe
1/2 Zwiebel
1 TL Öl
1/2 Bd. Petersilie
Saft von einer halben Zitrone, Salz, Pfeffer, Chili

Zubereitung:

  • die Erbsen in der Gemüsebrühe garen
  • Zwiebel würfeln und in dem Öl glasig dünsten
  • Petersilie waschen und fein hacken
  • die gegarten Erbsen zusammen mit den restlichen Zutaten mit einem Pürierstab zu einer feinen Masse verarbeiten und mit Gewürzen kräftig abschmecken

Nährwerte pro Portion (30g):
21 kcal; < 1g Fett; 2g Kohlenhydrate; 1g Eiweiß

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Brotbelag: Zucchini

Zutaten:

100g Zucchini
1 TL Öl
1 kleine Zwiebel
1 Stück Knoblauch
Salz, Oregano

Zubereitung:

  • Zucchini waschen und in Scheiben schneiden
  • Zwiebel und Knoblauch in kleine Würfel schneiden
  • Alles zusammen anbraten, würzen und auf Brote legen, evtl. Käse darüber oder so

Anmerkungen:
Was mit „1 Stück Knoblauch“ gemeint ist, weiß ich auch nicht. „evtl. Käse darüber oder so“ ist die Original-Fassung des Rezeptblattes, wie es mir vorlag, ich fand es irgendwie putzig.

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Tag 9 – Die Facetten des Lebens, Schlumpfengrüße und eine verhinderte Stadtführung

Der Tag sollte um 7:15 Uhr beginnen. Eigentlich. Aber irgendwie auch doch nicht. Ich kläre das einleitende Gestammel sogleich auf. Der Wecker war auf 7:15 Uhr gestellt, ich war schon vorher wach, aber der Wecker war versehentlich nicht scharf, und ich schlummerte bis 7:22 Uhr. Ups, Frühsport um 7:30 Uhr, das wird eng. Also schnell in die Sportklamotten und ab in den Keller zur Turnhalle, wo man sich schon warm lief. Nach den Dehn- und Gleichgewichtsübungen ging ich zur Sporttherapeutin, um mich nachträglich anwesend zu melden. Sie sah auf ihre Liste und meinte „Sie haben heute gar keinen Frühsport. Sie bekommen allenfalls ein Fleißsternchen.“ Waaaas!? Ich bin nun echt kein Freund des Frühsports, aber ich sah auf den Therapieplan – das ist erst morgen. Mist! Und zu allem Übel also morgen erneut!

Der Therapieplan, den ich in den vorigen Artikel für heute eingestellt habe, ist in Wirklichkeit der für morgen. Und ich habe es nicht mal gemerkt. Aber was hilft’s. Also erst einmal frühstücken, noch in Sportklamotten und unter Zeitdruck, denn sogleich folgte um 8:30 Uhr der nächste (bzw. eigentlich erste) Termin des Tages, ein Gesundheitsvortrag, den meine „Hausärztin“ hielt. Es ging um die Gesundheitsversorgung in Deutschland, welche Institutionen es gibt die in welchen Fällen helfen und welche dieser Institutionen bzw. Maßnahmen von den Krankenkassen und welche von Bundesversicherungsanstalt für Arbeit finanziert werden. Ich hatte das mit „man muss hier vier Vorträge hören“ wohl falsch verstanden (es kam mir auch wenig vor, gemessen an der Zeit, die man hier ist und der Anzahl der Vorträge, die angeboten werden, es gibt eigentlich jeden Tag welche, manchmal sogar zwei). Man soll wohl vier Vorträge zu jedem Thema hören. Naja… so genau nimmt das auch keiner wirklich, weil die Anwesenheit hier nicht festgestellt wird.

Achtung, Ingress-Absatz!
Nach dem Vortrag hatte ich mehr als eine Stunde Zeit ging ich zum Kreisel, meine Portale dort besuchen. Leider ging gar nichts, ich konnte nicht hacken. Ich fragte die hiesige Community, ob die ähnliche Erfahrungen machten. Einige hatten auch Probleme, und irgendwelchen Webseiten zufolge gab es wohl Bundesweit Probleme. Auch in der heimatlichen Community in Osna meldeten einige Schwierigkeiten. War aber ganz seltsam, weil das völlig unabhängig von Standort, Provider oder Handymodell aufzutreten schien. Jedenfalls machten sich so einige (und auch ich) Sorgen um unsere Sojourner-Medal – ohne Hacks würden die bisherigen 13 Tage halt verfallen, und man müsste wieder von vorne anfangen.

Grummel… bisher war es nicht mein Tag. Das Wetter war auch nicht besonders, neblig und kalt.

Wieder in der Klinik ging es alsbald zum ersten „echten“ Sporttermin des Tages, um 11:15 Uhr war Fitnesstraining angesagt. Ich erzählte der Sporttherapeutin, dass ich von der anderen Therapeutin die Geräte für die unteren Extremitäten verboten bekommen habe. Sie war aber anderer Meinung, ich sollte die ruhig machen, aber vorsichtig, nur soweit, dass es nicht zu Schmerzen kommt. Also machte ich diesmal den ganzen Zirkel mit, und das war auch viel befriedigender als halbe Sachen. Aber mal sehen, vielleicht gehe ich auch mal über die komplette Zeit nur aufs Ergometer oder so.

Gib niemals auf!

Keine Ahnung, ob das auch eine Patientenarbeit ist… eigentlich sieht es dafür zu professionell aus. Erinnert mich irgendwie sinnbildlich an das Ringen von uns „Fröschen“ um die Innenstadt in Elberfeld… Hatte schon überlegt, dem Storch eine Schlumpfenmütze auf den Kopf zu montieren.

Nach dem Training gab es Mittagessen, wieder in Sportklamotten und ungeduscht. Denn erstens war keine Zeit zum Duschen, und zweitens stand nach dem Mittagessen noch Walken an. Es gab einen Auflauf mit Gulasch, war sehr lecker, wie ich fand. Und natürlich Salat.

Achtung, Ingress-Absatz!
Ich hatte dann noch die Zeit, nochmal zum Kreisel zu gehen, um meine Sojourner-Medal zu retten. Zum Glück waren offenbar alle Störungen inzwischen beseitigt, es klappte.

Anschließend also Walking. Ja was nun? Therapeutin A hatte mich aus dem Verkehr gezogen, aber das wusste ja Therapeut B nicht. Also musste ich auf jedenfall hin und mich anwesend melden. Was ich auch tat. Therapeut B war genau wie Therapeutin C (die mich alle Fitness-Geräte hat absolvieren lassen) anderer Meinung als Therapeutin A: Nicht die Übung komplett absetzen, sondern eben in einem verträglichen Bereich absolvieren, d.h. beim Walken eben ggf. langsam. Ich wählte von vorneherein die langsame Gruppe. Der Therapeut beobachtete mich, wies mich auf meine Schonhaltung hin und ermahnte mich, gleichmäßig abzurollen. Leider habe ich mir schon lange einen humpelnden, unregelmäßigen Gang angewöhnt, der nicht gut ist. Um da rauszukommen muss ich mich beim Laufen schon sehr konzentrieren. Das übte ich halt beim Walken. Nicht so einfach. Es war auch halt nicht so angenehmes Wetter, und ich freute mich darauf, endlich zu duschen und aus den Sportklamotten rauszukommen.

Zurück in der Klinik ging es dementsprechend unter die Dusche. Anschließend war um 15:00 Uhr Gestaltungstherapie angesagt. Es reichte noch für einen Cappuccino vorher.

Bei der Gestaltungstherapie gab es diesmal keine Einzel-, sondern eine Gruppenaufgabe. Es gab einen riesigen Papierstreifen von der Rolle auf dem Tisch. Die Aufgabe war, „die Facetten des Lebens“ darzustellen, als Gruppenarbeit. Dafür war eine Dreiviertelstunde zur Gestaltung, und eine Dreiviertelstunde für die Reflexion vorgesehen. Also begann erst einmal ziemlich chaotisch ein Brainstorming, wie wir das aufteilen wollten. Schließlich brachte ein Gruppenkollege da etwas Struktur hinein, indem er Optionen aus dem Brainstorming notierte und begann, das Gespräch zu leiten. Das war gut. Leider wurde es dennoch ungemütlich, weil ein Gruppenkollege sich komplett ausklinkte, aber da möchte ich hier nicht so ins Detail gehen. Ich war auch nicht so gut drauf und hatte auch so meine Schwierigkeiten beim Vorgespräch und auch bei der Umsetzung. Aber belassen wir es dabei, ich mag hier im Blog nicht so gern zu viel erzählen, was so persönliche Auseinandersetzungen angeht. Wie auch immer, ich hatte mit einem Gruppenkollegen die Facetten „Wut, Hass, Hunger“ umzusetzen, danach fühlte ich mich auch gerade. Wir haben das meiste als Collage gestaltet. Leider gab es fast nur Frauenzeitschriften. Ich brauchte eigentlich U-Boote und Kampfflugzeuge, aber es gab nur Flolene Silberfisch und so. Also musste ich meine Symbole der Aggression selbst malen. Wie auch immer, ich war die ganze Zeit nicht sehr glücklich. Wir hatten ein bisschen Zeitdruck in der Umsetzung, weil wir im Vorfeld zu lange diskutiert hatten, erinnerte mich an einen typischen Projektverlauf bei der Arbeit. Wir bekamen noch etwas mehr Zeit, aber dann war Schluß, und es wurde jedem die Frage gestellt, „was es denn jetzt mit uns gemacht hat“ – ist schon blöd und klischeemäßig, aber diese Frage kommt tatsächlich manchmal. Genauer gesagt ging es um die Diskussionsrunde vorher, und was wir dabei so gefühlt hatten. Jeder durfte auch die Aussage verweigern. Ich tat es nicht, konnte aber auch nicht so wirklich beschreiben, was mir eigentlich so sehr über die Leber gelaufen war und verzettelte mich in zu viele Worte. Natürlich war das Verhalten des Kollegen, der sich ausgeklinkt hatte, ein Thema. Wie auch immer, es war geschafft und wir verließen den Werkraum.

Ich hatte bis zur nächsten Veranstaltung mehr als eine halbe Stunde Zeit, genug für einen weiteren Cappuccino und ein Stück Gebäck in der Lobby. Als nächstes stand ein Vortrag „Soz. Medizin 1&2 an.“ Der wurde von einer der beiden Damen vom sozialen Dienst vorgetragen. Es war endlos langweiliger Behördenkram. Wie man einen Behindertenausweis beantragt, wer das machen kann, welche Vorteile damit einher gehen können, was die Unterschiede zwischen Behindert und Schwerbehindert sind etc. Okay, für einige war es interessant, es wurden auch einige Fragen gestellt. Und ich denke mir, klar, es kann mich mal durchaus betreffen mit meinen Defekten. Aber wer weiß, wann, und dann habe ich die Namen der Verbände, die einem in so einer Situation helfen können, schon längst wieder vergessen. Eigentlich eher schon jetzt, wenn ich ehrlich bin. War also nicht so pralle.

Anschließend war Abendessen angesagt. Als ich gerade mein Tablett füllte, bekam ich eine Nachricht von zwei Leuten aus der hiesigen Frosch-Community, die, glaube ich, ein Ehepaar sind (zumindest haben sie Kinder zusammen). Die habe ich „in echt“ noch nicht getroffen, aber die haben mich schon mal irgendwann zu einer Stadtführung eingeladen. Und nun fragten sie mich, ob ich heute dabei sein wolle, man könne mich auch abholen. Ich sagte spontan zu, wir klärten meinen Standort, und ich fragte, wann die denn hier wären. Die Antwort war 15 Minuten, wenn der Verkehr es zuließe. Ich sagte, das schaffe ich, schlang mein Abendessen hinunter und ging in mein Zimmer, meine Jacke und einen Zusatzakku holen. Dann kam die Nachricht, man käme etwas später, der Verkehr sei schlimm. Danach die Frage, bis wann ich es nach Barmen schaffen könne. Ich antwortete, ich würde wohl mindestens eine Dreiviertelstunde brauchen. Das war dann zu spät, man würde um 19hundert starten. Hm. Ich war nur ein bisschen enttäuscht, mir ging das ohnehin alles zu hastig. Ich schrieb dann, ich würde da gerne mal teilnehmen, aber bitte mit etwas mehr Vorlaufzeit, weil ich hier nun einmal außerhalb („am Ar… der Welt“, wie die sich ausdrückten), wohne. Ich schrieb denen, dass man eine Klinik nun mal nicht neben die Bayer-Werke baut. Die entschuldigten sich und ich schrieb, gerne ein anderes mal, also alles gut, und ich konnte den Abend gechillt angehen.

Nun, das bedeutet also, den Blog schreiben und nebenbei mit ein paar Leuten chatten. Achja, ich habe meine Verwandten in Hemer angerufen und mit denen klargemacht, dass ich die von Ostersamstag bis Ostersonntag besuchen komme. Da bin ich dann also zumindest einen Teil von Ostern auch gut aufgehoben. Ostermontag ist hier, meines Wissens, ganz normales Programm, weil die Rentenversicherung zwei komplett freie Tage hintereinander hier nicht durchgehen lässt. Was natürlich bedeutet, dass das Personal da auch arbeiten muss.

Wie auch immer, das war also der heutige Tag. So richtig warm mit den Leuten bin ich noch immer nicht geworden, ein paar finde ich ganz sympathisch. Mit anderen habe ich wiederum so meine Probleme. Ein paar Leute, mit denen ich vielleicht mal ganz gerne was machen würde, haben schon ihre Cliquen, und ich möchte mich niemandem aufdrängen. Aber es kommt auch noch was anderes dazu: Ich bin gar nicht sicher, ob ich überhaupt so irre scharf drauf bin, hier mit den Leuten unbedingt was zu machen und Beziehungen zu knüpfen. Denn ich kann mich auch alleine beschäftigen, wenn ich viel Zeit habe, fahre ich nach Wuppertal oder sonst wohin und spiele Ingress und treffe mich mit anderen Spielern. Ich frage mich… will ich hier nur Leute kennenlernen, weil man das von mir erwartet? Auch ich selber? Ich hab hier den ganzen Tag die Leute um mich herum, da mag ich abends meine Ruhe, bisschen bloggen und chatten. Daher habe ich keine Lust, irgendwas zu forcieren. Wenn sich etwas ergibt, gut – aber auch sonst komme ich klar. Beschäftigen kann ich mich immer – ich kann lesen, schreiben (Blog oder Karten und Briefe), ich hab was zum Basteln dabei und kann in der Stadt immer Ingress zocken. Mehr brauche ich nicht unbedingt. Und dann stelle ich mir die Frage… würden solche Klinik-Beziehungen über die Klinik-Zeit hinaus halten? Will ich das auch eigentlich? Ich habe jetzt schon viele Bekannte und Freunde, ich brauche nicht unbedingt mehr. Und Beziehungen nur für die Klinik-Zeit? Will ich das? Ist das nicht den jeweiligen Leuten gegenüber unfair?

Ach, ich mach‘ mir einfach zu viele Gedanken. Ich nehme es einfach, wie es kommt. Morgen kommen neue Leute in die Gruppe. Diejenigen, die bald abreisen, werden noch dabei sein.

Schlumpfenkarte

Grummel… man will mich fertigmachen! Nein, mal wirklich… ich habe mich sehr gefreut! Vielen Dank und ganz liebe Grüße an den ganzen Chor. Die Karte hängt jetzt neben einem „Werk“ von mir aus der Kunsttherapie an meinem Magnetstreifen.

Achja, heute habe ich eine liebe Karte vom Chor bekommen. Vielen Dank an Bärchen für die liebevolle Gestaltung. Aber es hätte gerne eine GRÜNE Karte mit weniger Schlümpfen und mehr Fröschen sein dürfen!!!

So, hier (nochmal, aber jetzt in echt) der Therapieplan für morgen:

07:30 Uhr – Frühsport

09:30 Uhr – Therapeutische Gruppe

13:00 Uhr – Patientenforum

14:00 Uhr – Sport und Bewegung

15:30 Uhr – MAT Gruppe

19:00 Uhr – Wochenendplanung

Kacke, schon wieder Frühsport. Deswegen muss ich auch bald mal ins Bettchen.
Bis bald.

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Tag 8 – Indi Stress, Erbsenaufstrich und Powerauflauf

Dieser Artikel ist 100% Ingress-frei!

Mein Therapieplan von heute:

08:30 Uhr – Indi Stress

10:15 Uhr – Fitnesstraining

11:00 Uhr – Kochgruppe

15:45 Uhr – Therapeutisches Einzelgespräch

17:30 Uhr – Einführung Sozialdienst

19:00 Uhr – Abendrunde

Der Wecker piepte um 07:15 Uhr. Ich hatte meine erste Anwendung erst um 08:30 Uhr, „Indi Stress“, was immer das heißen sollte, in der Therapiegruppe. Zuerst war die Frage, wo das denn womöglich wäre. Auf dem Zettel stand HS1 Paris. Vielleicht würde es aber auch bei Wuppertal 2 bleiben, wo wir uns mit der Gruppe normalerweise treffen. So setzte sich ein Teil der Gruppe in Wuppertal 2, und jemand ging Paris checken. Der Aufklärer kam zurück, wir gingen hoch zum Therapiezentrum, und dort hockte der Therapeut bereits mit einer anderen Gruppe. Wir wurden mit dieser also zusammengelegt, da Paris aber zu klein für die beiden Gruppen war, zogen wir in den Vortragsraum um. Dort bildeten wir einen Stuhlkreis.

Es wurde dann eher ein Vortrag, aber ein guter. Der sympathische Therapeut (ich kannte den bisher nicht, es war nicht die übliche Vertretung unserer Bezugstherapeutin durch den Oberarzt) sprach über unsicheres, sicheres und aggressives Verhalten. Er führte Situationsbeispiele an und beschrieb dann die drei Verhaltensvarianten in der jeweiligen Situation, und das anschaulich, sympathisch und humorvoll. Ich konnte sehr gut zuhören. Er sprach über verschiedene Techniken des Nein-Sagens, z.B. „Sprung in der Platte“ (nicht zu verwechseln mit „Sprung in der Schüssel“, das ist was anderes…). Das bedeutet: Einfach nur wiederholen „Nein, ich möchte nicht“. Das wirkt natürlich unhöflich bis bescheuert, weshalb man die Technik des „Vernebelns“ hinzufügen kann, das bedeutet in der Praxis in etwa „Du, finde ich total lieb, dass Du fragst, aber ich möchte gerade nicht.“ Und dann kam auch die sogenannte „Sandwich-Technik“ zur Sprache: Vernebeln, dann etwas eher unangenehmes sagen, wieder vernebeln, z.B. „Du, schön dass wir uns endlich mal wieder treffen. Ich wollte Dir aber schon immer mal sagen, es ist nicht so schön, dass Du mich kaum zu Wort kommen lässt. Aber ich rede trotzdem immer gerne mit Dir.“ (hm, die Worte des Therapeuten waren noch eleganter gewählt, aber inhaltlich war es etwa so).

Das Handout dazu basierte, dem Therapeuten zufolge, auf einem Buch namens „Sag nein ohne Skrupel„, welches er aber dennoch nicht unbedingt empfehlen wollte.  Stattdessen empfahl er zu dem Thema ein anderes Buch namens „Die Psychologie des Überzeugens – wie Sie sich und ihren Mitmenschen auf die Schliche kommen.“ Er erwähnte dieses Buch im Kontext zu Manipulationstechniken. Dabei ging es ihm weniger darum, uns das Manipulieren von Mitmenschen ans Herz zu legen, als eher Manipulationstechniken, die andere an uns anwenden, schnell und sicher zu erkennen. Auch dazu nannte er Beispiele (auch eine Situation, die er selbst erlebt hatte) und auch ein Experiment, welches dazu mal durchgeführt wurde. Klassisches Beispiel ist: Der Chef lädt zu Weihnachten sein Team zum Essen ein, lobt alle für die gute Arbeit… und nächstes Jahr, naja, da werden die Anforderungen steigen, und alle müssen noch mal bisserl mehr Gas geben, aber es war ein sehr gutes Jahr, vielen Dank an alle. (Übrigens typisches Sandwich.) Manche Leute in der Gastronomie haben ihre Techniken, um mehr Trinkgeld zu bekommen. Man muss immer auf der Hut sein, wenn Freundlichkeiten kurz darauf irgendeine Bitte, oder auch eine Verhandlung folgt. Der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der einem einen Aufkleber „schenkt“ und dann um eine Spende bittet, zum Beispiel. Ich bin auch schon einmal im Urlaub sehr heftig und erfolgreich manipuliert worden, danach fühlte ich mich richtig ätzend. Es schadet nicht, sich dagegen wappnen zu können. Aber was „Indi Stress“ eigentlich bedeutet, weiß ich immer noch nicht.

Gut, die Veranstaltung hat mir also gefallen, ein bisschen Pause. Ich legte mich noch mal kurz auf’s Ohr. Danach ging es zum Fitnesstraining. Übrigens mit derselben Sporttherapeutin, die mich am Vortag beim Walken aus dem Verkehr gezogen hatte.

Und daran erinnerte sie sich auch und fragte nach meinem Befinden. Wahrheitsgemäß gestand ich, dass ich mit den Hüftgelenken, besonders rechts, und mit Knie- und Fußgelenk links Probleme hätte und dass das Fahrwerk daher bei Belastung an verschiedenen Ecken rumzickt. Sogleich verbot sie mir vorerst alle Maschinen, die die unteren Extremitäten belasten, und das ist halt mal gut die Hälfte. Auch doof, aber ich hatte meinen Frust schon im Wesentlichen gestern abgelassen und auch damit gerechnet, so dass es sich diesmal sehr in Grenzen hielt. War trotzdem bisschen blöd, immer die gleichen Maschinen zu benutzen und so viel nicht machen zu dürfen. Da ich um 11 Uhr kochen hatte und da nicht in meinen Sportklamotten auflaufen wollte, entschuldigte ich mich um 10:45 Uhr vor dem Ende der Einheit und ging mich umziehen. Ich hatte nicht viel geschwitzt, so dass ich nicht unbedingt duschen musste.

Menü und Vollkornbrötchen

Das Menü mitsamt Rezepten und ein letztes Vollkornbrötchen, welches übrig geblieben war

Also ging ich kochen. Das fand in der sogenannten „Lehrküche“ statt, unter Anleitung einer Diätassistentin. Es war übrigens dieselbe, deren Vortrag über Cholesterin ich vor kurzem nicht so toll gefunden hatte. Aber in der Lehrküche machte sie einen guten Job, sie war sympathisch und hatte für uns ein schönes, vegetarisches (manch einer mag hier schon Widerspruch wittern) Menü zusammengestellt. Als ich das zunächst auf dem Handout-Zettel las, war ich erst mal nicht so begeistert:

Brotbelag: Zucchini, Erbsenaufstrich, Rote-Bete-Aufstrich

Vollkornbrötchen

Bunter Salat

Powerauflauf

Obstsalat

Uff.. das klingt aber mächtig grünlich. Wir waren übrigens sechs Leute plus Diätassistentin. Als die Aufgaben verteilt wurden, entschied ich mich feige für den bunten Salat. Ich hatte also Eisbergsalat, Möhre, Schnittlauch, Petersilie und Kohlrabi zu schnibbeln und ein Dressing aus 1 EL Senf, jeweils 2 EL Essig und Öl (Tipp: Senf verbindet Essig und Öl) zusammenzurühren und mit Zucker, Salz und Pfeffer abzuschmecken. Das war dann auch keine so große Herausforderung.

Alle machten einen guten Job, es war alles gelungen. Zuerst gab es die Brötchen wahlweise mit gebratenen Zucchinischeiben, Erbsen- oder Rote-Bete-Aufstrich als Antipasti. Den Erbsenaufstrich fand ich lecker, ich probierte sogar den Rote-Beete-Aufstrich, aber naja, ich mag das Zeug immer noch nicht. Dann gab es den Powerauflauf, bestehend aus Getreide, Spinat, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Käse und Gewürzen. War ganz lecker, und die Getreidekörner gaben dem Ganzen angenehm Biss. Als Nachtisch gab es dann halt den Obstsalat. Alles ganz sättigend und lecker. Mal sehen, die Rezepte habe ich natürlich noch, auf Anfrage hacke ich sie hier gerne rein.

Nach dem Essen hatte ich erst um 15:45 Uhr den nächsten Termin, also über zwei Stunden Zeit. Zuerst nutzte ich das für meinen täglichen Spaziergang für den Hac…, äh, um mal nachzugucken, ob auch keiner den Kreisel geklaut hat. Dem war nicht so, also konnte ich beruhigt zurück zur Klinik gehen und noch richtig ausgiebig an der Matratze horchen, bevor ich um viertel vor vier mein therapeutisches Einzelgespräch hatte.

Dies fand bei – weil unsere und damit auch meine Bezugstherapeutin im Urlaub weilt – wieder mal einer anderen Therapeutin statt. Ich kannte sie schon von einem Vortrag über das Buch über den Gefühls- und Befürfnisnavigator. Hübsche Frau, eigentlich will ich keine hübschen, jungen Therapeutinnen, damit ich mich voll auf den Therapieinhalt konzentrieren kann. Außerdem missfällt es mir sowieso gerade ein bisschen, dass ich wegen des Urlaubs meiner Bezugstherapeutin so ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel angesagt ist. Aber ich kann es halt nicht ändern.

Es war dann ein ganz angenehmes Gespräch. Ich erzählte ihr natürlich von meinem Grätenfrust nach dem abgebrochenen Walking und dass ich das dann vor die Gruppe gebracht habe, was sie mutig von mir fand. Wir kamen dann über meine Hinweise, dass es mir nicht nur aus Machismo, sondern auch aufgrund von Pflichtbewusstsein stört, nicht alle Übungen mitmachen zu können, auf das Thema „Nein sagen“ und „eigene Bedürfnisse erkennen und achten“. Sie meinte am Ende, ich würde oft „ich muss…“, „ich sollte…“ und „ich darf nicht…“ sagen. Es gab dann als Hausaufgabe, etwas dazu zu schreiben, woher diese Sätze meiner Ansicht nach kämen. Und nach welchen Sätzen ich leben möchte. Das bekommt dann meine Bezugstherapeutin.

Danach hatte ich eine Stunde Pause. Ich wollte einen Kaffee aus dem Café Dallucci und ging mit meinem Laptop in die Lobby, ein bisschen Blog schreiben, während ich meinen „Sweet Love“ (Latte mit Amaretto-Aroma) schlürfte. Viel geschrieben habe ich nicht, obwohl ich mich ein wenig abseits in eine Art kleinen Wintergarten (ich kann es gerade nicht besser beschreiben, auch wenn das nicht ganz passt) gesetzt hatte. Denn ich habe mich trotzdem eine Weile mit einem Kollegen aus der Gruppe unterhalten, der sich aus technischer Sicht für den Blog interessierte, und dem ich ein wenig über die Möglichkeiten von WordPress erzählte.

Anschließend folge ein Vortrag über den Sozialdienst. Das ist hier ein Team aus zwei Frauen, die Hilfe bei Anträgen verschiedener Art, z.B. für Nachsorge oder Wiedereingliederungsprogramme etc. anbieten. Es war der erste von insgesamt drei Vorträgen. Es ging unter anderem um die 10 Euro Zuzahlung pro Tag (die ich zu löhnen habe, also 420 Euronen) bzw. wer davon befreit ist. Und um Übergangsgeld. Vieles ist für mich, zumindest jetzt und hoffentlich nie, nicht relevant. Aber es gibt hier Leute, die seit langem krank geschrieben oder arbeitslos sind. Ziel ist natürlich, aus den Patienten wieder Stützen der Gesellschaft zu machen, und dafür gibt es natürlich Programme zur stufenweisen Wiedereingliederung, Umschulung und so weiter. Und dabei hilft der Soziale Dienst.

Mit den Vorträgen ist es so, dass die Patienten angehalten sind, während ihres Aufenthaltes in der Klinik mindestens vier zu hören. Aber alle stehen immer im Therapieplan, weshalb ich das anfangs für Pflichtveranstaltungen gehalten habe. Bisschen doof ist, dass im Therapieplan immer ziemlich vage steht, um was es eigentlich geht – genaueres steht nur am schwarzen Brett. Naja, ich denke, ich werde weiterhin zu vielen Vorträgen gehen, es soll wohl nicht schaden.

Anschließend gab es Abendessen. Eine Patientin hatte am schwarzen Brett gefragt, wer noch Lust hätte, nach Bochum zum Musical „Starlight Express“ zu fahren. Ich fragte die Leute an meinem Tisch, ob die jemand kennen würden, und siehe – es war eine an meinem Tisch. Sie führe mit dem Auto, hätte noch Platz, sie hätte telefonisch bestellt, und sie könne ihr Ticket dann an der Abendkasse abholen. Ich hatte Interesse, schließlich habe ich musicaltechnisch Nachholbedarf.

Nach dem Abendessen brachte sie die Telefonnummer und eine weitere, interessierte Frau mit in die Lobby. Zwar begann ein weiterer Vortrag, der nur mit „Abendrunde“ auf dem Plan stand (vage hatte ich mitbekommen, dass es womöglich um irgendwelche Öle zur Aromatherapie gehen sollte), aber ich schwänzte den dann doch, weil ich Tickets bestellen wollte. Ich wählte also die Nummer, um für mich und die dritte Patientin zwei Karten zu bestellen. Hm, ich bekam schnell einen Gesprächspartner, der mich aber sogleich weiterleitete. Als ich mein Anliegen vorbrachte, wurde ich nochmals weitergeleitet. Bei der dritten Person stürzte dann während des Prozederes der Computer ab. Ich habe keine Handyflatrate und telefonierte schon über sieben Minuten mit dem Gurkenverein und wurde auch langsam richtig sauer und ließ mich zurückrufen. Ich ging auf mein Zimmer und begann, zu bloggen.

Es dauerte eine halbe Stunde, bis die Dame zurückrief, und bei der Eingabe meiner Daten stürzte ihr Computer angeblich noch mal ab, so dass sie nochmals zurückrufen musste. Dann allerdings klappte es (hoffe ich zumindest). Jedenfalls habe ich jetzt eine Auftragsnummer, so dass die zwei Tickets für mich und die andere Patientin auf Plätzen neben dem der Initiatorin der Aktion am kommenden Mittwoch an der Abendkasse bereit liegen sollten. Ich bin gespannt. Wenn man schon krank ist, darf man sich auch mal was gönnen, finde ich.

Ich beendete den Blog-Eintrag vom Vortag… und nun auch den von heute.

Mein Therapieplan für morgen:

07:30 Uhr – Frühsport

09:30 Uhr – Therapeutische Gruppe

13:00 Uhr – Patientenforum

14:00 Uhr – Sport und Bewegung

15:30 Uhr – MAT Gruppe

19:00 Uhr – Wochenendplanung

MAT bedeutet, glaube ich, „mentale Aktivierung“. Was das genau ist, weiß ich nicht, aber das ist wohl eine Therapie, um die „kleinen grauen Zellen“ irgendwie anzuregen. Hatte ich noch nicht, aber morgen weiß ich ja mehr. Wochenendplanung ist ja auch eher so ein pro forma Termin, da wird wohl wieder nicht wirklich etwas draus. Theoretisch könnte ich mich morgen nach der MAT in die Stadt absetzen, aber ich weiß noch nicht, ob ich Lust dazu habe. An sich wäre anstatt Elberfeld mal Barmen angesagt, das soll auch eine interessante Einkaufsgegend sein, wo es auch viele Port… äh, interessante Geschäfte gibt. Mal sehen. Gute Nacht.

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Tag 7 – Frustgräten und Raumschiffhangare

Warnung: Kann Spuren von Ingress enthalten!

Mein Tag begann um 6:45 Uhr, um 7:00 hatte ich eine Einheit Frühsport. Die Zeit war übrigens etwas zu knapp bemessen. Wie am Vortag bei der Ballgymnastik konnte ich einige Übungen nicht oder nur unter Schmerzen absolvieren. Das macht mir physisch und psychisch zu schaffen.

Nach dem Frühstück hatte ich noch etwas Zeit und legte mich gleich noch mal für eine halbe Stunde auf’s Ohr.

Anschließend war „Visite“, d.h. ich visitierte meine Hausärztin. Ich berichtete ihr von meinen Schwierigkeiten mit dem Fahrgestell, und sie empfahl mir, die problematischen Übungen auszulassen und mit den Sporttherapeuten zu sprechen, was ich vielleicht stattdessen machen könnte, was gut für meine Beweglichkeit ist. Außerdem soll ich wohl einen Einzeltermin Physio bekommen, damit ich da mal durchgecheckt werde und Tipps bekomme. EKG und Blutwerte sind komplett in der Norm – ist ja auch was wert.

Blick von der Sonnenterasse

Blick von der Sonnenterasse der Klinik

Nach der Visite hatte ich etwa anderthalb Stunden Zeit. Das Wetter war herrlich, und ich ging mal just zum Kreisverkehr für den Hack des Tages. Das war eigentlich unnötig, denn da mein Therapieplan nur bis so 16:00 Termine aufwies, hatte ich ohnehin vor, in die Stadt zu fahren. Wieder zurück in der Lobby hatte ich Zeit für einen Kaffee und wollte eigentlich lesen, aber der Patient mir gegenüber (ich kannte ihn bisher nicht) erzählte mir so viel von seiner Geschichte, dass ich nicht zum lesen kam.

Ein Sporttherapeut und eine Sporttherapeutin erschienen und hakten ihre Namenlisten ab. Dann besorgte ich mir Stöcke, und es ging zum Sammeln auf den Parkplatz. Eine langsame und eine schnelle Gruppe wurden gebildet, die langsame unter der Führung der Sporttherapeutin. Ich entschied mich diesmal für die langsame Gruppe, weil sich mein Fahrwerk nicht gut anfühlte. Dann ging es los.

Ich kam nicht weit. Die Sporttherapeutin sah sich meinen Gang an und meinte, das ginge so gar nicht, ich solle zurück zur Klinik, die Stöcke an der Rezeption abgeben und stattdessen ein bisschen auf dem weichen Waldboden spazieren gehen. Das machte mich fertig. Mir machte das Walken echt Spaß, vor allem bei dem tollen Wetter, ich hatte mich sogar drauf gefreut, und dann werde ich so aus dem Verkehr gezogen. Ich war ziemlich depremiert und fühlte mich wie ein Wrack. Ich gab meine Stöcke ab und ging über den Golfplatz in den nahegelegenen Wald. Dort warf ich ein bisschen mit abgefallenen Ästen herum, um mich abzureagieren. Das Gelände war abschüssig, und unten plätscherte ein kleiner Bach. Ich ging da runter, um mir ein wenig das beruhigende Murmeln des Gewässers anzuhören. Aber das reichte alles nicht, um mich wirklich besser zu fühlen.

Fuchs im Wald

Reinecke begegnete mir unverhofft am Bach, wo ich mich zum Schmollen über mein Hüftproblem zurückgezogen hatte. Ich dachte, er wäre aus Holz geschnitzt, aber es entpuppte sich als Schaumstoff. Gleich als Portal eingereicht, versteht sich.

Ich ging zurück zur Klinik, duschte, und ging Mittagessen. Nudeleintopf mit Huhn, zwei Portionen Salat, Milchreis zum Nachtisch. Danach war Progressive Muskelentspannung (PMR) mit der Gruppe. Ich wußte schon vorher, dass mir das in der Stimmung mal gar nichts bringen würde, aber ich ging natürlich pflichtbewusst hin. Statt der im Plan stehenden Therapeutin kam ein Therapeut, machte irgendeine sphärische Dudelmusik an (alleine das geht mir manchmal auf den Keks) und betete die Anspannung von Zehen bis zum Kopf mit umgekehrter Entspannung vor. Ich kenne das eigentlich so, dass man sich zwar von Kopf bis Fuß durcharbeitet, aber nicht erst alles anspannt und dann alles entspannt, sondern immer anspannen, entspannen, nächstes Körperteil. Ich empfand das als anstrengender, und meine Fußgelenke taten schon beim Hochziehen etwas weh. Nach der ganzen Prozedur von Fuß bis Kopf das Ganze nochmal. Da hatte ich schon ziemlich den Kaffee auf. Am Ende dann in der Litanei des Therapeuten: „Sagen Sie zu sich selbst: Ich bin ganz ruhig!“ Ja, Pustekuchen, ich belüge mich doch nicht selbst, und schon gar nicht in meinem eigenen Kopf! Der Satz, den ich in Gedanken formulierte war eine noch etwas unschönere Variante von „Du kannst mich mal, Du Pissnelke!“

Es war nicht besonders entspannend. Wenigstens dauerte es nur 20 Minuten.

Anschließend hatten wir Depressionsgruppe. [redacted]

Dennoch tat es gut, darüber gesprochen zu haben, und da der Therapeut gut gelaunt auch noch ein paar Kostproben seines Humors von sich gab, konnte ich auch wieder lachen und es ging mir endlich besser.

Um 15:00 Uhr wäre eigentlich Musiktherapie angesagt gewesen, aber das fiel aus, ich glaube, wegen Krankheit des Therapeuten. Und damit hatte ich plötzlich den Rest des Tages frei. Also ab ins Zimmer, Jacke und Zusatzakku für das Schlaufon abgegriffen, und die Abfahrtszeiten der Busse gecheckt. Hm… reicht noch für einen Latte, dachte ich. Reichte dann doch nicht, aber egal, ich hatte genug Zeit.

Also via Bus und Schwebebahn ab nach Elbersfeld, zu fetten 8er-Farm der Schlümpfe. Aber ich wollte erst noch ein bisschen was einkaufen und erstand bei Galeria Kaufhof Briefpapier und bei DM eine Nagelschere und ein paar andere Dinge des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Duschgel. Es war sehr sonnig und ich hatte Bock auf ein Eis, McD war nebenan, also gab es ein McFlurry und ich habe den Restroom dort genutzt.

Dann also auf ins Gefecht. Ich hatte die Nase voll vom ständigen Item-Limit. Irgendwer musste bereits früher aufgeräumt haben, denn die Portale in meiner Nahe waren nur Level 7. Aber kaum hatte ich ein paar blaue Portale zerlegt und grün gemacht, fing die Schlumpfheit schon wieder an, hinter mir herzubasteln. Echt übel! Aber ich ließ mich nicht davon beeindrucken, schließlich hatte ich in der Gegend die Unique Captures noch nicht mitgenommen. Natürlich schaute ich mich gelegentlich argwöhnisch nach meinem Verfolger um, konnte aber auf die Schnelle niemanden identifizieren. Ich finde, die Schlümpfe sollten gefälligst weiße Mützen tragen, damit man sie sofort erkennt! Also konzentrierte ich mich lieber darauf, schnell grüne Resos in graue Portale zu setzen, bevor der Gegner da seine Dinger reinstecken konnte. Es gelang mir nicht immer. Irgendwann gab sich einer der Bastelschlümpfe sich mir zu erkennen, ein Mann mittleren Alters (also vielleicht etwas älter als ich) und stellte sich vor. Sein Nick war jedenfalls „Schuchard“, und dem gehörte am Samstag gefühlt die halbe Innenstadt, vor allem aber „bergauf“. Sein Homeportal soll lt. „knorki“ eine orthodoxe Kirche „oben“ sein (man kommt über Tippen-Tappen-Tönchen dahin), ich hab das schon mal eingenommen. Apropos Tippen-Tappen-Tönchen, ich arbeitete mich in Richtung dahin, also zur St. Laurentius – Kirche. Denn an Tippen-Tappen-Tönchen startet eine Mission durch das Luisenviertel, und die wollte ich auch absolvieren.

St. Laurentius bei Dunkelheit

St. Laurentius bei Dunkelheit

Das Ding war mit einer Dauer von einer Stunde angegeben, eine reine Hacker-Mission. Aber es waren eine Menge Portale, und da ich nicht immer nur hackte, sondern die Portale auch einnahm, dauerte es länger als eine Stunde. Ich gelangte dabei dann zu der Kirche… die in Google Maps offenbar nicht eingezeichnet ist und deren Namen ich vergessen habe. Grrr! Wie auch immer, es war schon dunkel, ich zog auf der Mission um die Häuser, und es war schon so eine Sache, bis ich das endlich – wieder in der Nähe der St. Laurentius – Kirche – fertig hatte. Also wieder zurück ins Stadtzentrum Richtung Hauptbahnhof, weitere 8er-Portale knacken.

Hier durfte feststellen, dass die Schlümpfe alle Schäden, die ich angerichtet hatte, weitgehend schon wieder repariert hatten. Nun denn. Wenigstens hatte ich das Item-Limit-Problem hinter mir, weil ich etwa 500 8er Burster verschossen hatte und alles, was ich an kleinen Resos hatte, deployt war. Ich ballerte am Brunnen vor dem Rathaus etwas unmotiviert mit weiteren 8er-Burstern herum, als „klabauterstern“, diesmal mit vier Jungs, plötzlich vor mir auftauchte. Einer wollte wissen, wie lange ich denn noch vorhätte, zu spielen. „Wieso, willst Du endlich Feierabend machen?“, entgegnete ich. Aber ich konnte die Leute beruhigen. Es war schon nach 20 Uhr, ich wollte noch was essen gehen und dann vor 21 Uhr die Schwebebahn nach Oberbarmen nehmen. Also zog „klabauterstern“ mit ihrer fröhlichen Bande weiter, um die restlichen Schäden, die ich an ihrer Farm angerichtet hatte, zu kitten – und ich ging zum Café Extrablatt, was essen. Es gab panierte Hühnerteile mit Pommes und Pizzabrötchen, zu trinken ein alkoholfreies Weizen. Hm, gerade fällt mir auf, dass die in Osnabrück immer noch etwas Honigmelone dazu servieren.

Ich schaffte nicht die Bahn, die ich bisher immer zurück nach Oberbarmen genommen hatte, sondern eine später. Coolerweise konnte ich in der ersten Reihe Platz nehmen und dem Fahrer über die Schulter schauen. Schon auf der Hinfahrt hatte ich in der zweiten Reihe gesessen, da konnte man auch schon gut nach vorne sehen, aber direkt hinter dem Fahrer ist es klasse. Nur war es diesmal dunkel, und durch die Scheibe zwischen Fahrgastabteil und Fahrerkabine spiegelte der Innenraum des Fahrgastabteils, so dass Fotos oder Videos nicht gut geworde wären. Aber dafür mutete aus der Perspektive das Einfahren in die hell erleuchteten Bahnhöfe aus der Dunkelheit über der Wupper heraus ein bisschen an, als flöge man mit einem Raumschiff in einen Hangar. Oder einen Flottentransporter oder so. Naja… zumindest unter der Voraussetzung, dass man nicht auf das eher übersichtliche und altmodische (die Wagen sind halt aus den 70ern) Amaturenbrett schaut… Aber durch das In-die-Kurve-Legen der Bahn, auch gerne direkt mal vor einer Station, und den Reihen von Leuchtstoffröhren in den Bahnhöfen sieht es wirklich ein bisschen so aus, als führe man nicht ein, sondern flöge und landete.

Wie auch immer, obwohl ich diesmal später vom Hbf zurück nach Oberbarmen als Samstag und Sonntag, bekam ich den 21.18 Uhr – Bus zur Schmiedestraße. Also war ich kurz vor 22 Uhr zurück im Zimmer. Es war mir schon zu spät, um den Artikel komplett zu schreiben, also schrieb ich noch ne Stunde und ging dann schlafen.

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Tag 6 – Aggroalarm: Gefühlsnavigator, Ballgymnastik und Cholesterinkunde

Mein Wecker piepte um viertel nach acht. Duschen und Anziehen (Duschen war diesmal kein Fehler ich hatte erst nachmittags eine Sporteinheit), dann zum Frühstück.

Apropos, hier mein Therapieplan von heute:

08:30 Uhr – Gesundheitsvortrag

10:00 Uhr – Therapeutische Gruppe

11:30 Uhr – Autogenes Training

15:30 Uhr – Trainingsgruppe

17:00 Uhr – Vortrag Ernährung

Nach dem Frühstück ging es also zum „Gesundheitsvortrag“. Es war eine Buchvorstellung: „Der Gefühls- und Bedürfnisnavigator: Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen. EineOrientierungshilfe“. Viele der Powerpoint-Folien waren auch einfach nur aus dem Buch eingescannt worden. Nun, die vortragende Ärztin war hübsch und lebendig, und den Inhalt fand ich durchaus interessant. Zuerst gab es eine Darstellung von drei Bereichen des Gehirns gezeigt: Das Stammhirn, welches für die Steuerung physischer Systeme und Reflexe zuständig ist, das Limbische System, in dem die Gefühle beheimatet sind, und das Großhirn, in dem die kognitiven Prozesse laufen, wo zum Beispiel Entscheidungen gefällt werden. Im Kontext wurden dann auch die Interaktion der verschiedenen Bereiche erläutert. Es ging zum Beispiel um sogenannte „Gefühlslandkarten“, die in dem Buch aufgelistet werden. Als Beispiele auf den Folien kamen „Gelassenheit“ und „Angst“ vor. Da wurden dann jeweils Auslöser, Wirkungen (auch körperliche Reaktionen) und typische Handlungsableitungen angeführt. Eine weitere Folie nahm Bezug auf ein mir bereits bekanntes Konzept: Das der Komfortzone, der Wachstumszone und der Panikzone. Klar, wenn wir nie aus der Komfortzone rausgehen, werden wir kaum neue Erfahrungen machen, kaum lernen, kaum wachsen und uns auch kaum verändern. Wenn wir aber zu viel Veränderung auf einmal wollen, dann überspannt man womöglich den Bogen und landet in der Panikzone. Normalerweise macht man dort so unangenehme Erfahrungen, dass man sich erst recht aus seiner Komfortzone nicht mehr raus traut. Bei der ManRes-Beratung meines Arbeitgebers war das sogar in Komfortzone, Gefahrenzone und Todeszone unterteilt, alles etwas drastischer. Dabei wurde gelehrt: In der Todeszone stirbt man einen schnellen Tod. Wenn man aber nie die Komfortzone verlässt und sich in die Gefahrenzone wagt, stirbt man in der Komfortzone einen langsamen Tod. Und wenn man die Komfortzone auch mal verlässt, erweitert man die Komfort- und die Gefahrenzone nach außen, d.h. der Bereich, in dem man sich bewegen kann, wird größer. Ist ja logisch, wenn ich eine Angst überwinde, habe ich mehr Freiheit. Ziemlich am Ende gab es noch ein Sprüchlein, welches sicherlich nicht absolut gilt, aber doch eine gewissen Wahrheit enthält:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte

Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Charakter

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Schicksal

Mal sehen, vielleicht kaufe ich mir das Buch sogar. Gibt’s bei Amazon für 12,90 Euronen.

Anschließend ging es nach einer Pause dann in die Therapeutische Gruppe. Unsere Bezugs-Therapeutin hat leider diese Woche Urlaub, daher wird sie von einem der Oberärzte vertreten. Natürlich kennt der die Gruppe und die Einzelfälle nicht gut oder auch gar nicht, daher hatte er zunächst natürlich keine Anknüpfungspunkte. Nachdem er sich vorgestellt hatte bat er dann die Gruppe um Themenvorschläge. Ich hatte ein Anliegen an die Gruppe. Am Anreisetag hatte ich mit den beiden Damen, die ebenfalls am vergangenen Mittwoch angekommen sind, an einem Tisch gesessen, das ist hier so üblich. Und oftmals bleibt es so, dass die gemeinsam Angereisten dann weiterhin Tischgemeinschaften bilden, und auch ich hatte mich bisher meist mit den besagten Frauen an einen Tisch gesetzt. Der Punkt ist nur, dass ich mich da nicht so wohl fühle. Mal versucht, es möglichst sachlich auszudrücken: Eine der beiden Damen steht der Einrichtung hier – eher die Unterkunft als die Behandlung, aber doch teilweise auch dem Personal- sehr kritisch gegenüber. Außerdem habe ich manchmal den Eindruck, sie ist allzusehr von ihrem eigenen Lebensmodell gegenüber anderen überzeugt. Das stört mich halt. Die andere Dame finde ich okay, eher neutral. Jedenfalls habe ich in meiner Therapiegruppe erstens um Asyl an einem anderen Tisch, und zweitens um Vorschläge für eine Handlungsstrategie gegenüber der Damen gebeten. Ich wollte ihnen ja auch nicht vor den Kopf stoßen. Ich bekam Asyl, und der Therapeut half mir mit einer Handlungsempfehlung weiter. Meine Idee war, denen zu sagen, dass ich lieber bei meiner Gruppe sitzen wolle, aber der Therapeut meinte, das würde bei den Damen auch nicht unbedingt gut ankommen und sei ja auch eher eine Ausrede, ich solle lieber ehrlich sein und sagen, dass ich mich da nicht so wohlfühle. Und – um es vorweg zu nehmen – genauso habe ich es heute beim Abendessen dann auch gemacht, und ich glaube, es war okay.

Ein Gruppenkollege schlug dann das Thema „Selbst- und Fremdwahrnehmung“ vor, was unter anderem zu den Fragen „Was kann ich tun, um mich selbst zu lieben?“ führte. Der Therapeut/Oberarzt vertrat die Meinung, dass wir alle uns selbst lieben würden – anders könnten wir gar nicht überleben. Interessanter Punkt, wie ich fand, aber es muss doch Unterschiede in der Qualitität geben. Na, genug über die Gruppentherapie, all zuviel möchte ich hier einfach auch nicht darüber schreiben.

Ziemlich unmittelbar im Anschluss war autogenes Training im Raum London angesagt, auch in der Gruppe. Ich schnappte mir eine Kuscheldecke und machte die Sitzung im Sitzen (manche ziehen es liegend vor). Es gab da so ein Insel-Meer-Sonnenschein-Szenario. Zwar war ich nicht voll konzentriert, aber das mit der Entspannung hat eigentlich ganz gut geklappt, würde ich sagen.

Anschließend gab es Mittagessen. Ein Stück totes Schwein mit Soße, Gemüse und Kartoffeln. Lecker.

Nach dem Mittagessen hatte ich echt lange Pause, erst um 15:30 Uhr stand der nächste Termin an. Zunächst nutzte ich das sonnige Wetter und unternahm meinen täglichen Spaziergang zum Kreisel, für meinen täglichen Hack. Leider ist das landschaftlich nicht so der Burner, immer an einer stark befahrenen Straße entlangzutapern, und das auch noch ohne Bürgersteig. Vielleicht sollte ich mir lieber ein anderes Zielportal suchen, es gibt wohl weiter entferntere Alternativen. Mal bei Gelegenheit einen Blick auf die Karte werfen, denn mir wäre ein weiter entferntes Zielportal für tägliche Hacks lieber, wenn die Zeit reicht, es nicht allzu sehr schüttet und dafür der Weg schöner wäre.

Als ich zurück war, hatte ich noch immer reichlich Zeit. Ich setzte mich mit einem Cappuccino und dem Laptop in die Lobby und tippte den Blogeintrag von gestern zuende. Leider schaute ich mir zuletzt nur die Vorschau an und vergaß, den Eintrag zu veröffentlichen, was ich vorhin erst festgestellt habe, sonst wäre der schon länger online. Na, egal, denke ich.

Danach hatte ich vor der heutigen Sporteinheit noch immer Zeit und ging noch eine Stunde schlafen.

Anschließend ging es zum Sport in den Raum „Wuppertal“, dort lagen bereits Matten auf dem Boden. Igitt. Bodenturnen hasse ich ja. Es wurden Übungen mit Gymnastikbällen gemacht, die das Gleichgewicht und ansonsten vor allem Bauch-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainierten. Ach, eigentlich waren Arme und Beine auch dabei. Leider gab es dabei ein paar Übungen, bei denen ich frustriert pausieren musste, weil mein kaputtes Hüftgelenk allzu sehr protestierte. Und das machte mich ganz schön aggressiv. Mir war natürlich mehrfach gesagt worden, dass es hier keine Sportnoten gibt, und dass es nicht um Leistung, sondern um die Steigerung des Wohlbefinden ging… aber sowas kann ich kognitiv zwar kapieren, aber es hilft mir im Moment wenig, wo ich das Gefühl habe, zu versagen.

Glücklicherweise war das dann nach einer gefühlt langen Dreiviertelstunde vorbei, und das Gefühl der Agression hielt nicht lange an… (auch wenn es später noch was zum ärgern geben sollte). Zunächst aber gab es eine Dreiviertelstunde Pause. Das Bodenturnen war zwar körperlich und mental anstrengend, aber ich hatte nicht viel geschwitzt, so dass ich nicht unbedingt duschen musste, ich tauschte nur die Sporthose gegen die Jeans und zog wieder ein Sweatshirt an.

Latte mit Mandelecke

Latte mit Mandelecke. Man gönnt sich ja sonst nicht. Außerdem, danach war ein Vortrag über Ernährung und ich dachte, falls man mich umdreht, lieber vorher noch ne leckere Mandelecke nehmen…

Da ein Vortrag zur Ernährung anstand, gönnte ich mir schnell noch einen Latte und eine Mandelecke. Ich wollte nebenbei ein bisschen Nachrichten auf dem Tablet lesen, aber ich wurde abgelenkt. In meinem Postfach fand ich einen Zettel, mich am Empfang zu melden.

Erwartungsgemäß hatte ich ein Paket, ich hatte nämlich bei Amazon etwas bestellt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Aktivlautsprecher von Bose mit eingebautem Akku, den man per Kabel oder drahtlos per Bluetooth z.B. mit einem Handy, Tablet oder auch Laptop verbinden kann. Dabei ist das Ding nur etwa so groß wie eine Halbliterflasche, also für Reisen oder halt meinen Aufenthalt hier super geeignet. Ich kannte die Tonqualität, weil ich das Patenkind meiner Schwester genau so ein Ding hat und ich es da schon mal an mein Handy gehängt hatte. Es kostet schon ’ne Mark, das Verhältnis Preis/Tonqualität ist nicht unbedingt toll, aber das Verhältnis Größe/Tonqualität finde ich schon beeindruckend. Wobei das ja immer auch ein Stück Geschmacksache ist. Jedenfalls klingt das Ding erheblich besser als die Lautsprecher im Laptop, Handy oder Tablet. Und da ich hier keinen Bock auf immer Stille im Zimmer und Kopfhörer keinen Bock hatte, habe ich mir das Teil gegönnt. Ich brachte das Paket in mein Zimmer und packte das Teil aus. Viel Zeit hatte ich nicht mehr. Zuerst ging auch gar nichts, ich musste das Gerät erst mal aufladen, also hängte ich es an den Strom.

Bose Soundlink Mini

Bose Soundlink Mini – man gönnt sich ja doch noch was. Für die Größe klingt das Ding echt gut, ist echt praktisch und wird sich alleine hier schon lohnen. Kost aber auch ne Mark.

Also auf zum zweiten Vortrag des Tages, gehalten von einer der Diätassistentinnen. Leider nicht von der sehr sympathischen und hübschen jungen Dame, die uns als Neuankömmlinge in den Speisesaal eingewiesen hatte, sondern von einer anderen jungen Dame. Das Thema war Colesterin und Arteriosklerose-Vorbeigung. Es ging halt um LDL und HDL („böses“ und „gutes“ Colesterin), wie gute und schlechte Werte aussehen, dass das Verhältnis der beiden Werte wichtig sind, darum, was Colesterin eigentlich ist, wozu wir es auch brauchen und so weiter. Und um den Einfluss von unserer Lebensweise (z.B. Ernährung, Sport, Rauchen) auf unsere Colesterinwerte. Und natürlich um Ernährungstipps, Vergleiche unterschiedlicher Lebensmittel in Bezug auf Colesteringehalte usw. etc. Am interessantesten fand ich noch die Folien, auf denen jeweils zwei ähnliche Lebensmittel verglichen wurden, wobei jeweils zu einem Lebensmittel eine deutlich fett- und colesterinärmere Alternative vorgestellt wurde. Aber insgesamt lief es doch auf das Übliche hinaus, was so ziemlich jeder weiß: Zuviel Zucker und Fett sind schlecht, viel Obst und Gemüse (fünf Handvoll am Tag) und Ballaststoffe sind gut, Alkohol, Rauchen und Bewegungsmangel sind natürlich auch schlecht. Aber was mich echt irgendwie schon wieder aggressiv gemacht hat, war eigentlich nicht der Inhalt, sondern die Art des Vortrages. Die arme Frau kann es wahrscheinlich einfach nicht besser. Manche Leute macht es aggressiv, wenn ich zu laut rede. Mich macht es aggressiv, wenn jemand bei einem Vortrag ohne Verstärkung zu leise redet. Ich saß in der ersten Reihe, und ich konnte auch jedes Wort verstehen, aber es nervte mich trotzdem: zu leise und zu monoton. Und ohne Pepp. Sie hat sich zwar bemüht, das ein wenig durch gelegentliche Fragen ans Auditorium aufzulockern, aber … es war einfach nicht so toll. Naja… vielleicht war sie nervös, immerhin war es auch eine junge Frau, die vor größtenteils Leuten sprechen musste, die älter waren als sie. Und dann waren da auch noch so ein paar Besserwisser im Publikum, die die Arme dann auch noch korrigiert haben. Wie auch immer, so toll war’s nicht.

Anschließend gab es dann Abendessen, so dass man sofort Gelegenheit zur Umsetzung – oder auch Sabotage – des Gehörten hatte. Ich hatte ein Vollkorn-Brötchen (gut), Butter und Käse (schlecht), Reissalat mit Gemüse (gut) und Wurstsalat (schlecht). Achja, wie schon erwähnt machte ich meinen bisherigen Tischgenossinnen klar, dass ich mich lieber woanders hin verfügen wollte und nahm an einem noch leeren Tisch Platz, an dem auch paar Leute aus meiner Gruppe saßen (bzw. noch nicht). Die meisten waren noch unterwegs gewesen und kamen erst später zum Abendessen.

Naja, nach dem Abendessen ging ich im Prinzip nur noch in mein Zimmer. Die Soundlink Mini war inzwischen geladen. Aus irgendeinem Grund konnte ich sie nicht mit meinem Handy koppeln (grrr), aber das ist hier kein Problem, am Laptop funzt es. Jedenfalls konnte ich beim Bloggen schön Musik hören. Jetzt ist es schon fast viertel vor elf, ich muss langsam mal ins Bett.

Mein Therapieplan morgen:

07:00 Uhr – Frühsport

09:15 Uhr – Visite (bedeutet, ich gehe zu meiner „Hausärztin“)

11:00 Uhr – Walking

13:00 Uhr – PMR Gruppe (Progressive Muskel-Relaxation, eine Entspannungsübung)

13:30 Uhr – Depressionsgruppe

15:00 Uhr – Musiktherapie

Oh… Musiktherapie. Hatte ich ja noch so gar nicht. Interessant. Und ein früher Start und ein früher Feierabend morgen. Je nachdem, wie lange die Musiktherapie dauert, könnte ich überlegen, noch in die Stadt zu fahren. Mal sehen. Bis morgen.

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Tag 5 – Unterwegs mit Fröschen und Schlümpfen

Warnung: Dieser Artikel ist sehr ingress-lastig!

Legende:
Grün – Frösche – offizieller Name „the enlightened“
Blau – Schlümpfe – offizieller Name „the resistance“

Ich hatte meinen Wecker auf 7:45 Uhr gestellt, wachte aber – vermutlich aufgrund meines Rhythmus hier – schon um 7:15 Uhr auf. Ich lungerte noch eine Viertelstunde im Bett herum und stand auf, duschte, und ging frühstücken. Ein Brötchen, ne Scheibe Brot, Conflakes/Müsli, Rührei (gibt es wohl nur am Sonntag, was absolut okay ist, schließlich ist das hier kein Hotel).

Dann besorgte ich mir eine neue Tageskarte, ging zur Bushaltestelle am Kreisel, fuhr nach Oberbarmen, enterte die nächste Schwebebahn und fuhr zum Hauptbahnhof. Ich wollte vor allem meine Translator-Platin-Medal fertig machen. Das war nach kurzer Zeit erledigt. Trotzdem wollte ich die gegnerische 8er-Farm nicht wegbomben – weiter so viele Glyph-Hack-Points in kurzer Zeit zu machen war doch zu verlockend. Aber ständig hatte ich zuviel Material am Item-Limit, und wohin damit, wenn man keine Burster schmeißen will? Ich bewegte mich weiter vom Zentrum weg, um etwas weiter außerhalb neue Unique-Visits und -captures zu machen.

Ich kam zur St. Laurentius – Kirche, vor der ich anfing, Burster abzufeuern. Die sehr interessant gestaltete Rückseite der Kirche sah ich erst später…

St. Laurentius - Kirche

St. Laurentius – Kirche von vorne

Jedenfalls versuchte ich, Block um Block gegenerische 7er-Portale aufzumischen. Es waren viele, aber der Materialverbrauch war trotzdem langsam, weil ich immer weiterhin Glyph-Hacks machte und entsprechend viel neues Material rumkam. Irgendwann befand ich mich auf der Rückseite der St. Laurentius – Kirche und sah die an die Wand gemalte Zeitung mit der Schlagzeile „Papst enthauptet!“ (natürlich ebenfalls ein Portal desselben Namens) und die professionell aussehenden Comiczeichnungen daneben. Nach eingehender Betrachtung wurde mir aufgrund des Inhaltes, der sich durchaus einfach nur zum Teil biblische Geschichte, zum Teil auf Laurentius von Rom bezogen war, klar, dass es sich hier mitnichten um irgendwelche Schmierereien handelte (dafür war es auch zu perfekt gemacht). Vielmehr vermute ich, dass das absolut in Einvernehmen oder sogar im Auftrag der katholischen Gemeinde entstanden ist. Ziemlich progressiv, gefällt mir!

Grafitti an der Rückseite der St. Laurentius - Kirche

Grafitti an der Rückseite der St. Laurentius – Kirche. „Papst enthauptet“ – das ist auch ein Ingress-Portal.

Hier bemerkte ich, dass an grünen Portalen ganz in meiner Nähe neue Links entstanden. Ich guckte auf den Scanner und las, das ein Mitspieler namens „theftf“ gerade einen Link von einem Portal wenige Meter von mir entfernt gesetzt hatte. Und das sah ich auch schon einen bärtigen, jungen Mann, Handy in der Hand, typische Ingress-Bewegungsweise (gehen, plötzlich aus nach außen hin unerfindlichen Gründen stoppen) aus der Seitenstraße kommen. Ich sprach ihn an „theftf, vermute ich?“ (Bei solchen Begegnungen denke ich immer an den legendären Satz „Dr. Livingstone, I presume?„) Und ich lag richtig. Manchmal irre ich mich auch, und der Angesprochene spielt gar nicht Ingress – das kann ein wenig peinlich werden.

Nun, wir stellten uns mir unseren richtige Namen vor und sprachen natürlich über Ingress, insbesondere über die lokale Situation: Innenstadt ständig komplett blau und eine riesige 8er-Farm. Ich erfuhr, dass die hiesigen Schlümpfe in der Innenstadt einfach viel aktiver seien, man aber weiter außen auch ziemlich dauerhaft grüne Gebiete habe. Als wir uns schon wieder verabschiedet hatten, bot mir „theftf“ an, mich in den hiesigen Enlightened-Hangout einzuladen. Google Hangouts ist eine App mit ähnlichen Funktionen wie Skype. Anstatt über die Adressbücher der Nutzer wie bei What’s App verbindet man sich über die Gmail-Adresse, die zumindest jeder Android-Nutzer ja sowieso hat. Die Ingress-Community benutzt das in der Regel zur Kommunikation untereinander, lokal und nach Fraktion getrennt natürlich. Zwar gibt es ja den Ingame-Chat, aber der gilt als nicht sicher, weil die jeweilige Gegenseite ja über Doppelagenten verfügen könnte.

Ich nahm die Einladung an und habe nun somit den Kontakt zur hiesigen Frosch- bzw. Enlightened-Community (wie wir Frösche ja offiziell heißen). Das ist insofern ganz cool, weil es mir vielleicht Möglichkeiten eröffnet, weitere Leute „in echt“ kennenzulernen.

Nun, ich hatte mein Material auf ca. 1.700 items reduziert (das Limit liegt bei 2.000 Items) und bewegte mich wieder in Richtung Innenstadt, um die 8er zu hacken und was zu essen. Es gab dann einen riesigen Burger mit Pommes und Cola.

Derart gestärkt verließ ich das Café (den Namen habe ich vergessen) und beschloss, eine Mission zu machen. Missionen werden von den Spielern eingereicht, da geht es darum, bestimmte Aufgaben zu erledigen, z.B. bestimmte Portale zu hacken, einzunehmen, zu verlinken etc. Zum Teil muss man auch Fragen zu Portalen beantworten, wie bei einer Schnitzeljagd. Die Antworten findet man dann z.B. auf Tafeln neben dem Portal (es sind ja oft Kunstwerke oder Denkmäler und so), oder man muss halt Google oder Wikipedia bemühen. Und manchmal etwas zählen, z.B. Düsen an einem Springbrunnen. Wie auch immer, seit kurzem sind Portale, an denen Missionen starten, mit einem gelben Ring auf dem Scanner gekennzeichnet, und eins davon war direkt neben dem Café, in dem ich meinen Burger gefuttert hatte. Hm… eine billige 15-Minuten-Mission, nur hacken. Also los, war erst meine 5. Mission insgesamt, reicht aber für Bronze in der Mission-Medal. Das war schnell erledigt.

Ich wußte, dass in der Nähe der St. Laurentius – Kirche eine weitere Mission startete, wegen des Rings an einem der Portale dort, den ich schon zuvor gesehen hatte. Ich ging dahin, aha, 45 Minuten, okay, mache ich. Die Mission war nicht sequentiell und scheuchte mich ganz schön hin und her. Außerdem waren Fragen zu beantworten. Aber dann war ich früher als erwartet auch damit fertig.

Dann wieder dasselbe Spiel, Item-Limit, nicht wirklich Lust, die – wenn auch blaue – 8er-Farm abzureißen, also wieder weiter nach außen. Bisher hatte ich mich noch gescheut, die steilen Straßen (oder Treppen) weiter weg von der Wupper zu erklimmen. Die Schwebebahn fährt bekanntlich über der Wupper, also „ganz unten“. Die Einkaufsstraßen im Zentrum liegen auf demselben Niveau, aber nicht weit weg kann man mächtige Steigungen erklimmen. Und genau das tat ich auch, auf der Suche nach weiteren Uniques.

Der deutsche Regisseur Tom Tykwer (z.B. „Lola rennt“, Teile von „Cloud Atlas“) ist ein Kind dieser Stadt, und er hat Wuppertal auch das „San Francisco Deutschlands“ genannt. Ups, ich glaube, das habe ich schon mal geschrieben. Wie auch immer… es ist ein bisschen was dran. Einerseits in Bezug auf die Steigungen und Gefälle der Straßen. Andererseits erinnern die oftmals sehr stark mit Ornamenten verzierten Hausfassaden hier an die viktorianischen Höuser der „City by the bay“. Und mit der Schwebebahn hat man gewissermaßen ein berühmtes Pendant zu den Cable Cars. Aaaaaaber: Zwar gibt es sowohl hier als auch in San Francisco von den Hügeln aus Panoramablick, nur ist der in „The City“ atemberaubend schön und der hier… tja… wie soll ich es sagen… meist wenig attraktiv. Viel grauer Beton, von der Wupper sieht man nichts, und die Gebäude, die schön aussehen (z.B. das Rathaus) verbergen sich zwischen unscheinbaren bis hässlichen Zweckbauten.

Tippen-Tappen-Tönchen

Diese Treppe hat einen lustigen Namen: Tippen-Tappen-Tönchen

Nun, ich erkletterte eine Treppe, kam an einem Jugendzentrum vorbei, vor dem Jugendliche frische Graffiti aufbrachten (brav, kann man alles als Portale einreichen) und versuchte, so hoch wie möglich zu kommen. Ich bombte ein paar blaue Portal grau, nahm sie ein, und weiter im Text. Über die oben im Bild zu sehende Treppe mit dem lustigen Namen Tippen-Tappen-Tönchen (über die es sogar ein Lied und einen Wikipedia-Artikel gibt) kam ich wieder ins Tal. Die Treppe ist außerdem ein Portal, an dem eine Mission durch das Luisenviertel startet (von wo ich gerade kam), aber ich wollte keine dritte machen. Es war Zeit für Kaffee, und ein paar Items war ich ja losgeworden.

So… ich muss leider ins Bett und schaffe es nicht, weiter zu schreiben. Das muss bis morgen warten, aber ich veröffentlich das dann auch erst morgen. Gute Nacht.

Ein neuer Tag. Sodenn: Im Zentrum wurde ich von Mann angesprochen „Na, wenn das mal kein Ingress-Spieler ist!“ (so ähnlich). Tja, schon gingen wir gemeinsam durch die City und fachsimpelten. Ich erwähnte, dass bei mir eigentlich gerade Kaffee dran sei, also landeten wir bei Starbucks. Ein Latte grande und Käsekuchen für mich, ein seltsames Limonengetränk mit viel Eis für „knorki“. (Ich weiß auch die richtigen Vornamen, aber ich versuche, den Blog ein wenig neutral zu halten, aus Rücksicht auf andere Personen.) Wir saßen ungefähr eine Stunde draußen bei nicht so angenehmen Temperaturen. Eigentlich, wenn ich mich recht erinnere, weil mein GPS-Empfänger in Gebäuden nicht gut funktioniert. Hätten wir uns aber sparen können, viel gehackt habe ich gar nicht – aus Höflichkeit, weil „knorki“ es auch nicht tat. Wie viele Ingress-Spieler arbeitet auch „knorki“ in der IT-Branche, so dass man – neben Ingress – auch schnell ein zweites Gesprächsthema hatte. Ansonsten weihte mich der Enlightened-Kollege ein bisschen in die hiesige Szene und seine persönliche Sicht der Dinge ein. Natürlich gab es auch Tipps, z.B. für einen Ausflug nach Düsseldorf, der wird von den hiesigen Spielern beider Fraktionen für Uniques sehr empfohlen. Und natürlich ging es um die Ende des Monats in Hannover anstehende Anomalie, ein großes Event, bei dem auch international einige Leute anreisen werden.

Irgendwann deutete „knorki“ auf eine vorbeieilende, junge Frau und meinte „Das ‚klabauterstern‘, eine Schlumpenkönigin“. Ich sprang auf, holte sie ein und stellte mich vor. „Hey, wir haben gestern gechattet, Du hast mich gewarnt, nach Elberfeld zu kommen, wegen der Demo.“ Natürlich war sie erst mal etwas überrumpelt, sie musste auch einen Bus erwischen, aber wir tauschten schnell einen Händedruck. Ich fand es witzig – gestern noch abstrakte Begegnung im Chat, und heute schon eine Begegnung „in echt“. Ich ging zurück zum Tisch und zu „knorki“.

Naja, der Kaffee war längst alle, es war schon nach 18 Uhr, und mir war kalt. Wir verabschiedeten uns, und ich operierte wieder alleine weiter. Ich hatte zwar planmäßig Translator-Platin in der Tasche, aber nach Platin ist vor Onyx. Onyx ist je Medal die höchste Stufe, die man erreichen kann. Bei Translator liegt Platin bei 20.000 Glyph-Hack-Points (eine 5er-Sequenz bei einem 8er-Portal korrekt zu lösen bringt 15 Punkte), Onyx liegt bei 50.000 Punkten. Da habe ich noch einiges zu tun, und die Level-8-Schlumpfenfarm hat sehr viel Potential. Mein Ziel war, noch auf 22.000 zu kommen.

Doch plötzlich stand „klabauterstern“ vor mir, zusammen mit zwei Schlumpfenkollegen. Die waren dabei, zu farmen und überall nachzubessern, Resos und Mods nachrüsten, rechargen und so weiter. Wir unterhielten uns dabei, ich half sogar einem der Schlümpfe, sein Glyph-Bronze zu kriegen, die drei bewunderten alle meine Glyph-Fähikeiten, 5er-Sequenzen konnten die alle nicht. Es gibt hier in der hiesigen Szene – wie vermutlich überall in den größeren Städten – unterschiedliche Ansichten gegenüber der jeweils gegnerischen Fraktion. Einige Schlümpfe wollen mit Fröschen nichts zu tun haben und umgekehrt. Manchmal ist es anders, wie z.B. bei „klabauterstern“, die oft zusammen mit andere Schlümpfen und Fröschen Spielabende verbringt – nicht Ingress, sondern Brett- und Kartenspiele wie „Die Siedler von Cathan“, „Wizard“ und so weiter. Zu diesem Kreis gehört auch „theftf“, meine erste Ingress-Begegnung hier, der ja auch Frosch ist. Ich wurde von „klabauterstern“ auch gleich zu Spieleabend invitiert, aber das ist unter der Woche, ich weiß nicht, ob sich das in meinen Therapiealltag integrieren lässt.

Tja, da hatte ich also drei Schlümpfe an den Hacken. War wieder Asche mit Portale einreißen, mit drei Blauen an der Backe, die gegenladen, hatte ich keine Lust, es auch nur zu versuchen. Also zog ich angeregt plaudernd mit der Bande durch die Stadt, bis die sich gegen 20 Uhr verabschiedeten. Nun wollte ich auch nicht mehr ganz so lange in der Stadt bleiben. Die Schwebebahnen fuhren schon in etwas größeren Abständen, aber ich nahm mir doch noch die Zeit, die 22.000 Glyph-Hack-Points fertigzumachen. Dann nahm ich – etwa zur selben Zeit wie am Vortag gegen 20:40 Uhr – die Bahn und schwebte zurück nach Oberbarmen. Hier hatte ich wieder knapp 20 Minuten Zeit bis zum nächsten Bus totzusschlagen, ich ging in den örtlichen Mc Donald’s und gönnte mir einen Doppelcheeseburger und eine Cola. Noch ein wenig hin und her zwischen den Portalen am Platze, dann in den Bus und zurück zur Klinik.

Dort holte ich mir meinen Schlüssel, warf noch einen Blick ins Schließfach, besorgte frisches Wasser und ging auf mein Zimmer. Ran an den Blog, und ein bisschen chatten mit der sportlichen Steffi, und ab ins Bett.

Ingress-Stats:

  Translator Trekker Explorer Pioneer Builder Purifier
Vortag 19.669 1.815 km 2.639 1.548 68.905 49.668
Jetzt 22.120 1.834 km 2.704 1.603 69.447 50.199
Delta 2.451 19 km 65 55 542 531
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Tag 4, Teil 2 – Schwebend über den Dingen trotz Pegida, Hogesa und Salafisten

Warnung: Dieser Artikel ist sehr ingress-lastig!

Nach Walken und Dusche ging ich zur Rezeption, holte mir eine Tageskarte für den WSW, parkte meinen Zimmerschlüssel bei der Rezeption und ging sofort los. Ich hatte gar nicht auf den Busfahrplan, den ich zuvor mit dem Handy fotografiert hatte, geschaut. Das war nicht so schlau, der Bus fährt am Wochenende nur alle halbe Stunde, und natürlich passte das Timing nicht so gut. Aber egal, ich hatte es ja nicht eilig. Am Kreisverkehr ging ich dann zum Dampfmaschinenportal und dann weiter in Richtung Tankstelle, um mir vielleicht ein Snickers oder so zu gönnen. Es wurde dann eine Mohnschnecke, weil es auch eine Bäckerei in der Nähe der Tankstelle gab. Und eine Sparkasse, wo ich Geld holen konnte. Und ein weiteres Portal, welches ich hacken konnte. Und eine Bushaltestelle, wo der Bus früher kam, weil ich in die Gegenrichtung gegangen war.

Also, rein in die 602. An der nächsten Haltestelle Schmiedestraße, die normalerweise meine gewesen wäre, stiegen die beiden Damen ein, die mit mir zusammen angekommen waren, die wollten halt auch auf Tour. Also fuhren wir zusammen zum Bahnhof Oberbarmen. Die beiden wechselten sofort in die Schwebebahn. Ich suchte zunächst den Fahrkartenautomaten auf, um mal zu gucken, was so Fahrkarten in die Städte in der Umgebung kosten. Hm, Solingen ist für unter 20 Euro zu haben (Tageskarte, also Hin- und Rückfahrt), Düsseldorf für paarundzwanzig. Mal sehen. Wäre nicht schlecht die Städte ingress-mäßig zu erschließen, aber bei guten Wetter steht der Zoo hier in Wuppertal noch auf der Agenda (soll ziemlich gut sein), und vielleicht möchte ich ja auch mal was mit anderen zusammen machen.

Schwebebahn-Antriebssatz

Schwebebahn-Antriebssatz – jeder Zug hat vier davon mit jeweils 50 kW. Oben rechts sitzt ein Käfigläufer-Motor. Ich war mir erst unschlüssig, ob die Räder hydraulisch angetrieben werden, aber der Motor wirkt mechanisch über Getriebe auf die Räder.

Wie auch immer, nachdem ich das geprüft hatte, also rein in die Schwebebahn. Mir fiel sofort auf, dass der Wagen beim Einsteigen der Leute leicht pendelte. Das gehört auch so, denn die Wagen legen sich in die Kurven, daher sind die nicht starr auf der Schiene. Dann ging es los. Im ersten Moment ist die Beschleunigung bemerkenswert. Ich habe mal per GPS die Geschwindigkeit gemessen, da ist man in der Regel mit 40-50 km/h unterwegs. Lt. Wikipedia hat die aktuelle Fahrzeuggeneration aus den 70er-Jahren vier Motoren mit je 50 kW. Demnächst sollen sie durch neue Fahrzeuge ersetzt werden. Meine Fahrt von der Endhaltestelle Oberbarmen bis zur Endhaltestelle Vohwinkel dauerte 26 Minuten.

Blick aus der Schwebebahn

Blick aus der Schwebebahn – okay, was am Ufer ist, ist nicht sonderlich attraktiv. So ist Wuppertal mal leider…

Und es machte Spaß! Zwar kann man nicht besonders weit sehen, weil die Fahrt ja nun einmal im wesentlichen über die Wupper verläuft. Und die ist halt wie eine Rinne durch Wuppertal, d.h. meistens geht es an den Ufern steil bergauf, so dass man keine weite Sicht hat. Und außerdem ist die Strecke auf beiden Seiten bebaut. Aber man sieht halt die Wupper, die Häuserschluchten, und das Fahrgefühl ist einfach gut. Im Moment würde ich sagen: Das zweitcoolste Verkehrsmittel der Welt (nach den Cable Cars in San Francisco).

Achja… und natürlich jede Menge Ingress-Portale, die man unterwegs hacken kann. Bestimmt 30-40 Stück.

An der Endhaltestelle Vohwinkel stieg ich aus und gönnte mir in der Bäckerei vor Ort einen Kaffee und ein Käsebrötchen. Dann ging ich Ingress zocken. Die Schwebebahn fährt nicht die gesamte Strecke oberhalb der Wupper, sie quert 2,7 km von der Endhaltestelle Vohwinkel entfernt die Bundesstraße 228 und fährt ab da 8 Meter oberhalb der Straße. Diesen Teil ging ich zu Fuß wieder in Richtung Oberbarmen, um die blauen Portale an der Strecke einzunehmen (für die unique captures). Bei der Station Hammerstein, der letzten Station vor der Bundesstraßen-Überquerung, stieg ich wieder in die Schwebebahn und checkte halt den Scanner bezüglich der Portaldichte, -level und -farbe. Wo es mir vielversprechend erschien – das war an der Station Robert-Daum-Platz – stieg ich wieder aus. Hier gab es viele blaue Portale, 7er und 8er.

Ich operierte mich also durch die Straßen, fand irgendwann eine sechs 8er-Portale und suchte mir eine Route, um die sinnvoll zu farmen und anschließend einzunehmen. Zwischendurch hatte ich so ein Bedürfnis… Ihr wisst schon, Restroom. Ich bestellte mir im „Soul Food Café Simon“ (übrigens auch selbst eines der 8er-Portale) eine große Cola und suchte den Restroom auf. Da sah ich, dass ich eine Nachricht im In-Game-Chat von Ingress hatte. Sie kam von „klabauterstern“, einem Schlumpf, und war eine Warnung, nicht nach Elberfeld zu fahren, da wäre die Stadt ziemlich abgeriegelt. Man erwartete mit Pegida, Hogesa („Hooligans gegen Salafisten“ Irgendwie finde ich es schwachsinnig, wenn Hooligans öffentlich eine politische Meinung vertreten. Wer soll denn bitte schön Leute, die nur auf Krawall aus sind, denn irgendwie ernst nehmen, abgesehen davon, dass man sich besser von ihnen fern hält?) und Salafisten zeitgleich eine brisante Mischung. Dazu 1.000 Polizisten. Ich muss gestehen, dass es mich juckte, mir die Sache aus der Nähe anzusehen. Ich hatte mich vor ein paar Jahren in New York, als dort gerade die Occuppy-Bewegung brodelte, auch ganz gut aus der Affäre gezogen. Man hatte uns auch hier in der Klinik schon davor gewarnt, heute nach Elberfeld zu fahren. Aber die unmittelbare Warnung vom Ingress-Gegner gab mir weit mehr zu denken. Ich rief mir erst einmal den Liveticker zur Demosituation der Westdeutschen Zeitung (WZ) auf das Handy, um jederzeit informiert zu sein, was im Stadtzentrum abging. Es war kurz vor 15 Uhr, dem geplanten Demo-Beginn. Ich hackte das Portal, spielte ein bisschen Quizduell und trank meine Cola aus.

Ich hätte auch gerne noch was gegessen, aber die Küche war nicht besetzt, so dass es außer Kuchen nichts gab. Also raus aus der Hütte, die 8er ausgebrannt, abgerissen und eingenommen. Weiter in Richtung Norden, weiter weg von der Wupper. Hier fand ich zunächst mal einen griechischen Imbiss, wo ich überbackenes Gyros und ein Malzbier zu mir nahm. Danach fand ich eine weitere Ansammlung von 8er-Portalen in der Nähe der historischen Stadthalle Wuppertal und des Stadtbades. Das war eine weitaus besser zu farmende Runde als die zuvor beim Café Simon.

Hinter der Stadthalle hatte die Polizei einige Mannschaftswagen mit Pferdeanhängern abgestellt. Ansonsten war hier ziemlich tote Hose. Inzwischen hörte man ziemlich viel Lalülala und sah gelegentlich ein paar Mannschaftswagen durch die Straßen hetzen. Ich zog also wieder meine Runden, auch hier ausbrennen, wegbomben, einnehmen.

Sooo… es ist nach null Uhr. Morgen gibt es Frühstück von 8:00 bis 9:00 Uhr. Ansonsten habe ich komplett frei am Sonntag. Aber ich gehe erst einmal schlafen und schreibe morgen weiter. Gute Nacht!

Weiter geht’s. Ich schaute zwischendurch immer mal auf den WZ-Liveticker. Es waren nur ca. 700 anstatt der angekündigten 2.000 Pegida-Anhänger gekommen. Aber die Hools warfen wohl ziemlich früh Flaschen und Böller nach den Polizisten, und so wurde die Demo kurzerhand von der Polizei abgebrochen. Hogesa oder Hools unter den Pegida-Leuten, es ist ja offenbar so, dass Hools, Rechtsradikale und Pegida zwar in Teilen dieselben Interessen haben, nämlich den Moslems hier möglichst keinen Boden zu lassen, aber Hools und Rechtsradikale schaden den Interessen der „reinen“ Pegida, die gewaltlos für ihr Interessen demonstrieren wollen, wohl ziemlich. Die Hools wurden bei Kluse von der Polizei eingekesselt und Wasserwerfer in Stellung gebracht. Da war dann wohl ziemlich schnell Schicht im Schacht. Die Salfisten indes waren auch weniger als erwartet und vor allem auch spät dran, die eierten wohl unter dem Protest der Gegenseite mit einem Lautsprecherwagen durch die Gegend, während sich anderswo Juden derweil schützend um ihre Synagoge aufbauten… Jedenfalls war das wohl so, wenn man die Nachrichten liest. Meine Güte, wenn ich Gott wäre – egal welcher, und mir das Ganze aus einer gewissen Distanz ansehen würde… ich würde mir denken „Was für ein Kindergarten!“.

Die Kavallerie kehrt heim

Die Kavallerie kehrt heim

Tja, und dann sah ich ein Regiment der Kavallerie heim reiten (zu den Mannschaftswagen an der historischen Stadthalle, wo die ihre Pferdeanhänger geparkt hatten) und dachte mir, das soll es jetzt wohl gewesen sein. Fehlte nur noch der bugle call und ein malerischer Sonnenuntergang. Ich sah auf dem Scanner, dass Portale am Hauptbahnhof (die ich auf der Fahrt mit der Schwebebahn nach Vohwinkel schon gesehen hatte), gar nicht mehr so weit weg waren. Also ging ich zu Fuß in die Richtung, querte die Wupper und erreichte die Schwebebahnstation Hauptbahnhof. Hier waren noch ein paar zweifelhaft anmutende Individuen unterwegs, es standen auch noch einige Mannschaftswagen herum, aber offensichtlich waren alle Beteiligten dabei, abzuziehen.

Der Brunnen vor dem Rathaus

Der Brunnen vor dem Rathaus – oben offenbar Poseidon. Jedenfalls hat er einen Dreizack.

Ingress-mäßig war die Situation die, dass ich eine unglaubliche Portaldichte vorfand, und in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes alles Blau und Level 8. Hat zwar die falsche Farbe, aber die vielen 8er – egal in welcher Farbe – sind hervorragend geeignet, mein aktuelles Ziel, die Translator-Platin zu kriegen, zu verfolgen. Aber erstmal war mit nach Kaffee und Restroom. Ich wählte dazu das örtliche „Café Extrablatt“. Das ist wohl eine Franchise-Kette, jedenfalls gibt es das in Osnabrück auch. Dort gab es ein 8er-Portal zu hacken und einen Latte zu trinken.

Danach zog ich kreuz und quer durch die Innenstadt, um mir möglichst viele Portale vorzunehmen, Unique Visits zu sammeln und 5er-Glyph-Sequenzen für die Translator zu lösen. Obwohl mir das imposante Rathaus, in der inzwischen einsetzenden Dunkelheit angestrahlt, und der Brunnen davor ganz gut gefielen, war es ansonsten die übliche, gelackte Einkaufsstadt mit den üblichen, gelackten Einkaufsmöglichkeiten, die es in solchen Innenstädten überall gibt: Saturn, Kaufhof, Apollo-Optik, Mc Donald’s, Starbucks etc. Naja, nicht, dass ich nicht auch gerne mal was einkaufe, was esse oder einen Kaffee trinke, aber irgendwie ging mir das gestern ein bisschen auf den Keks – es ist ein bisschen so, als hätte jemand zur Innenstadt-Gestaltung einfach einen Haufen mit den entsprechenden Logos versehener Bauklötze in einen Sack getan, einmal geschüttelt und dann neben dem Hauptbahnhof ausgeleert. Kaum irgendwie Charme. Eine Ausnahme sind vielleicht die „City-Arcarden“, das scheint ein ganz schickes Einkaufszentrum zu sein.

Also war es keine Schande, die Augen eher auf dem Schlaufon-Display zu haben. Ein Mit-Frosch hatte ein paar von den 8er-Portalen angegriffen und zwei kleine, grüne Tupfen in dem blauen Teppich platziert. Und dabei natürlich auch umliegende, blaue 8er beschädigt, das waren dann nur noch 5er. Pfui! Mein Plan war folgender: Ordentlich die gegnerischen 8er farmen, viele Glyph-Sequenzen zu lösen, 8er Burster und Powercubes zu sammeln. Dann am Folgetag (also heute) wiederkommen, die Translator-Platin mit 20.000 Glyph-Hack-Punkten vollenden und DANACH den ganzen Laden einreißen und einnehmen, um noch die Unique Captures zu bekommen. Und da pfuscht mir doch der Frosch-Kollege ins Kontor! Naja, halb so wild. Ich drehte halt ein paar Runden und orientierte mich dann Richtung Schwebebahn-Station Hauptbahnhof.

Da ich nicht genau wusste (und es auf die Schnelle im Netz nicht fand) wann die letzte Schwebebahn fahren würde, wollte ich spätestens um 21:30 Uhr Richtung Oberbarmen fahren. Ich hatte mein Minimalziel, 19.000 Glyph-Hack-Points, schon erreicht, und ich fuhr dann schon gegen 20:40 Uhr zurück nach Oberbarmen.

Dort stand ich zunächst etwas ratlos am Busterminal… in welche Richtung musste ich, und wo fahren die Busse? Ich ergoogelte mir die WSV-Webseite, aber die war für mobile Nutzung nicht schön. Also lud ich mir flugs die App der Verkehrsbetriebe (die es selbstverständlich gibt) herunter und fand da schnell Antworten auf meine Fragen. Ich hatte noch eine Viertelstunde Zeit, die ich natürlich zum rumbasteln an den örtlichen Portalen nutzte. Vielleicht muss ich mir mal ein bisschen Zeit für Oberbarmen nehmen, nicht nur für die unmittelbare Nähe des Bahnhofs.

Nun, also rein in die 602 und ab zu meiner Haltestelle Schmiedestraße. Von dort dann zu Fuß zurück zur Klinik. Schlüssel von der Pflegestation abgeholt, Wasserflaschen gefüllt, aufs Zimmer, angefangen zu bloggen. Aber gegen null Uhr wollte ich dann nur noch ins Bett. Lt. Ingress-Zähler hatte ich 20 km zu Fuß zurück gelegt. Dazu kommen ja noch die 4,7 km Walking vom Morgen, so dass ich wohl um die 24 km gelaufen sein muss.

So, ich werde also gleich wieder nach Elberfeld fahren, um dort meine Ingress-Pläne und Ziele in Angriff zu nehmen. Vielleicht habe ich kommendes Wochenende schon ein paar Leute, mit denen ich Lust habe, gemeinsam loszuziehen (und die Lust haben, mit mir loszuziehen). So ein Intensiv-Ingress-Wochenende ist ja okay, aber es gibt sicher attraktivere Alternativen.

Ingress-Stats

  Translator Trekker Explorer Pioneer Builder Purifier
Vortag 17.229 1.795 km 2.470 1.486 68.316 49.223
Jetzt 19.669 1.815 km 2.639 1.548 68.905 49.668
Delta 2.440 20 km 169 62 589 445
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