Klo mit Wartezimmer

Moin. Kurze Anmerkung: Ich schreibe mit dem Smartphone, deswegen bitte nicht über die Fehler und die fehlenden Bilder wunden… Es gibt noch viel Zeit totzuschlagen, bis in gut acht Stunden mein Zug fährt.

Apropos Zug: Ich lasse mich im Urlaub ja gerne mit passender Musik wecken, z.B. vor dem Flug nach New York mit den Beastie Boys und „No Sleep Till Brooklyn. Ich habe aber nix für Sewastopol. Deswegen ließ ich mich mit Glenn Miller’s Chattanooga Choo Choo wecken:

„You’ll leave the Pennsylvania Station ‚bout a quarter to four,
read a magazine, then you’re in Boltimore.
Dinner in the Diner,
nothing could be finer.
Then you’ll have your ham and eggs in Carolina.
When you hear the whistle blow and aim to the bar,
then you know that Tennessee is not very far.
Shovel all the coal in,
gotto keep it rollin‘
Whoo, whoo, Chattanooga, there you are.“

Also geht es hier auch um eine Nachtfahrt. Passt ja. Aber es war dann doch sehr anders… Gegen 11 Uhr habe ich aus dem Hotel ausgecheckt. Da fielen noch 30 UAH „City-Tax“ an. Egal. Was nun?

Zwischenbemerkung
Ich konnte diesen Eintrag nicht mobil hochladen. Inzwischen ist es ein Tag später, ich bin vor vielleicht einer halben Stunde in Sewastopol gelandet. Nicht alles so wie geplant, nicht alles so, wie ich es gerne hätte (z.B. habe ich auf dem Zimmer kein WLAN, aber da habe ich wohl beim Buchen selber geschlampt – das wird das Bloggen erschweren), aber immerhin, ich bin heil angekommen. Doch dazu später…

Die Columbus 2 am Kai

Die Columbus 2 am Kai

Zuerst ging ich zum Terminal. Dort lag ein neues Kreuzfahrtschiff, die „Columbus 2“ der Hapag-Lloyd. Vielleicht ist das ein Schwesterschiff der „Europa 2“, die Größe schien mir ähnlich, aber auch Unterschiede fielen mir auf. Ähm, daran sieht man schon, dass ich hingegangen bin. Inzwischen habe ich auch auf Wikipedia herausgefunden, dass die „Europa 2“ ein ganzes Stück länger und größer ist.

Zahnradbahn neben der Potemkin-Treppe.

Zahnradbahn neben der Potemkin-Treppe. Gerade kommt eine der beiden aus Paris stammenden Kabinen angejuckelt.

Aber mit meiner quietschorangenen Hartschale die Potemkin-Treppe runter… und wieder hoch? Wäre ein Akt gewesen. Neben der Treppe verkehrt eine alte Zahnranbahn oder sowas Ähnliches, diesmal nahm ich die. Kostenpunkt: 2 Ocken. Wucher, eine Fahrt mit Bus oder Tram kostet nur 1,5 UAH. Unterwegs schnackte ich kurz mit einem älteren Ehepaar aus Nottingham, das kurz vor Ende einer Flusskreuzfahrt war.

Abwärts mit der Zahnradbahn

Abwärts mit der Zahnradbahn

Am Terminal machte ich die üblichen Fotos vom Schiff. Dann stand ich vor einem Dilemma: Jede Menge Zeit totzuschlagen, und dann auch noch eine Menge 7er-Portale zum Greifen nahe, aber: kalter Wind überall, und nachdem ich heute noch nicht krank bin (beim Aufwachen waren 50 Prozent der Nasenlöcher zu, aber sonst ging es) wollte ich mein Schicksal nicht herausfordern. Was also tun?

Windgeschützte Nische zum Hacken und rauchen

Windgeschützte Nische zum Hacken und rauchen

Ich setzte mein Kapuze auf und fand hinter der Hafenkirche Windschutz. Hier hatte ich 5 Portale in Reichweite WLAN und Windschutz. Ich verzehrte einen Apfel und einen Müsliriegel, zündete eine Zigarre an und machte ne Flasche Bier auf. Interessantes Frühstück, aber so ging’s ganz gut.

Ratebild

Ratebild – welcher Gegenstand passt nicht zu den anderen?

Nachdem Zigarre und Portale ausgebrannt waren, fuhr ich mit der Zahnradbahn wieder hoch, ging noch kurz zu nem Geldautomaten, und dann uns Café Granat. Ich bestellte ein Borschtsch und ein Stella Bier und suchte die Toilette auf. Drinnen ist alles sehr gediegen: Prunkvolle Plüschsofas, alles macht einen altertümlichen, aber edlen Eindruck. Der Laden ist offenbei bei Jugendlichen bis zu Leuten meines Alters beliebt.

Diwan im "Wartezimmer" der Granat-Tualet

Diwan im „Wartezimmer“ der Granat-Tualet

Es gibt aber für Herren exakt eine Toilette, die ist ein richtiges WC ohne Pissoir, dafür aber mit einer Kerze am Waschbecken. Und mit einer Art „Wartezimmer“: Ein plüschiges Diwan steht vor einer Wand mit Flachbildfernseher, auf einem Tischchen liegen Magazine und eine Schale mit Bonbons steht bereit. Das hat einfach Stil.

Waschbecken der Granat-Tualet

Waschbecken der Granat-Tualet

Ich schrieb derweil noch drei Postkarten und beobachtete die jungen Leute beim Wasserpfeiferauchen.

Mittlerweile bin ich bei Capuccino Nr. 2 und hab noch ein Apple Tard with vanilla ice cream intus. Lecker! Aber man muss schon extrem süss vertragen und darf keine Abneigung gegen Zimt haben.

Nach dem Cappucino werde ich vielleicht mal wieder die Biege machen. Vielleicht gehe ich in den City Garden zum Farmen, auf jeden Fall werde ich mir einen Briefkasten suchen, auf Openbikemap habe ich schon einen ganz in der Nähe geordert. Vielleicht komme ich zum Abendessen nochmal her, vielleicht gehe ich auch woanders hin.

Fortsetzung folgt…

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About michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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1 Response to Klo mit Wartezimmer

  1. Avatar von Gunnar Bobbert Gunnar Bobbert sagt:

    In der Tat, ein edles Klo! Sollte man sich zu Hause auch einrichten…
    PS: Gab es nicht die Möglichkeit ein Schließfach im Bahnhof zu nutzen oder das Gepäck im Hotel zu parken und vor der Abfahrt abzuholen? So machen wir das immer, wenn wir aus dem Hotelzimmer schon raus müssen. Na, ja aber wie man so weiß, andere Länder, andere Fritten. Wäre eigentlich ein Serviceplus für so ein Hotel

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