Die Leiden eines dicken Kindes

Dobr’yden. Donnerstag, 10.09.2013, 12.10 Uhr. Wetter ist regnerisch, draußen mal wieder alles grau. Dementspechend habe ich wenig Lust, raus zu gehen.

Ich wachte kurz nach Acht auf. No way! Ich hatte genug Schlafdefizit, um noch gemütlich weiter zu pofen. Dann war es viertel nach Zehn. Angenehmerweise gibt es hier bis 11 Uhr Frühstück. Also duschen, und los. Bedeutet in meinem Fall nur ein paar Schritte, Frühstück gibt es hier im ersten Stock. Hm, Cerialien, Croissant, Weißbrot, Wurst, Käse, Lachs, Marmelade, Yoghurt. Und wenn ich die Karte richtig verstanden habe, hätte ich mir auch noch Eier oder Pancakes zubereiten lassen können. Aber ich ließ mit nur einen Kaffee machen, nahm eine Schale Cerealien, ein Croissant, zwei Weißbrot-Dreiecke und bisschen Aufschnitt.

Auf einem riesigen Samsung-Fernseher lief offensichtlich eine ukrainische Variante dessen, was bei uns gerne „Unterschicht-TV“ genannt wird. Irgendeine „Reality“-Sendung, Erziehung scheint ja ein beliebtes Thema in der Branche zu sein. Offenbar ging es darum, das übergewichtige, ständig in der Küche naschende Mädchen einer alleinerziehenden Mutter auf Linie zu bekommen. Ständig greinte der kleine Moppel wegen irgendetwas herum. Yep, genau das braucht man zum leckeren Frühstück.

Trotzdem verfolgte ich das Geschehen auf der Glotze, was blieb mir auch anderes übrig. Es wurde ein Gerät aufgestellt, welches einen Alarmton von sich gab, wenn Mutter und Tochter beim gegenseititgen Anschreien einen gewissen Lärmpegel überschritten. Sehr subtil inszeniert, das Ganze. Irgendwann machte die Katze des Mädels auf den Fußboden, woraufhin das Mädel das Tier aussetzen musste.

Aha! Doch noch ein Lerneffekt beim Frühstücksfernsehen: Diehier rumsteunenden Katzen sind also alles Ex-Haustiere von Moppel-Mädchen, die ihnen nicht beigebracht haben, aufs Klo zu gehen.

Hotelzimmer

Fauler Vormittag in Odessa.

Wie auch immer, außer dem Inhalt des hiesigen Fernsehprogrammes kann ich Euch wohl heute nicht viel bieten. Da kann ich Euch ebensogut noch von meinem russischen Liebling-Musikvideo erzählen, welches auf M1 in der Heavy Rotation läuft. „Heros“ von T-Moos Rodriguez. Leider finde ich es nicht auf youtube. Jedenfalls ist es englischsprachig. Eine Gruppe cooler, junger Männer landet mit einem Hubschrauber, wird mit einem schwarzen Mercedes Sprinter zu einem Ausbildungszentrum gebracht. Unter der Leitung einer coolen und sexy jungen Dame mit Sonnenbrille unterziehen sie sich einem Fitnesstrainingsprogramm, schauen wichtig auf Laptops, tauschen wichtige Papiere aus, trinken wichtigen Kaffee. Dann erlernen sie telekinetische Fähigkeiten und designen ihre eigenen Super-Anzüge. Das Ganze ist toll geschnitten. Zuletzt geht es zu einem Einsatz, bei dem sie am Ende die Katze einer Oma aus einem Baum retten. Einfach nur grandioser Humor, eine super Persiflage auf amerikanische Heldenepen, vor allem, weil man nicht damit rechnet, dass es darauf hinausläuft.

Nun, ich werde gleich schon mal ein wenig rausgehen, aber vielleicht nur, um hier ein letztes Mal einzukaufen.

Bis bald!

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About michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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