Spaziergang in der näheren Umgebung

Ich machte mich dann mal auf die Socken, um die nähere Umgebung des Hotels zu sondieren und möglichst ein paar Getränke (Wasser, Bier) einzukaufen. Das Wetter: Bedeckt, leichter Wind, vielleicht 16 Grad. Direkt vor dem Hotel (welches übrigens über 190 Jahre alt ist, das ist noch ein Kapitel für sich) ist eine Art recht schöner Boulevard. Dahinter kommt noch eine Straße und dann auch schon der Hafen.

Hafenblick

Blick auf den Hafen

Eine lange Treppe führt über 192 Stufen zum Hafen herunter. Oben ist das ein bisschen Tourifalle, mit Ballonverkäufern und so. Zwei Falkner waren da mit ihren Vögeln zugange, und wenn man nicht schnell genug abhaut, setzen sie Dir einen großen Vogel auf den Arm und bieten Dir an, ein Foto zu machen. Ich konnte nicht verhindern, dass so ein Tier es sich auf meinem Arm bequem machte, aber ich habe dann doch nachdrücklich auf das Foto verzichtet. Dann machte sich ein anderer, ziemlich aufdringlicher Kerl an mich heran. Zuerst wird man gefragt, woher man kommt und kriegt dann gesteckt, wie toll doch Deutschland ist. Und dann wird man diese Typen nicht los, die tun so, als wäre man best friends, und dann droht irgendwas Fadenscheiniges. In diesem Fall wollte der Mann irgendwann gerne Euromünzen in Scheine gewechselt haben. Ich hab was darüber gelesen, dass man sich vor solchen Vorfällen hüten sollte und behauptete, ich hätte keine Euronoten. Gleichzeitig habe ich gelesen, die Leute hier seien sehr nett und gastfreundlich. Ist schon scheiße, immer so misstrauisch sein zu müssen, vielleicht tue ich den Leuten auch mal Unrecht. Aber andererseits… so wie sich hier die Leute aus heiterem Himmel an mich ranschmeißen… Ist ja fast wie auf der Reeperbahn, aber da sind es wenigstens Frauen!

Die große Treppe zum Hafen

Die große Treppe zum Hafen

Ich ging die Treppe herunter und überlegte, dass hier ein Kinderwagenverleih ein einträgliches Geschäft sein könnte. Dann überquerte ich die Straße und näherte mich dem Hafen, um ein paar Fotos zu machen. Naja, Industrie halt, Bausubstanz teilweise recht brökkelig überall, bisschen deprimierend, das alles. Ich war dann auch nicht so gut gelaunt, auch wegen dieser aufdringlichen Leute. Es gibt viele Kioske, die Getränke kaum teurer als der kleine Supermarkt, den ich später entdeckt habe, verkaufen. An einem solchen besorgte ich mir ein bisschen Wasser und ging dann Richtung Innenstadt. Hier gibt es neben brökkelnden Ruinen prächtig hergerichtete Gebäude, die vermutlich ähnlich alt sind, wie mein Hotel. Nicht weit vom Hotel gibt es viel Gastronomie, da werde ich sicherlich das eine oder andere mal testen. Auch der kleine Supermarkt, wo ich verschiedene, einheimische Biersorten zum Testen kaufte, ist in dieser Ecke. Der Supermarkt war übrigens voll mit Produkten, die wir bei uns auch haben, selbst die Chateau-Schokolade (total überteuert), die bei und bei Aldi verkauft wird, und Oettinger Bier. Aber auch Sachen wie Rafaello-Pralinen und die komplette Palette an Standard-Schokoriegeln.

Schlumpfine im TV

Diese Schlümpfe! Die verfolgen mich wirklich ÜBERALL hin!

Ich brachte meine Einkäufen ins Hotelzimmer, öffnete ne Büchse Bier und machte die Glotze an. Auf dem Kanal, der als erstes auftauchte, lief eine Sendung über Bikinimodels, die sich bodypainten ließen. Hm, ist ja doch gar nicht so übel hier… Auf dem nächsten Kanal liefen allerdings gleich die Schlümpfe… die werde ich wohl nie los. Ich beschloss nach dem Studium der Menükarte, im Restaurant des Hotels zu Abend zu essen. Ich entschied mich für Boeuf Stroganoff und ein Borschtsch als Vorspeise. War auch beides sehr schmackhaft. Merken: Abneigung gegen Rote Beete überdenken.

Also, es war ein langer Tag, abgesehen von dem einen oder anderen Nickerchen in den Fliegern habe ich ich ja komplett durchgemacht. Daher werde ich jetzt auch einfach mal chillen, bisschen fernsehen gucken und sicherlich recht früh schlafen gehen. Morgen wird dann einfach in den Tag gelebt. Dafür ist Urlaub ja da.

Bis bald!

Nachtrag: Habe jetzt drei verschiedene Biersorten getestet. Alle ganz okay für mich – aber auch alle mehr oder weniger gleich.

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About michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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13 Responses to Spaziergang in der näheren Umgebung

  1. Avatar von Tobi Tobi sagt:

    Hi Michi, ich wünsche Dir ganz viel Spaß im schönen Odessa in der Ukraine! 😉
    Da meine Frau dort geboren ist, vermutete ich das schon bei Deinem letzten Post. Die Treppe und der Blick auf die Kräne im Hafen waren dann mehr als eindeutig!

    Hab noch einen ganz ganz tollen Urlaub, passieren wird Dir dort sicher nichts!

    Besuch auf jeden Fall die Oper, die soll der Wahnsinn sein und feiern kannst Du am besten in arcadia, direkt am schwarzen Meer!

    Viele Grüße aus der Heimat und bis bald!
    Tobi

    • Avatar von michikarl michikarl sagt:

      Hi Tobi. Tja, eigentlich keine schlechte Idee mit der Oper, das Problem ist nur, ich habe nicht die richtigen Klamotten dabei! Soso, Deine Frau kommt also aus hierher, viele Grüße unbekannterweise und für Tipps bin ich natürlich zu haben. Ich hab hier auch schon viele schöne Frauen gesehen…

      Korrektur, vielleicht doch nicht unbekannterweise… Ich war die ganze Zeit von „Tobi Verkauf“ ausgegangen. Wenn Du „Tobi Projektmanager“ bist, dann erinnere ich mich an Deine Frau vom Bergfest her… *verwirrung*

      • Avatar von Tobi Tobi sagt:

        Tobi Verkauf ist schon richtig! 😉
        Thomas war also echt schneller? Schade aber auch, war ich mir doch sehr siegessicher… 😀

        Einen schönen Urlaub noch!

  2. Avatar von Bärchen Bärchen sagt:

    Pryvit lieber Michi!
    Willkommen in Odessa, grüß` mal das schwarze Meer von uns 🙂

    Buvaj, das Bärchen und der Ralf

  3. Avatar von Christine Christine sagt:

    Holger und mein Tipp: Ukraine, Odessa, potemkinsche Treppe
    Weiterhin schönen Urlaub!

  4. Avatar von tstueck tstueck sagt:

    Hallo Michael,
    nun muss ich ja wirklich gesteigerten Wert darauf legen, dass mein Tipp ohne die Treppeninformation aus diesem letzten Post zustande gekommen ist!
    Grüße an Sergeij Eisenstein!

  5. Avatar von Axel Axel sagt:

    Tach Michi,
    hatte heute nachmittag mal Kiew im Kopf – als Zwischenstation.
    Jetzt sind wir uns sicher, dass du in Odessa bist.
    Viel Spaß, einen schönen Urlaub un bis bald,
    Axel und Maren (Bass und Sopran)

  6. Avatar von quickmick95 quickmick95 sagt:

    Michael, ich bin entäuscht! Jetzt hast Du mit der „Tradition“ – Krisengebiete zu besuchen – gebrochen. Hatte fest damit gerechnet, dass es Dich in Richtung Pjöngjang zieht.

    • Avatar von michikarl michikarl sagt:

      Kollege, immer vorsichtig – wenn Du mich ermutigst, Krisengebiete aufzusuchen, kriegst Du Ärger mit meinen Eltern (und vielleicht noch paar anderen Leuten). Ich könnte ja einen Tagestrip nach Prypjat machen, so richtig Katastrophentourismus. Es gibt dort tatsächlich Führungen. Aber das ist mir zu heftig.

  7. Avatar von jfritz jfritz sagt:

    schade, zu spät.
    viel spaß

    n schlumpf

    • Avatar von michikarl michikarl sagt:

      Moin! Der Mann mit dem Sarg am Fahrrad! Wie ich schon sagte: Die Schlümpfe folgen mir überall hin, selbst in die Ukraine. *lol* Ernsthaft, vielen Dank für das Video und den Kommentar!

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