Vogel Strauss vs. Frau Google

Nachdem ich vor einer Woche am Sonntag mit dem Rad nach Münster und wieder zurück gefahren bin (so 116 km) drängte es mich nach einer neuen Herausforderung. Und so fuhr ich dieses Wochenende dann am Samstag mit dem Rad nach Bremen und am Sonntag (nach einem Hotelaufenthalt) wieder zurück.

Am Samstag war noch zuvor frühstücken, eine Maschine Wäsche waschen und einkaufen angesagt. Ich stellte dann fest, dass mein Tacho just seine Funktion eingestellt hat, fuhr nochmal zum Supermarkt und erstand einen neuen BC 400. Für die Tour reicht der. Gut, musste natürlich noch der Raddurchmesser eingegeben werden, dann musste ich noch packen (eine Packtasche mit paar Klamotten und Netbook, die andere mit 4,75 Litern Wasser, 4 Äpfeln, 12 Müsliriegeln, einer großen Kabanossiwurst und einem Streuseltaler vom Supermarkt-Bäcker. Dann noch die Untersatteltasche für den Zusatzakku und USB-Ladekabel nach vorne zum Schlaufon. Dann sagte ich Google Maps, wo ich hin wollte, und los gings.

Frau Google (die weibliche Stimme der Google Navigation) führte mich etwas anders nach Wallenhorst, als ich es von meinen Trainingsfahrten gewohnt war – bestimmt drei oder vier km kürzere Strecke. Beim Piesberger Gemeinschaftshaus scheuchte sie mich dann die Schwarze Straße, eine unmöglich für einen Normaltrainierten mit Gepäck zu fahrende Steigung. Selbst Schieben war sehr schwer. „Kann ja auf der Rückfahrt interessant werden…“, dachte ich noch.

Weiter ging es nach Wallenhorst und Engter, und Frau Google entbödete sich nicht, auch bei minimalen und selbstverständlichen Kurskorrekturen gestandenen Musikern wie Mick Jagger, Kai Wingenfelder oder Steven Tyler ins Wort zu fallen. Ich hatte In-Ears mit und hörte Musik beim Fahren. Etwas nervig, die Frau Google. Ich hätte ihr ja das Wort verbieten können, aber ich ziehe es vor, das Display nicht die ganze Zeit laufen zu lassen, um Saft zu sparen.

Vogel Strauss bei Damme

Auf Augenhöhe (naja, wenn der einen langen Hals gemacht hat, bestenfalls fast…) mit Gevatter Strauss. Das Schild hat mir auch sehr gefallen.

Kurz vor Damme: Mais, Mais, Mais, Wiese, Wiese, Wiese, Kühe, Kühe, Kühe, Wiese, Wiese, Wiese, Straussenvogel, Wiese, Wiese, W…. WTF? Ein kurzer Zug am Hebel der seit dem Bremsbelägewechsel wieder gut funktierenden Hydraulikbremse und ein 180-Grad-Turn zeigte mir, dass ich mir den großen Vogel nicht eingebildet hatte. Unverhofft stand der Kollege Aug in Aug (naja fast – ich gestehe, er war ein bisschen größer als ich) vor mir. Das musste ich einfach erstmal knipsen. Leider hatte ich außer dem Handy keine Kamera mitgenommen, und mein gegenwärtiges Teil macht keine so guten Fotos – da hatte ich schon bessere Handykameras. Jedenfalls trennte ich das Gerät von der externen Stromversorgung und knipste den schlecht gelaunt guckenden Vogel.

Als ich versuchte, das Handy wieder mit dem Akku zu verbinden, machte dieses Zicken – wie in letzter Zeit öfter beim Laden, auch an der Steckdose.
Ich bekam es wieder zum Laden – dachte ich. In Damme stellte ich dann fest, Pustekuchen, es tat nicht. Also versuchte ich es mit einem Neustart, was auch klappte – dafür bekam ich nicht genügend Netz, um Frau Google mein Reiseziel erneut mitzuteilen. Was nun? Ich sah förmlich gewisse Leute vor mir „Jaja, das kommt davon, wenn man sich auf diesen elektronischen Kram verlässt. Da ist man auf Strom, Internet, Satelliten und wer weiß was noch angewiesen. Eine gute, alte Karte funktioniert immer und überall!“ Stimmt ja auch im Wesentlichen, wenn auch bei Regen, Wind und Dunkelheit nur eingeschränkt. Wie auch immer, ich hatte mit den wesentlichen Routenverlauf zusammengeschrieben und ausgedruckt. Das half mir erstmal weiter, weil meine App Bikecomputer die nötige Karte – wenn auch ohne automatisches Routing – lieferte. So schaffte ich es über Osterfeine fast bis nach Diepholz, doch vorher meldete sich dann irgendwann – nunmehr hochwillkommen – Frau Google doch wieder zu Wort. Weiter ging es also über Diepholz und Drebber (immer über die B51…) nach Barnstorf, wo ich, etwa auf halber Strecke, eine etwas längere Pause in einem Buswartehäuschen machte.

Danach weiter über die B51 – fast 30 km insgesamt. Ich wunderte mich, dass ich häufig ohne große Anstrengung 25 – 28 km/h auf dem Tacho hatte und argwöhnte schon, diesen falsch eingestellt zu haben. Oder dass ich starken RÜckenwind hätte. Die Naben der Windkraftanlagen zeigten mir dann, das Luv genau die Richtung war, aus der ich kam (Lee-Läufer-Anlagen gibt es ja eher selten). Hm… kann ja morgen interessant werden, wenn es so bleibt, aber das ist halt ein „Morgen-Problem“. Ein „Heute-Problem“ war eher der Akku vom Schlaufon, der offenbar immer noch nicht richtig geladen wurde, aber ich hoffte, dass es bis zum Ziel reichen würde.

Der Weg führte weiter über Drentwede, Twistringen, Bassum und Heiligenrode. Achja, das Wetter… gestartet war ich in Osnabrück bei leichtem Regen, der aber spätestens nach Engter aufhörte. Ab ca. Diepholz war es dann überwiegend sonnig.

Nach Heiligenrode näherte ich mich Bremen und kam mehr oder weniger am Flughafen vorbei. Zumindest war da der Anfang einer Bahnbefeuerung und eine seltsame Antennenphalanx, vielleicht ein Drehfunkfeuer oder so. Ich querte mehrfach den Fluss Ochtum, eine sehr schöne Gegend mit viel Grün, was auch viele Leute zur Naherholung nutzten, wie mir schien. Dann ging es an der Becks-Brauerei vorbei, die mächtig viele Bierkisten auf dem Hof stehen hatten, und über die Weser. Danach waren noch so vier oder fünf km bis zum Garden Hotel in Hafennähe zurückzulegen, was ich dann auch noch hinter mich brachte.

Rad abstellen, einchecken und ab in Zimmer 322 – und erstmal unter die Dusche. Anschließend zog ich neue Klamotten an und ging ins Hotel-Restaurant ins Untergeschoß, erstmal was essen. Das Holzfällersteak mit Pommes und Salat bekam den Zuschlag, dazu zwei Radeberger (die hatten doch tatsächlich kein Becks vom Fass…).

Danach besorgte ich mir an der Rezeption den WLAN-Code und ging wieder auf mein Zimmer. Ich wollte mal einen Blick auf die Ingress-Map werfen, denn ich wollte noch mit dem Rad los, ein paar Unique Captures machen. Ich war dann aber zu ungeduldig, Google Maps und die langsam auf meinem Netbook laufende Ingress-Map abzugleichen und entschied mich, einfach zum Hauptbahnhof zu fahren und von dort aus zu gucken, was so ging.

Kaffee Hag in Bremen

Nicht weit weg vom Hotel roch es plötzlich intensiv nach Kaffee. Ich hab erst beim zweiten Mal vorbeikommen gesehen, warum.

Ich ließ mich also von Frau Google zum Hauptbahnhof navigieren, Ingress blieb derweil aus – zu nervig, beides gleichzeitig zu machen. Muss ja nicht sein, dass Frau Google und ADA (und womöglich noch Mick Jagger) um mein Ohr streiten… Vom Hauptbahnhof aus, wo ich gleich loslegen konnte (alles Blau) folgte ich dem Scanner zu weiteren blauen Hochburgen. Ich kam dabei auch wieder an das stimmungsvoll beleuchtete Weserufer. Ich hatte mir ein zeitliches Limit gesetzt, denn immerhin stand ja am Sonntag die Heimfahrt an. Aber ich schaffte immerhin über 50 unique captures, oft einhergehend mit der vorherigen Zerstörung blauer Portale. Das war genug, dass mich zwei Bremer Schlümpfe über die Comm antexteten, wo ich denn herkäme. Einer wollte sich konkret für meine Aktion revangieren…

Abendstimmung an der Weser in Bremen

Abendstimmung an der Weser

Nach den über 50 übernommenen Portalen war ich einigermaßen zufrieden und fuhr zurück zum Hotel. Die vorher Dienst tuende Rezeptionistin hatte mir angeboten, ich könne mein Rad auch in eine Garage stellen. Ich fragte ihre Nachfolgerin danach, bekam alle vier Garagenschlüssel und parkte meinen Esel in Garage 1 zwischen Rasenmähern und Gießkannen. Wieder bei der Rezeption gab es noch eine Flasche Becks aus dem dortigen Kühlschrank als Feierabendbier. Wieder im Zimmer versuchte ich noch, genau dies zu bloggen, aber irgendwie zickte mein Firefox – darum muss ich mich wohl noch können. Also trank ich mein Bier aus und ging in Bett.

Feierabend Beck's

Wenn man schon mal in Bremen ist…

…to be continued…

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Prima Kurzurlaub in Schleswig-Holstein

Heute bin ich den vierten Tag bei meinen Freunden Markus und Kirsten in Schleswig-Holstein. Nochmal ne Kurzzusammenfassung:

Samstag: Ankunft, Sauna, Abendessen, Siedler von Cathan (Niederlage gegen Kirsten), Film („Gravity“)

Sonntag: Aufstehen, Frühstück, Besuch von gemeinsamen Freunden, die in der Nähe Urlaub machen, Sauna, Abendessen, Siedler von Cathan (erneute Niederlage gegen Kirsten), Retrogaming (C64, siehe voriger Artikel)

Montag: Aufstehen, Frühstück mit Markus, Einkaufen, mit Markus zur Schule, Vortrag über Thema Webentwicklung im Informatikkurs, Nachmittagsschlaf, nach Hamburg zum Family-of-the-Year-Konzert, Rückfahrt, Feierabendbier und Kurzes Reinfeiern in Markus‘ Geburtstag.

Erstmal Thema Sauna: Superklasse, was die beiden sich hier gebaut haben. Tolle Arbeit. Und es war sehr entspannend, jeweils Sa. und So. zwei Saunagänge und Chillen im Bademantel auf der Terasse. Sehr zu empfehlen.

Der Besuch bei Karsten, Anne, Malte und Bente in Welt (so heisst das Dorf, das ist hier in Schleswig-Holstein manchmal so, die Welt ist also wirklich n Dorf) war klasse. Für Kinder ist es ein Paradies mit Schafen, Ziegen, Kühen, Schweinen, einem Pferden, Katzen sowie einem Hund und einem Pony, die da frei über den ahof streifen. Außerdem gibt es ein Spielscheune, draußen einen Bagger mit echter Hydraulik sowie eine Garage mit riesigem Fuhrpark mit Tret- oder Batterieantrieb.

Sehr gut gefiel mir da ein großes Tretauto. Hinten können zwei Erwachsene sitzen, treten und lenken, vorne sind Plätze für zwei Kinder – mit Anschnallgurten. Der kleine Malte und ich sind damit diverse Male um den Hof geheizt, über Stock und Stein und durch den Matsch. Wir hatten viel Spaß und spielten Piraten dabei, irgendwann wurden wir von einem anderen Kind verfolgt. Allerdings habe ich mir mächtig die Jeans und die Regenjacke beim durch-den-Dreck-bratzen dreckig gemacht. Spritzt eben ganz schön, wenn die Räder im aschlamm den Grip verlieren… Glücklicherweise gibt es bei Markus und Kirsten Waschmaschine und Trockner.

Schön, äh… die Siedlerspiele… ähm…. kein Kommentar. Wir spielten noch ein lustiges Würfelspiel, aber auch da hatte ich wenig Glück.

Erwähnenswert ist der Besuch am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Heide. Markus hat da eine 11. Klasse in Informatik, die gegenwärtig in Gruppenarbeit eigene Websites erstellt. Markus fragte mich, ob ich denen ein bisschen was über den Beruf des Webentwicklers erzählen könne. Also erzählte ich ihnen was über unsere Website noz.de, gab einen kurzen Einblick hinter die Kulissen ins Backend, sprach über meinen Arbeitgeber und mein Aufgabenprofil und zeigte Noch ein bisschen zum Thema Seitenmessung mit Google Analytics. Aufmerksamkeit und Interesse schien mir gemischt und durchwachsen gewesen zu sein. Ich muss auch zugeben, dass ich nervös war – es ist eben was anderes, völlig unausgebildet vor einer Schulklasse zu stehen als auf einer Theaterbühne zu schauspielern.

Gestern abend ging es dann nach St. Pauli. Im Vorfelde meines Besuches haben meine Gastgeber mich darauf hingewiesen, dass sie am Montagabend zu einem Konzert nach Hamburg wollten und ob ich mitwolle. Die-und-die-Band (konnte mir den Namen erst nicht merken), dessen Lied So-und-So ständig im Radio liefe. Man würde mich auch dazu einladen. Naja, ich kannte ja deren Musikgeschmack, konnte also so schlimm nicht werden. Und ich bin. ja manchmal experimentierfreudig. Also auf nach St. Pauli, dauert von hier bis zur Reeperbahn bei Tempo 130-140 km/h so eine Stunde. Noch schnell ein paar Stücke Pizza bei Pizza-Hut, dann ab ins „Grünspan“ auf der kleinen Freiheit.

Okay, okay… an dieser Stelle ein Geständnis: Ich habe erstens mein Huawei-Smartphone, welches sich widerwillig halbwegs laden ließ, reaktiviert und auf dem Hinweg zum Konzert viele Hamburger Portale gehackt. Und außerdem mache ich eine Pause von der Pause, was Alkohol angeht – ich bring es nicht über mich, Markus sein Bier hier alleine trinken zu lassen… Aber nach dem Urlaub hier wird alles wieder in den Modus wie zuvor versetzt.

Wir waren früh da und standen vorne am Bühnenrand. Der Laden war nur etwa halb voll, aber man hatte die Empore abgesperrt, damit das Publikum eine für eine gute Atmosphäre notwendige, ausreichend dichte Masse bildete. Die Vorband machte gitarrenlastige Musik mit oftmals zweistimmigem Gesang, handwerklich okay, mir aber bisschen zu gefällig und gefühlsbetont. Ich hatte die Befürchtung, das könne vielleicht auch auf den Mainact, Family of the Year, zutreffen.

Dem war aber nicht so. Geboten wurde gefühlvoller Indie-Pop, der aber zum Glück auch immer mal wieder Abstecher in eine etwas rockigere Richtung unternahm. Die sympathischen Kalifornier brachten auch eine gehörige Prise Sunshine-State-mäßige gute Laune mit in ihren Auftritt.

Zur Band gehörten zwei Gitarristen, von denen einer die Lead-Vocals sang, ein Bassist (der keine Miene verzog und als einziger auch kein Mikro für Backing-Vocals hatte) und eine attraktive Keyboarderin, die die Ansagen machte. Spiegel Online schrieb über die junge adame aus Los Angeles mit dem typisch amerikanischen Namen Christina Schroeter in etwa „ein Model, dass sich in eine Hippie-Kommune verirrt hat).

Beim Hit „Hero“ erwies sich das Hamburger Publikum zur sichtlichen Freude der Band im Refrain als sehr textsicher.

Insgesamt war das Konzert nach einer Zugabe recht kurz, es sind halt noch Newcomer, deren brauchbares Repertoire begrenzt ist.

Dann ging es zurück nach SH. Hier noch schnell Feierabendbier und Herzlichen Glückwunsch, dann ab ins Bett.

So, erstmal bisschen Markus‘ Geburtstag feiern. Bloggen mit iPad nervt bisschen.

To be continued…

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Retrogaming!

Moin moin aus Schleswig-Holstein. Seit Samstag halte ich mich bei Freunden in Neuenkirchen bei Heide (Holstein) auf. Anlass (falls man den einen braucht, um Freunde zu besuchen) ist der morgen anstehende Geburtstag meines Freundes. Ich werde hier fürstlich verpflegt und habe auch deren Sauna schon zweimal geniessen können.

Mein alter Schulfreund hat sich schon immer gerne mit Computern beschäftigt, angefangen von den 8- und 16-Bit-Computern der 80er über das Zusammenschrauben von PCs, die Programmierung und Netzwerktechnik. Inspiriert von einer Sonderausgabe der bekannten Fachzeitschrift „Chip“ mit dem Titel „Kultcomputer der 80er“ suchten wir den Dachboden auf. Hier stapelten sich noch zwei C64, drei 1541-Floppydisk-Laufwerke sowie eine 1541 II. Und der heilige rote Kasten mit den Disketten (der von meinem Freund dann versehentlich die Treppe runtergeschmissen wurde – klassischer Softwareabsturz).

Retrogaming-Equipment

Alles, was man für eine Runde beinhartes Retrogaming benötigt: Na, welche Brotdose tut es wohl noch?

Zunächst war zu untersuchen, welche Teile des Hardwaremuseums denn womöglich noch einsatzbereit wären. Eine der beiden „Brotdosen“, wie der C64 liebevoll weiland genannt wurde, sowie das neuste Diskettenklaufwerk vom Typ 1541 II taten es noch. Also wurden die alten Schätze samt zwei Joysticks, Netzteilen und sonstigem Kabelsalat ins Wohnzimmer verfrachtet und mit dem Beamer und der Dolby-Digital-Anlage verdrahtet. Hm… war das Bild nicht eigentlich farbig? Es ist wohl entweder dem DIN-Cinch-Adapter für Composite-Video und Ton, oder der Anschlussbuchse des Homecomputers geschuldet, dass wir nur ein Schwarzweißbild zu sehen bekamen. Naja… umso mehr Retro war es halt…

Startscreen

Ahhh… wessen Herz, wenn man in den 80ern als Junge aufgewachsen ist, schlägt da nicht höher? Sowas gibt es heute auf T-Shirts. Farbe wäre allerdings schon nett. Immerhin: Welches Betriebssystem ist heute innerhalb einer Sekunde nach dem Einschalten einsatzbereit?

Wärend mein Retrogaming-Kollege noch nach einem Kabel für die Tonübertragung suchte, war meine erste Amtshandlung, ein dreizeiliges Programm in Beginner’s All-purpose Standard Instruction Code, auch bekannt als BASIC, zu schreiben.

10 FOR A=0 TO 1000
20 PRINT A
30 NEXT
RUN

Dann bekam ich einen Lachkrampf, als ich sah, wie langsam der Rechner sich durch die Aufgabe, von Null bis Tausend zu zählen, quälte.

Frogger

Für mich als – wenn auch zur Zeit inaktiven – Ingress-Spieler und „Enlightened“-Mitglied ist es natürlich Ehrensache, die kleinen Reptilien sicher über Straße und Fluß zu dirigieren.

Also, rauf aufs Sofa und die Disketten abchecken. Erster Test mit „Wargames“: Greetings, Professor Falken. Die Verteidigung der USA erwies sich als schwierig und nicht besonders motivierend. Also folgten Spieleklassiker wie „Frogger“, „Centipede“, „Donkey Kong“, „Defender“, „Dig Dug“ und „Boulder Dash“. Beim Dirigieren des kleinen Frosches über die befahrene Straße und über treibende Baumstämme und tauchende Schildkröten in einem krokodilverseuchten Fluss hatte mein Retrogamer-Kollege die Nase vorn. Ebenso beim Spiel mit dem steinzeitlichen Einradfahrer „Oerm“. Wenn es jedoch ums Ballern geht… Bei „Defender“, was ich auch schon auf meinem Schneider CPC 6128 gespielt habe, erzielte ich den Highscore. Ebenso beim Dirigieren der Diamantensuchenden, ungeduldigen Ameise bei „Boulder Dash“.

Boulder Dash

Legendär: Wenn man die kleine Ameise bei „Boulder Dash“ ein paar Sekunden nicht bewegt, fängt sie ungeduldig an, mit dem Fuss zu tappen. Als die Pixel noch gefühlte zwei cm Seitenlänge hatten, stand noch die Spielidee, weniger graphische Effekthascherei im Vordergrund. Sie motivierte zu stundenlangem Spielspaß.

Wir hatten eine Menge Spass. Heute muss irgendwann der Lötkolben an den Start. „Projekt Farbe“ steht an.

Zwischenzeitlich allerdings werde ich hier wohl als Hilfslehrer eingestellt. Mein Gastgeber will mich mit in seinen Informatikkurs schleifen, wo ich seinen Schülern, die gerade HTML, css und vielleicht ein bisschen Javascript lernen, ein bisschen etwas über den Arbeitsalltag eines Webentwicklers erzählen soll. Abends geht es dann in ein Konzert nach Hamburg von irgend so ner Popkombo, die gerade einen Hit im Radio hat… keine Ahnung, mal sehen. Dann feiern wir vielleicht noch in den Geburtstag hinein.

Bis die Tage!

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Gegendarstellung: We have two winners!

Mein Urlaub in der Ukraine ist mittlerweile fast schon wieder drei Wochen her. „Damals“ gab es ein kleines Gewinnspiel: Ich hatte meinen Urlaubsort zunächst geheimgehalten und zum Raten aufgerufen.

Zunächst dachte ich, Thomas hätte als erster den richtige Tipp, nämlich „Odessa“, abgegeben. Er hatte den Kommentar nämlich an einen älteren Beitrag geschrieben. Eigentlich hat Tobi gewonnen, der seinen Kommentar als erster an den folgenden Artikel, in dem ein Foto der bekannten Potemkin-Treppe zu sehen ist, gepostet hat. Das Ergebnis war allerdings ziemlich knapp:

Tobi: 28.09.2013, 18.47 Uhr
Thomas: 28.09.2013, 19.03 Uhr

Wir reden also von gerade 16 Minuten Unterschied. Da ich Thomas schon lautstark als Gewinner ausgerufen habe, entschied ich, dass beide gewonnen hätten. Mit viel Mühe konnte ich die beiden überreden, auch einen Preis entgegen zu nehmen. Der eine entschied sich für den Film, der die Potemkin-Treppe weltbekannt machte (Leonid Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin), der andere wollte eine Flasche Captain Morgan. Ich sage aber nicht, wer was haben wollte, wer die beiden kennt, wird es ahnen. Nochmals Herzlichen Glückwunsch!

Gewinne

Tja. Ein Gewinner wollte die DVD „Panzerkreuzer Potemkin“, der andere eine Flasche Rum. Ich sag‘ aber nicht, wer was bekommt… In beiden Fällen gut gewählt und Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern!

Allen anderen: Vielen Dank fürs Mitraten. Nächstes Mal werde ich wahrscheinlich an einem 0815-Urlaubsort landen und vielleicht auch gar kein Geheimnis draus machen. Aber wer weiß das schon, vielleicht sticht mich wieder der Hafer.

Bis bald!

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Hinterher-Mathe

(Grrr. Mein diebischer, kleiner Neffe hat sich des englischen Ausdrucks im Blog-Kontext bemächtigt, ebenso wie einer ähnlichen E-Mail-Signatur für seine mobilen Mails, wie ich sie habe. Naja, eigentlich fühle ich mich eher geehrt, wenn die Jugend bei mir abguckt… Irgendwann ist die Bande cooler als ich, dann klaue ich bei denen, jawoll!)

Ähm. Eine Sache habe ich noch vergessen, im letzten Beitrag anzumerken. Obwohl man das im Prinzip herauslesen kann, wollte ich noch eines klarstellen: Ich hab‘ es nicht bereut, diese Reise gemacht zu haben. Sicher, man hätte anderswo sicherlich einen angenehmeren, erholsameren Urlaub machen können. Aber ich möchte die Erfahrungen und Erlebnisse nicht missen, die ich gemacht habe. Und es ist so, wie es im Reiseführer steht – diese Nachtfahrten in den Zügen lassen einen ein Stückchen Ukraine hautnah erleben, und ich würde nur jedem mit ein wenig Abenteuerlust, dem Komfort nicht immer so wichtig ist, empfehlen, so eine Tour zu machen.

Gestern, nachdem ich zuhause angekommen war, habe ich noch zwei Stunden am PC verbracht und bin ersteinmal ins Bett gefallen. Als ich aufwachte, fühlte ich mich total fiebrig und unfit. Ich ging trotzdem ersteinmal einkaufen und warf eine Ladung Wäche in die Maschine. Aber ich habe dann doch den Termin heute mit zwei Freunden und deren Kindern abgesagt, erstens fühlte ich mich einfach zu fertig, zweitens soll sich ja niemand anstecken. Es war ja so, wie ich befürchtet hatte: Der Stress und die ungesunde Ernährung so wie der Aufenthalt auf Flughäfen mit den vielen Leuten und Krankheitserregern hat sein Tribut gefordert. Nach dem Wäscheaufhängen nahm ich noch ein rudimentäres Abendessen zu mir. Mit einem Glas frischgepressten Grapefruit/Orangensaft versuchte ich mein Immunsystem, welches sich von unbekannten Krankheitserregern in Rückzugsgefechte hatte verwickeln lasse, zu unterstützten.

Ich ging ins Bett und applizierte Kälte mithilfe eines nassen Waschlappens. Heute morgen wachte ich dann auf – und war wieder fit. Manchmal ist das so. In Dänemark hatte ich mich am Strand einmal total unterkühlt. Mir ging es unglaublich dreckig, Schüttelfrost und so weiter. Aber irgendwie schüttelte mein Körper das innerhalb einer Nacht komplett wieder ab. Scheint doch auf Zack zu sein, das Immunsystem.

Bis irgendwann.

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Bob is back!

Nun, Satay-Spiess hat natürlich mit dem Kommentar zu dem kleinen Intermezzo in Frankfurt mit allem Recht. Ich weiß auch, dass der Schlüssel nicht in den Koffer gehört – ich hatte nur vergessen, ihn umzupacken. Wenn ich im Ausland unterwegs bin, lasse ich ihn immer im Koffer, wozu mitschleppen. Ich hatte ein Hotel, ich hatte was zu essen, um den Koffer wurde sich gekümmert – also alles gut. Aber man wird wohl mal ’n Moment sauer sein dürfen…Die Leute der Lufthansa von der Gepäck-Dingsbums waren auch sehr hilfsbereit und kompetent. In dem Augenblick, als mir die Dame sagte, dass mein Koffer im selben Vogel flöge wie ich, war ich ja auch schon wieder mit der Welt versöhnt.

Gepäck wird in die CRJ700 zum FMO verladen

Mit Argusausaugen spitze ich auf die Gepäckverladung – ist die quietschorangene Hartschale dabei?

Nach dem Boarding ging es rein in einen Bus. Hier unterhielt ich mich noch nett mit einer jungen Mutter, deren echt total knuffiges Baby sie vom Schuss des Papas aus immer wieder anlächelte. Papa war Australier, sie kommt aus Münster, es ist der erste Besuch von Junior bei Oma und Opa in Deutschland. Wir fuhren dann mit dem Bus zu einem Canadier CRJ700, und sie meinte, sie flöge nicht so gerne mit so kleinen Flugzeugen. Kurz vor dem Einstieg in den Flieger versuchte ich noch, meine quietschorangene Hartschale zu erspähen, denn das Gepäck wurde ebenfalls gerade geladen. Ich sah das Teil nicht.

Gepäckband 2 am FMO

Na, wehe, das klappt jetzt hier nicht!

Rein in den Vogel, warten, Taxiing, Takeoff. Es war ein sehr angenehmer, ruhiger, 45-minütiger Lufthüpfer. Angekommen am FMO suchte ich die Gepäckausgabe auch, und siehe da… Bob, der Baumeister (so aus naheliegenden Gründen der inoffizielle Name der quietschorangenen Hartschale) war wieder da. Ich ging noch brav zur hiesigen Gepäck-Dingsbums und gab meinen Zettel aus Frankfurt dort ab, der von einer emsigen Lufthansa-Mitarbeiterin sogleich fotokopiert wurde. Sie bat mich noch, meinen Leo unter einen Zettel zu setzen, von wegen dass ich das Gepäck erhalten habe, und das war’s dann.

Bob is back

Da isser ja wieder, der kleine Ausreißer!

Draußen sah ich, dass ich nur gut zehn Minuten auf die X-150 zu warten brauchte. Auf dem Weg nach Osnabrück waren wir diesmal zu zweit, es war noch ein junges Mädchen dabei (vielleicht 18), die zuvor mit einem BWM X5 auf dem Bussteig angeliefert worden war. Eine halbe Stunde später war ich am Neumarkt, brauchte hier auch nur vier Minuten zu warten, bevor mich die R11 nachhause brachte. Und das war’s dann.

Fazit:
Insgesamt ist es wohl – wenigen Stichproben zufolge – so, dass die Menschen in der Ukraine ihrem Land und insbesondere ihrer Regierung nicht viel zutrauen. Das hat mir wieder einmal gezeigt, wie gut wir es hier in Deutschland haben. Und das wir es trefflich verstehen, auf hohem Niveau zu jammern. Vielleicht nicht nur, was Lebensstandard angeht, sondern sogar, was unsere politischen Verhältnisse angeht. Denn im Vergleich zu z.B. der Ukraine oder Italien oder sogar den USA sind wahrscheinlich die bei uns auch immer noch ziemlich gut. Vielleicht ist das größte Problem unseres Landes, dass wir notorische Nörgler ohne Selbstbewusstsein sind (allen voran ich natürlich).

Vielleicht habe ich bei dem Trip ein wenig über mich selbst gelernt, aber darauf möchte ich nicht näher eingehen.

Eine gewisse post-sovietische Tristesse lag leider immer noch schwer über vielen Orten. Aber wenn man ehrlich ist, auch hier gibt es – z.B. in Hamburg-Harburg absolut hässliche Ecken, in denen es auch nicht schöner aussieht. 60er-Jahre-Industrieviertel sind auch in Deutschland nicht so besondert hübsch anzusehen. Wenn man natürlich mit einer vorgefertigten Meinung ankommt, dann sieht man auch alles durch die entsprechende Brille.

Da, wo jemand einem Markt riecht und glaubt, ’nen schnellen Euro oder Dollar verdienen zu können, werden natürlich Luxus-Einkaufstempel aus dem Boden gestampft, die manchmal etwas fehl am Platz wirken. Neben brökkelnden Gebäudefassaden liegen die Luxus-Yachten der Reichen. Und die Porsche Cayenne – Dichte in Odessa schien mir größer als in Osnabrück.

Neben den Leuten, die auf Touri-Abzocke aus waren, habe ich nette und gastfreundliche Urkainer getroffen. Es war mir ein wenig unangenehm, mich von denen zu irgendetwas einladen zu lassen, weil ich ahnte, erheblich mehr Kohle zu haben als die. Aber ich ahnte auch, dass Ablehnung die womöglich beleidigt hätte.

Leider – und daran ist einfach nur meine Entscheidung schuld, trotz der Jahreszeit diese Breiten aufzusuchen – war das Wetter die meiste Zeit nicht so schön. Und das ist schade, denn ich glaube, bei schönem Wetter sind sowohl Odessa als auch Sewastopol Orte, in denen man sich durchaus am Meer wohlfühlen kann. Ich finde es ein bisschen traurig, denn ich glaube, sonst wären beide Städte bei mir besser weggekommen.

Und es ist auch einfach schade, dass die Leute dort meiner Ansicht nach nicht so richtig wissen, wie man es anpacken muss, um vielleicht auch mehr Touristen aus dem Westen (und deren Geld) anzulocken. Denn ich glaube, die ukrainischen Schwarzmeer-Städte könnten auch durchaus für den europäischen Durschnittstouristen interessant sein, wenn man das alles ein wenig „überarbeiten“ würde. Insbesondere, wenn es gelänge, das hauseigene Flair geschickt mit westlichen Standards (z.B. genügend Geschäfte für POSTKARTEN, zum Geier nochmal!) zu verknüpfen.

Borschtsch ist sehr lecker trotz der roten Beete. Ich kenne hier einen Laden, wo ich mir vielleicht mal eins reinziehen kann.

Die Hotels hatten kleinere Mängel (bis auf das letzte nicht so tolle Duschen), waren aber unter dem Strich alle drei sehr okay (besonders das letzte, wegen der guten Dusche und Daria, der hübschesten Rezeptionistin der Welt).

Auch, wenn ich ein bisschen mit der post-sovietischen Atmosphäre zu kämpfen hatte, so ist das trotzdem nicht unbedingt mein letzter Urlaub in einem Land der ehemaligen Sovietunion gewesen. Vielleicht mein letzter in der Ukraine, obwohl ich mir einen Besuch in Kiev auch durchaus irgendwann einmal vorstellen könnte. Aber Moskau und St. Petersburg reizen mich auch, vielleicht auch eines Tages die baltischen Staaten. Von denen hört man ja teilweise, dass sie Skandinavien näher sind als der Sovietunion. Trotzdem… muss nicht unbedingt nächstes Jahr schon wieder sein. Wenn dann der Urlaub wieder in den September/Oktober fällt, suche ich mir vielleicht etwas sonnigeres!

Alleine Reisen hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Ich fühlte mich einige Male einsam. Andererseits, wenn ich die Reisegruppen wie die Schäfchen mit ihren Guides irgendwo sehe, dann habe ich auch wieder nicht so viel Lust, sowas zu machen. Ich liebe es einfach, jederzeit tun und lassen zu können, was ich will.

Regenbogen in Frankfurt

Die Spiegelungen in der Scheibe waren nicht zu vermeiden, als ich diesen Regenboden fotografierte. Erstaunlich war, dass es dabei schon fast dunkel gewesen ist, so dass ich mich fragte, woher das Licht für den Regenbogen kam.

So, nun erstmal Tschüß an alle, die fleißig gelesen haben. Ich freue mich natürlich wie immer über das positive Feedback. Eigentlich erfüllt der Blog schon für meine Familie und für mich selbst seinen Sinn, aber jeder, der sonst noch mitliest und mir das auch sagt, motiviert mich natürlich zusätzlich, zu schreiben.

Bis zum nächsten Mal, michikarl.

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Alles toll in Deutschland

Frankfurt am Main Flughafen (schon wieder), 07.03 Uhr.

Spuhlen wird doch erstmal zurück nach Wien. Angekündigte Verspätung 20 Minuten, da habe ich mir erstmal ein teuer Bier genehmigt (allerdings bei Weitem nicht so teuer wie das am Vorabend in Odessa). Dann irgendwann rein in den A321 der Lufthansa. Abflug war dann so eher 45 Minuten später als geplant. Ich hätte in Frankfurt eine Stunde und zehn Minuten Aufenthalt gehabt, planmäßig.

Das Glas heller Freude

Teuer Bier. Naja, alles ist relativ. Übrigens, helle Freude, vielleicht, aber Glas… Nö.

Der Kapitän sagte an Bord an, dass das Flugzeug, welches zuvor aus Frankfurt gekommen war, dort verspätete losgekommen sei. Grund sei der Beginn der Schulferien der Hessen, dadurch wären die Sicherheitskontrollen in Frankfurt überlastet gewesen. Später wurde noch durchgesagt, dass alle Anschlussflüge erreicht würden.

Ja, lustig! Theoretisch hätte ich den Flug ja auch noch bekommen. Stattdessen musste ich, weil meine quietschorangene Hartschale aus Gründen, die nur die Trulla an der Gepäckaufgabe in Odessa bekannt sein dürften, mein Koffer nur bis Frankfurt eingecheckt. Also trabte ich nach der Landung in FRA zur Gepäckausgabe. Es dauerte erstmal eine Weile, bis diese begann. Dann kamen keine Koffer mehr. Aber anhand der immer noch wartenden Leute ging ich davon aus, es kommt noch was. Es kam auch noch was. Nur nicht mein Koffer. Und dann meldete der Monitor am Band, die Ausgabe sei beendet.

Gepäckausgabe

Gepackband des Grauens

Schöne Scheiße, Koffer weg, Flieger zum FMO weg. Kaum betritt man deutschen Boden, schon fängt der Ärger an. Also zur Gepäckverfolgung, oder wie das heißt (hab ich schon wieder verdrängt) am Band. Die ließ sich meinen Gepäckschnipsel aushändigen und entlockte ihrem Computer die Info, mein Koffer sei noch in Wien. Ich solle zum Ticketschalter gehen, dort würde man mir entweder einen „Ground-transportation-voucher“ (was soviel wie ein Gutschein für ein Bahnticket bedeuten dürfte) oder ein Ticket für einen Flieger am kommenden Tag und einen Voucher fürs Hotel geben. Der Koffer würde mir am nächsten Tag nachhause geschickt.

Also, zwei Etagen hoch. Dort gibt mir ein Lufthansa-Mitarbeiter eine Nummer, ich würde ausgerufen. Also wieder Schlange stehen und warten, bis meine Nummer auf dem Monitor erschien. Der Lufthansa-Mitarbeiter schaute nach Zügen, aber da wäre ich über 5 Stunden unterwegs, und es ginge kein Flieger mehr zum FMO.

Also nahm ich weisungsgemäß den Shuttlebus zum Intercity Airport Hotel. Im Bus saß eine junge Dame, die die ganze Fahrt über telefonierte und dem Gesprächspartner ihre Geschichte erzählte, sie ist wohl auch hängen geblieben. Und diverse andere Leute im Bus ebenfalls.

Es ging vorbei an den weitläufigen Anlagen des Frankfurter Flughafens. Ausfahrt „Cargocity Süd“ verließen wir die Flughafen-Autobahn und kamen am Hotel an. Es gab noch einen Gutschein fürs Abendessen. Das Restaurant schlösse zwar in 15 Minuten, aber man würde noch auf die Gestrandeten warten. Ich erhielt unter anderem eine Schlüsselkarte für ein Zimmer im ersten Stock.

Dort angekommen fiel mir erstmal nur auf, dass im Bad Handtücher auf dem Boden lagen. Aber weil das Abendessen ja eilte, ging ich erstmal ins Restaurant. Dort gab es ein Buffett mit Vorspeisen, Suppen, verschiedenen Hauptspeisen und Desserts. Ich nahm Huhn mit Spaghetti und Sauce und zum Nachtisch Milchreis.Es schmeckte ganz gut, aber genießen konnte ich das nicht, dazu war ich noch viel zu gestresst.

Ungemachtes Bett

Ich bin ja nicht pingelig. Aber so geht das nicht.

Wieder auf dem Zimmer angkommen, stellte ich fest, dass auch das Bett nicht gemacht war. Also ein paar Fotos gemacht und mit diesen und der Schlüsselkarte zur Rezeption. Offenbar hatte mein Zimmer als „fertig“ im Computer gestanden. Ich bekam eine neue Schlüsselkarte für ein neues Zimmer, welches ich dann bezog.

Hier stellte ich fest, dass es kein kostenloses WLAN gab, aber ich konnte ja wieder via Mobilfunk ins Netz. Also schon mal kurz die Ereignisse stichpunktartig gebloggt, Wecker auf halb fünf gestellt und ab ins Bett.

Morgens weckte mich mein Handy wieder mit „Chattanooga Choo-Choo“, ich hatte keine Lust mehr gehabt, mir einen angemessenen Klingelton herauszusuchen. Im Nachhinein wäre „Dazed and confused“ von Led Zeppelin ein Kandidat gewesen.

Also raus aus der Falle und unter die Dusche. Okay, meine sämtlichen Toilettenartikel waren im Koffer, Zahnbürste, Deo und so weiter. Und natürlich hatte ich auch keinen weiteren Satz Unterwäsche dabei. Also nach der Dusche (immerhin) rein in die Klamotten des Vortages. Aber noch unter der Dusche fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, meinen Schlüsselbund vom Koffer in meine Hosentasche umzusiedeln. Schöne Sache! Denn es war ja nicht geplant, dass der Koffer mit mir fliegen, sondern mit zugestellt werden sollte.

Ich habe in Osnabrück einen Zweitschlüssel bei guten Freunden deponiert. Aber ich bin mir nicht sicher, ob die überhaupt da sind, immerhin sind ja Herbstferien, und ich meinte, die wollten mit den Kindern noch irgendwie wieder an die Nordsee. Wie auch immer, der Tag begann, wie der vorige geendet hatte, mit Stress.

Bei der Weckzeit hatte ich mir von vornerherein viel Pufferzeit am Flughafen eingeplant, weil ich am Flughafen noch prüfen wollte, ob der Koffer nicht mit mir mitfliegen könnte. Das war nun wegen der Schlüsselsache umso wichtiger. Es war also erst 05.00 Uhr, als ich auscheckte und auf das 05.15 Uhr-Shuttle wartete. Großzügigerweise wäre das Frühstück ja inklusive gewesen. Bringt nur wenig, wenn der Laden erst um 06.00 Uhr aufmacht. Von wegen, der frühe Vogel fängt den Wurm! Der muss erstmal warten, bis das Restaurant aufmacht, so sieht das aus!

Intercity Hotel

Hier also verbrachte ich ungeplant eine Nacht.

Also rein in den Bus, hin zum Flughafen. Hier kam ich dann etwa drei Stunden vor Abflug an. Zunächst wollte ich noch eine Anfrage wegen meiner quietschorangefarbenen Hartschalte stellen. Die Gepäckverfolgung war unten bei der Gepäckausgabe. Ich fragte mich, ob das nicht noch im Sicherheitsbereich sei, und wie ich denn da hinkäme. Und ob mir vielleicht auch wer anderes von der Lufthansa helfen könnte oder es einen weiteren Schalter dafür woanders gäbe. Also suchte ich mir im A-Terminal einen Wolf und fragte schließlich eine Frau am Lufthansa-Check-in um Rat. „Vielleicht beim Ticketing eine Etage höher, die machen gleich auf.“ Also hoch und abwarten, bis der Schalter öffnete. „Nein, da müssen Sie zur Gepäckverfolgung.“ Ich fragte, wo die wäre, habe aber die Wegbeschreibung nicht kapiert, oder sie war falsch. Wieder herumirren. Wieder Check-in. Einen anderen Mitarbeiter gefragt. „Äh, vielleicht am Ticketschalter…“

Na super. Super Lufthansa, super Deutschland. Ich konnte nicht umhin, daran zu denken, wie Deutschland in den letzten zwei Wochen von den Ukrainern immer gelobt worden war. Aber hier fand ich in diesem nicht gerade übersichtlichen Flughafen nicht mal einen Informationsschalter des Flughafens, wo jemand mir mal sagen konnte, wohin ich mich wenden sollte.

Ich ging nochmal in die Richtung, aus der ich gestern gekommen war, zur Gepäckannahme. Da gab es dann Türen, die nur nach draußen führten. Fluggäste mit Gepäck kamen hindurch. Die Glücklichen! Ich spielte kurz mit dem Gedanken, mich da reinzuschleichen. Aber mit Sicherheit würde alles kameraüberwacht, und so interessant und berichtenswert die Begegnung mit der Bundespolizei hätte werden können, ich wollte eigentlich nur nachhause und legte keinen gesteigerten Wert darauf.

Am Ende fand ich dann doch einen Weg zur Gepäckausgabe und damit auch den Schalter der Gepäckverfolgung. Dort erfuhr ich, dass der Koffer bereits in Frankfurt sei und mit Flug LH062 zum FMO transportiert würde. Das ist auch mein Flug! Die Dame sagte mir dann, ich könne ihn ganz einfach dort von der Gepäckausgabe abholen, es wäre nur nett, wenn ich der dortigen Gepäckverfolgung sagen würde, dass der Vorgang abgeschlossen sei und man mir den Koffer zuhause nicht mehr zuzustellen brauche. Uff.

Okay, Bordkarte hatte ich ja schon für LH062. Also durch die Security (hurra, wieder einmal) und zum Gate. Und da sitze ich jetzt. In fünf Minuten beginnt das Boarding.

Wird fortgesetzt…

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Ungeplante Zwangsurlaubsverlängerung

Frankfurt am Main, 22.26 Uhr.

Leute ich muss morgen früh raus, deswegen versuche ich, es kurz zu machen.

  • Flieger aus Wien hatte 40 min. Verspätung, Grund war, dass er am FRA auf dem Hinflug Verspätung hatte. Bei den Hessen war Ferienanfang, die Security war überlastet. Weiß man ja auch nicht vorher, sowas.
  • Hätte den Vogel zum FMO zwar wahrscheinlich noch erwischt, aber ich musste ja leider meine quietschorangene Hartschale (da hat sich die Überschrift des letzten Artikels leider im Nachhinein bewahrheitet, gut dass ich nicht „Lufthansa-Airbus verunglückt getitelt“ habe…) abholen und neu aufgeben.
  • Hätte ja klappen können – wenn sie denn aufgetaucht wäre. Ich wartete, bis die Gepäckausgabe vom Monitor als beendet gemeldet war. Kein Koffer
  • War am Serviceschalter. Auskunft: Koffer ist noch in Wien, Flug zum FMO bekommen Sie nicht mehr. Koffer wird nachgeschickt, sie bekommen ein Zugticket oder eine Übernachtung und einen Flieger morgen.
  • Zum Ticketing gegangen, entsprechende Voucher bekommen.
  • Mit Shuttelebus zum Intercity-Airport-Hotel
  • Abendessen
  • Zimmer bezogen, festgestellt, dass Zimmer nicht fertiggemacht war, Bett zerwühlt etc.
  • Zur Rezeption, neues Zimmer geben lassen.
  • Neues Zimmer bezogen
  • Über die tolle Serviceleistung „WLAN 4,50/Stunde oder 14,50/24 Stunden“ schlappgelacht.
  • Blog schreiben

Den ausführlichen Bericht mit vielen Hochglanzbildern lesen Sie morgen an dieser Stelle.

Bis bald.

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Wo ist die quietschorangene Hartschale?

Flughafen Wien, Gate F12, 17.12 Uhr. So, Ukrainian International hat mich mit einer 737 sicher hierher geflogen. Die Boeing 737 ist sowas wie der VW Käfer der Lüfte. Wird seit 1967 ausgeliefert (die erste bekam übrigens die Lufthansa), lt. Wikipedia sind durchschnittlich weltweit 2.000 Boeing 737 gleichzeitig in der Luft, und durchschnittlich landet oder startet alle 2 Sekunden weltweit irgendwo eine. Mein erster Flug mit einer 737 war der Flug von Wien nach Odessa.

Boeing 737 der Ukraine International - sozusagen der VW-Käfer der Lüfte

Boeing 737 der Ukraine International – sozusagen der VW-Käfer der Lüfte

Was ich am Fliegen ja am meisten hasse, ist das Umsteigen. Insbesondere, wenn ich noch keine Boarding-Card für den Anschlussflug habe und ich mir nicht sicher bin, muss ich jetzt meine quietschorangene Hartschale abholen und neu einchecken, oder nicht? Auf dem Hinflug war alles von vorneherein bis Odessa eingecheckt. Diesmal hatte ich nur einen Boarding-Pass für den ersten Flug.

Mike Tyson Heckflosse

Cool. Ich will auch mein Antlitz auf so einem Seitenleitwerk haben!

Wie auch immer, der Flug war ereignislos, außer dass sich mein Sitz nicht ganz in die aufrechte Position einstellen ließ, was von den Stewardessen bei Start und Landung bemängelt wurde, bis ich den Sachverhalt demonstrierte. Apropos Sitz… irgendwann stellte ich fest, dass diese Bestuhlung der 737 tatsächlich noch Aschenbecher in den Lehnen hatte.

Aschenbecher in der Sitzlehne

Aschenbecher in der Sitzlehne – bedeutet das, dass die Bestuhlung irre alt ist, das ganze Flugzeug irre alt ist, oder dass Ukraine International einfach anderes über das Rauchen denkt? Die „Rauchen verboten“-Zeichen blieben den ganzen Flug über an.

Nach der Landung in Wien wurde mir klar, wie irre klein der Flughafen Odessa doch ist. Hier musste ich mich zuerst auf die Suche nach der Bordkarte machen. Zwei Info- bzw. Service-Schalter auf dem Weg waren unbesetzt. Schließlich half mir ein Flughafenmitarbeiter, der meinen suchenden Blick bemerkte hatte. Okay, erstmal durch die österreichische Passkontrolle, Richtung Gate, durch die Sicherheit und dann Richtung Schalter. Es ist ein Wunder, dass ich Töffel bei meinem delittantischen Gefliege durch die Weltgeschichte noch nicht irgendwo verlorengegangen bin.

Es war noch echt viel Zeit bis zum Abflug. Da ich nicht online einchecken konnte und der Schalter noch nicht offen war, probierte ich es mal mit einem Automaten. Ich wählte „Legitimation per Ausweis oder Reisepass“ anstelle von „Legitimation via Ticket- oder Buchungsnummer“. Nach ein bisschen Gebastelt wollte das Ding die Ticket- oder Buchungsnummer haben. Hab ich nicht verstanden. Also wählte ich gleich „Legitimation via Ticket- oder Buchungsnummer“. Mist, ich hatte das Falsche ausgedruckt, auf meinem Ausdruck stand die Information nicht drauf. Also mit dem Schlaufon ins kostenlose WLAN des Airports, alte Mails nochmal neu runtergeladen, in irgendeiner Expediamail habe ich dann ne Ticketnummer gefunden. Damit konnte ich mir immerhin schon mal die Bordkarten bis FMO ausdrucken.

737-Triebwerk

Braves Triebwerk, hier übrigens mit geöffneter Abdeckung für die Schubumkehr.

Mist, ich war mir nicht sicher, ob ich die quietschorangene Hartschalte nochmal abholen und aufgeben musste oder nicht. Natürlich habe ich in der Ukraine gefragt, die Antwort aber wieder vergessen. Ich meine, das Teil sei bis FRA gelabelt, was aber auch wieder unlogisch klingt: Ich war bis VIE eingecheckt, der Koffer aber schon bis FRA?

Egal, jetzt hocke ich halt in der Abfluglounge von F12, hab meine Bordkarten und schaue in Frankfurt mal weiter. Vielleicht kann ich irgendwann noch einen freundlichen Mitarbeiter der Lufthansa fragen. Ich gehe davon aus, dass ich das Teil in Frankfurt abholen muss. Und wenn was schiefgehen sollte, es wird Mittel und Wege geben, das geliebte Gepäckstück (und die Sachen die drin sind) irgendwie wiederzubekommen.

Wird fortgesetzt…

Nachtrag:
Um dem klugscheißerischen Leher aus Schleswig-Holstein zuvorzukommen: Selbstverständlich weiß ich, dass mein Gepäck im Zweifelsfalle in Murmansk gelandet ist.

Inzwischen wurde verkündet, dass mein Flieger nach Frankfurt/Main hier mit zwanzig Minuten Verspätung starten würde. Mal sehen, ob das so bleibt. Und ob ich damit Probleme in Frankfurt bekomme. Der Aufenthalt dort sinkt dann auf 50 Minuten, der Flughafen ist groß, und ich muss mir doch meinen Koffer noch abholen…

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Im Polizeiauto zum Flughafen

Airport Odessa, 13.47 Uhr. Ich habe die Sicherheit passiert und sitze in der Abflughalle.

Ich war schon wach, als das iPad den Weckton abspielte, „Back in the USSR“. Es ging zwar in die andere Richtung, aber trotzdem fand ich das ganz passend. Ich hoffe nur, dass sich die Textzeile „Man, I had a dreadful flight“ nicht bewahrheiten wird… Wenn ich dem Song textmäßig allerdings umgekehrt folgen würde, ginge es jetzt nach Miami, nicht nach Müster/Osnabrück. Hm… wäre ja auch nicht schlecht. Vielleicht ein andernmal.

Nach dem Duschen ging ich frühstücken, wieder Cerealien, Croissant, einen Muffin, Scheibe Weißbrot mit Lachs. Ich bekam keinen Kaffee, irgendwas soll wohl mit der Maschine nich in Ordnung gewesen sein, also „English Breakfast“. Ich hörte einen Tisch weiter meine Muttersprache, das waren zwei Männer in meinem Alter, die, wie sich auf meine Anfrage zeigte, beruflich in Odessa waren. Irgendwas mit Belüftungsanlagen für Bäckereien.

Zurück ins Zimmer, alles einpacken und checken, ob ich auch nix vergessen habe, dann los. ZWei AbBiBCbKe 1715 – Biere, eine Flasche Wasser und ne Tüte Lays-Chips habe ich dagelassen, ich hatte mich natürlich mal wieder mit zuviel Kram eingedeckt, den ich nicht mitnehmen wollte. Ich ging runter in die Lobby und bat die oberhübsche Daria vom Desk, mir ein Taxi zu rufen, was sie natürlich auch tat. Dieses war dann knapp 15 Minuten später da, und ein Mann vom Hotel schaffte mir den Koffer in den Kofferaum. Dann ging es los Richtung Flughafen.

Das Taxi war ein recht neuer Citroen (vier Montate alt, wie ich vom Fahrer und Besitzer erfuhr), und der Fahrer hatte Lust auf Konversation und sprach leidlich Englisch. Er wollte wissen, woher ich käme, und als ich „Germany“ antwortete, erging er sich darüber, was für ein tolles Land das sei, und wie gut man da leben könne. Ein Freund von ihm wohne dort, wie er erzählte. Ich erzählte im von meiner Begegnung mit dem 21-jährigen und seiner Meinung, die Ukraine habe keine Zukunft, was er eifrig bestätigte. Auch meine Frage „Warum?“ hin antwortete er „Too many bad people in gouvernment.“ Er selbst sei eigentlich Polizist, im Range eines „Captain“, und bekäme 370 Dollar im Monat. Unter seinem Trenchcoat, der, wie er sagte, aus Deutschland stamme, trug er sogar seine Uniform. Oh, sagte ich, dann müsse ich ja aufpassen, was ich sage. Das tat ich dann auch tatsächlich. Ich war versucht, ihn nach dem Wahrheitsgehalt der Geschichten, die ich über Polizisten in der Ukraine gelesen hatte, zu befragen, die von Touris irgendwelche sogenannte „Strafen“ für Pseudodelikte einkassieren würden. Aber ich nahm davon doch sicherheitshalber Abstand. Insbesondere, als er mir erzähle, was für tolle, deutsche Produkte er so haben, unter anderem einen S-Klasse-Mercedes Baujahr 1990. Hm, schon fies, sofort einen Korruptionsverdacht zu hegen, aber sicher ist sicher. Trotzdem freute ich mich über ein wenig Konversation mit einem Einheimischen.

Flughafen Odessa

Auch bei mir immer gerne mal wieder genommen: Fotos mit falschem Weißabgleich und Blaustich. Gehört fast schon dazu wie Bilder von Handtaschen und von meiner quietschorangenen Hartschale.

Die Fahrt, und ich hatte Daria vorher schon gefragt, was ich zu erwarten hätte, kostete 160 UAH. Ich gab ihm 200 und legte noch nen 10er drauf. Deutsche Produkte sind hier sicherlich teuer. Es war noch vor 12.00 Uhr, der Flug soll um 15.00 Uhr starten. Zuerst fand ich ein Büro der Ukrinian Airways und fragte eine Dame, wann der Check-in begänne und an welchem Schalter. 13.00 Uhr, Schalter 3/4, bekam ich als Antwort. Da das Flughafengebäude mit einer 60er-Jahre-SU-Anmutung ziemlich voll war und es nicht regenete, zog ich es vor, draußen zu warten und zu lesen.

Ein letztes Foto von einem Streunerhund

Dieser Hund streunte direkt von dem Flughafen herum. Letzte Gelegenheit, noch einen zu knipsen, und dieser sah auch sehr nett aus.

Gegen 13.00 Uhr stellte ich mich in die Schlange von Schalter 5, wo ich offenbar einchecken konnte. Hinter mir wurde Deutsch gesprochen, und zwar kein österreichisch gefärbtes Deutsch – offenbar auch Landsleute. Ich musste gar nicht so lange Warten, bis mir auf Vorlage meines Reisepasses eine Bordkarte ausgestellt wurde, aber nur bis Wien. Dort muss ich also nochmal einchecken. Meine quietschorangefarbene Hartschale scheint aber den Labels nach bis nach Frankfurt gecheckt zu sein. Keine Ahnung, in Wien vielleicht sicherheitshalber noch einmal nachfragen.

Security ging wirklich fix – ich konnte meine Schuhe anbehalten, keiner unterzog mich einer Leibesvisitation, und auch mein Laptop wurde nicht mit so einem elektronischen (oder echten) Hund abgeschnüffelt. Die Abflughallte hat nichts mit den komfortablen Lounges großer europäischer oder amerikanischer Flughäfen gemeint. Triste Farben, blaue Stahlsitze, wie sie bei uns in Bushaltestellen zu finden sind, und diese auch nicht in ausreichender Menge vorhanden. Ich zeigte einer Frau an Gate 1 meine Bordkarte, und fragte, von welchem Gate wohl mein FLug ginge, und sie meinte „I hope, here.“

Odessa ist immerhin eine Millionenstadt. Ich hatte meinem Taxifahrer/Polizisten von den Problemen auf unserem Hauptstadtflughafen erzählt. Der meinte, die hätte man in Odessa ebenfalls. Wir waren da schon fast angekommen, und er zeigte mir sich im Bau befindliche Gebäude unmittelbar neben dem alten Flughafengebäude.

Tja, da bin ich nun. Immerhin gibt es hier ein WLAN,dass ich nutzten kann, so dass ich dies hier wohl auch sofort hochladen kann. Vielleicht sogar mit ein paar Bildern, mal sehen.

Wird fortgesetzt…

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