Endstation Schwarzer Weg

Ich wachte gegen halb neun auf, bevor mein Handywecker, den ich mir mit „Are You Ready“ (AC/DC) auf neun Uhr gestellt hatte, losging. Nach dem Beantworten einiger Quizduell-Fragen und einer Dusche ging ich im Hotel frühstücken, ich hatte inklusive gebucht. Der Frühstücksraum war sehr gut besucht, aber ich bekam noch einen 2er Tisch. Das Buffet war reichhaltig mit dem üblichen Kram von Brötchen, verschiedenen Aufstrichen und Belägen, Obst über ein reichhaltiges Cerealienangebot bis zu Rührei, gebratenem Speck und Frikadellen. Nicht schlecht, ich frühstückte zwei Brötchen, Rührei mit Speck, etwas Wassermelone und eine Schüssel Müsli/Cornflakes mit Quark. Dazu Kaffee und Orangensaft.

Danach zurück ins Zimmer, Sachen packen und auschecken. Ich holte mein Rad aus Garage 1, gab die Schlüssel ab, belud meinen Drahesel und los gings. Zuerst hatte ich immer mal wieder Auseinandersetzungen mit meinem Schlaufon, weil ich versehentlich wiederholt das Ingress-Icon anklickte, obwohl ich beim Fahren unbekannter Strecken mit Navigation Ingress lieber auslasse. Ist halt ein Art Reflex… antrainiert.

Triathlon in Bremen

Frechigkeit! Immer einer da der einem „Immer zweimal mehr wie Du!“ vorführen muss. Bödn Triathleten! Die roten Striche hat bestimmt einer der gerade Sommerferien habenden WM-Schiris mit Begeisterung auf den Asphalt gesprüht.

Schon auf der Werftstr./Bremerhavener Str. bemerkte ich die Radrennfahrer auf der Straße, Polizei und andere Ordner, die Straße absperrten und vereinzelte Zuschauer, die die Radfahrer (und augenzwinkernd auch mich) anfeuerten. Später musste ich die Rennstrecke queren, worauf ich von einem Polizisten gestoppt wurde, um ein paar Radler durchzulassen. Frau Google schickte mich dann in eine andere Richtung, als ich nach der Anreise und meiner vorabendlichen Ingress-Aktion vermutet hatte – und mitten in den Triathlon-Rummel (ich glaube, es war die Hansatorstr.). Ich landete genau an der Stelle, wo die Triathleten offenbar vom Rad aufs Laufen wechselten. Hier war eine Menge los und irgendwie kein Durchkommen mehr. Also zurück zur Bremerhavener Straße. Dann lotste mich Frau Google in die Lloydstr., wo ich nochmal voll in der Triathlon-Grütze landete. Was für eine Frechigkeit überhaupt: Da fahre ich extra beinhart 127 km nach Bremen, was für mich keine alltägliche Leistung ist, nur um hier auf zig Männer und Frauen zu stoßen, die mir zeigten, wer die wahren Sportheros sind!

Weserufer mit Blick auf Kulturkirche St. Stephani

Weserufer mit Blick auf Kulturkirche St. Stephani

Also noch ein U-Turn, die Stephanibrücke über die Weser und wieder an der Beck’s-Brauerrei vorbei, die allerdings dem Konzern Anheuser-Busch inBev gehört. Weiter ging es über die schönen Grünflächen am Ochtum, den ich wieder mehrfach querte.

Altes Brauhaus Beck & Co.

Bremen ist wirklich eine Reise wert… hier gibt’s viel Bier und Kaffee!

Nun, ich muss ja jetzt nicht die Hinfahrt nochmal umgekehrt erzählen. Was anders war: Am Tag zuvor hatte ich massiven Rückenwind. Nun war die Strecke mit Gegenwind zu bewältigen. Also war mir klar, dass ich von allem mehr benötigen würde: Mehr Zeit, mehr Pausen, mehr Wasser und mehr AC/DC (sehr schön zum Radfahren: „Ride On“ von der „Dirty Deeds“). Nach der „Extreme III“ und der „Pump“ von Aerosmith landete ich schnell bei den Elektrotechnikern, deren Platten mich dann den größten Teil der Rückfahrt begleiteten.

Am Tag zuvor war Akkukapazität bzw. das Ladeverhalten meines Schlaufons meine größte Sorge, diesmal war es Wasser. Ich würde es einfach hassen, wenn mir das Wasser ausginge, bevor ich die Möglichkeit hätte, neues zu kaufen oder meine Trinkflaschen an einem Hahn irgendwo aufzufüllen. Auf der Hinfahrt hatte fünfeinhalb Liter mitgenommen und davon etwas mehr als vier verbraucht. Nun, gegen den Wind hatte ich ziemlich schnell den Eindruck, dass die fünfeinhalb Liter jetzt nicht mehr reichen würden. Aber es gab ja genügend Tankstellen am Weg.

Ich machte meine erste größere Pause (mit Hinsetzen, nicht nur Flaschenwechsel) schon in Bassum (wenn ich mich richtig erinnere) nach ca. 50 km. Danach beschloss ich, so alle 25 km eine Pause zu machen. Unter dem Strich und rückblickend war der Gegenwind allerdings weniger schlimm als nach dem Hinweg erwartet. Auch wenn ich teilweise nur mit 18 km/h vorwärts kam, so war doch über große Abschnitte ein Tempo von 20-23 km/h ohne große Anstrengung drin.

Als ich einmal hielt, um meine Wasserflasche in Halter von einer der großen Wasserflaschen in meiner Packtasche nachzufüllen und einen Müsliriegel zu knabbern, überholte mich eine vierköpfige Radlergruppe, deren hilfsbereites, männliches Schlußlicht mich fragte, ob ich Hilfe brauchte. Das war ja nicht der Fall. Ich sattelte recht schnell wieder auf und überholte die Gruppe wieder. Nach knapp weiteren zehn Kilometern machte ich dann aber kurz vor Erreichen der halben Strecke kurz nach Kilometer 60 nochmal eine größere Pause, entgegen meines 25 km – Planes. Ich war eben auch immer darauf aus, mich irgendwo hinsetzen zu können, um dem Hintern mal was anderes als den Sattel anzubieten. In diesem Falle war es eine Bushaltestelle in Barnstorf, an der B51 gegenüber eines Hauses mit der Nummer 49 – genau hier hatte ich meine erste größere Rast auf der Hinfahrt gemacht.

Inzwischen hatte mich die vierköpfige Radlergruppe wieder überholt, also musste ich sie nochmal überholen, was mir den Spruch „beim nächsten Mal gibst Du aber einen aus!“ von dem einzigen Mann in der Gruppe einbrachte. Naja, so ein Trunk frischen Hotel-Leitungswassers aus meinen alten Seltersflaschen wäre sicher eine echte Bereicherung für diese Radler gewesen…

Weiter also wieder über Drebber nach Diepholz und Osterfeine. Mein übliches „kurz-nach-der-Hälfte-Tief“ blieb aus und ich kam gut voran. In Damme hielt ich an einer Tankstelle und kaufte noch 1,5 Liter Wasser und ein Eis. Danach bekam ich mein Tief auf der Campemoorstraße / Campemoor / Campemoorweg. Das ist eine scheinbar nicht endende, enge Straße durch Wiesen und Felder ohne befestigte Randstreifen mit Straßenschäden durch die Einsamkeit. Insbesondere die Steine auf der Straße und die Straßenschäden taten meinem Hintern, der schon so 100 km hinter sich hatte, gar nicht so gut. Nachdem ich alle meine Lieblings-AC/DC-Alben durch hatte, wechselte ich zu „Hell Freezes Over“ von den „Eagles“ und gab so Frau Google die Gelegenheit, Don Henley und Glenn Frey zu unterbrechen – wovon sie natürlich mehrfach und auch häufig unnötig Gebrauch machte.

Ach, zum Wetter noch mal etwas, abgesehen vom Wind. Es war genau umgekehrt wie am Vortag: Ich fuhr bei strahlendem Sonnenschein in Bremen los und hatte dann zwischen Engter und Osnabrück leichten Regen.

Nach der blöden Campemoorstraße ging es bei Kalkriese über den Mittelland-Kanal und dann in die Venner Straße. Hier roch ich langsam die Heimat, denn das gehörte schon zu meiner paarundvierzig-km-Trainingsrunde, die ich seit Jahren unregelmäßig mal fahre. Also weiter über Engter nach Wallenhorst, über Wege, die mir auch von meiner Trainingsrunde her vertraut waren. In Wallenhorst leitete mich Frau Google wieder anders als meinen gewohnten, längeren Weg. Ich wußte, dass der Weg kürzer war und folgte Frau Google, bis zum Fürstenauer Weg auf dem ich hier die Ortsgrenze nach Osnabrück überquerte. Es waren nur noch knapp 3 km bis nachhause, als Frau Google mich aufforderte, in die Schwarze Straße abzubiegen.

Es war einer der Momente, in der eine in Sekunden zu treffende Entscheidung die Zukunft in zwei Alternativen aufspaltet. Mir war klar – dies war die Straße, auf der ich am Tag zuvor mein Rad unter großer Anstrengung hochgeschoben habe. Mit einem Gefälle von bis zu ca. 17%, wie ich inzwischen gemessen habe – nach einem Gefahrenschild sucht man hier vergebens. Für einen Moment zögerte ich noch, aber dann siegte die Neugier, wie schnell ich wohl werden würde und rollte zunächst ungebremst runter.

Der Rest war eine Frage von Sekunden. Ich sah auf dem Tacho zwischendurch noch 58 km/h stehen, wusste, dass ich viel zu schnell war und noch weiter beschleunigte und bremste (wenn auch nicht voll, wenn ich mich richtig erinnere, instinktiv war mir wohl klar, dass sonst die Räder ausbrechen oder ich über den Lenker gehen würde). Viel Wirkung schien das nicht zu bringen. Dann kam der letzte Abschnitt kurz vor dem Süberweg, der nur noch ein harmloses Gefälle hat, aber damit auch eine Rinne für Regenwasser und direkt danach einige Schlaglöcher. Meiner Erinnerung nach brachte nicht die Rinne, sondern ein Schlagloch, in welches ich mit vermutlich immer noch mit über 50 km/h hineinknallte, den Sturz. Mitsamt meinem Rad schlidderte ich noch fünf oder sechs Meter über den Asphalt.

Der erste Moment ging einher mit einem Aufschrei aus einer Mischung aus Schmerzen, Schock und Ärger. Dann mit der Feststellung von Schäden – wenn auch nicht allzu rational. Mir wurde erst später klar, dass ich noch absolut klar denken konnte, keine Schmerzen beim Atmen hatte, offenbar auch keine Knochenbrüche und auch keine starken Blutungen. Die Schürfwunden an beiden Ellenbogen und dem linken Knie taten aber sehr weh und waren auch voller Sand und kleiner Steinchen. Den linken Ellenbogen hatte es am schlimmsten erwischt – da traute ich mich nicht so wirklich genau hinzusehen oder es anzufassen. Ich konnte meinen Arm noch bewegen, aber der Ellenbogen machte einen ziemlich matschigen Eindruck.

Noch in dieser Findungsphase sah ich auf dem Süberweg einen silbernen Mercedes erst langsamer werden und dann weiterfahren. In diesem Moment war mir das impulsmäßig irgendwie fast willkommen, dass er nicht hielt – so als wollte ich erstmal mit meinem Elend alleine sein. Ich stand auf, sah mein Schlaufon mit leuchtendem Display am Straßenrand liegen, und überlegte, mir einen Rettungsdienst zu rufen. Die Musikwiedergabe hatte gestoppt, es lief gerade der vorletzte Titel der „Hell Freezes Over“ – „Desperado“.

Kurz darauf hielt ein VW Touran, dessen Besatzung, zwei Männer, eine schwangere Frau und ein Kind, auf mich zukamen und mich ansprach. Man bot mir an, einen Rettungsdienst zu rufen oder mich in ein Krankenhaus zu fahren und checkte so ein bisschen mein Verhalten, ob ich wohl klar im Kopf wäre. Die Frau verband mich, zwar nicht sehr professionell, aber ich war trotzdem sehr dankbar dafür. Denn sowohl die Nähe der Ersthelfer als auch das Gefühl, dass mir geholfen wurde und ich meine Wunden nicht mehr sehen konnte, war in dem Moment psychologisch sehr wertvoll. So verarztet begutachtete ich mein Fahrrad. Bei beiden Bremshebeln hatten die Hydrauliköl-Reservoirs (oder wie auch immer die Dinger heißen, die wie kleine Tanks aussehen) mächtig was abbekommen, der linke Bremsschlauch war auch beschädigt. Dennoch funktionierten beide Bremsen noch gut. Der Lenker war ausgeschlagen und die brandneuen Griffe hatten beide Schleifschäden an den Barends. Die Schelle, die den Vorbau mit dem Lenker verbindet, hat vorne mächtig was abbekommen. Der rechte Ganghebel hat an der Ganganzeige einen kleinen, kosmetischen Schaden genommen. Das vordere Schutzblech war verbogen, die Kette abgesprungen und die Handy-Halterung hinüber. Aber nach dem Richten des Lenkers und dem Wiedereinfädeln der Kette war das Rad wieder fahrbereit – irgendwie seltsam, ich habe keinerlei „Acht“ im Vorderrad feststellen können. Der Vorbau und die Bremshebel haben das meiste abbekommen.

Ich entschied mich, erst nachhause zu fahren, meine Packtaschen dort zu lassen, und dann zur Notaufnahme des Marienkrankenhauses zu radeln. Also packte ich alles, was herumlag (mein Schlaufon, Tacho und die Reste der Handyhalterung) in meine Untersatteltasche, ließ mir von meinen Helfer noch eine Handynummer geben und fuhr nachhause.

Dort angekommen rief ich bei meinen Ersthelfern an und klärte sie über die ansonsten unfallfreie Ankunft zuhause auf. Zuhause ließ ich dann meine Packtaschen, nahm nur Portemonnaie, Schlüssel und Schlaufon in der Untersatteltasche mit und fuhr in Radlerhose und verschwitztem T-Shirt auf meinem beschädigten Rad zur Notaufnahme des Marienkrankenhauses. Dort kettete ich den Esel an und konnte dann den „Eingang für gehfähige Patienten nehmen“.

Ich musste kurz warten, bevor ich empfangen wurde. Ich hatte einige Fragen zum Unfall zu beantworten und mein Blutdruck wurde mit einer weitgehend automatischen Maschine gemessen. Danach wieder kurz warten, dann eine andere Dame, wieder ein paar Fragen, dann nochmal kurz warten in einer anderen Sitzgruppe. Schließlich ging es in ein Behandlungszimmer, wo zwei Leute gleichzeitig anfingen, meine Wunden zu desinfizieren, zu reinigen und neu zu verbinden. Das war alles nicht so schlimm.

Inzwischen kam auf dem Flur ein weiterer Notfall herein, ein Mann, der ebenfalls mit dem Fahrrad gestürzt und mit einem Rettungswagen gekommen war. Er war offenbar der deutschen Sprache nicht mächtig, hatte keine Papiere und war offenbar nicht sehr operativ. Es fielen rasch laute und deutliche Worte vom Notaufnahme-Personal, und ratz-fatz waren zwei Leute von der Polizei da. Vermutlich kommt soetwas öfter vor.

Für mich ging es dann erst einmal zum Röntgen beider Ellenbogen, um Fremdkörper in den Wunden zu orten und eventuelle, weitere Schäden festzustellen. Diesmal wurde ich allerdings mit einem Stuhl dorthin gefahren. Vor dem Röntgen musste ich nur kurz warten, dann ging es schnell. Ich sagte der sympathischen Diagnostikerin, die gerade ihre 12-Stunden-Schichte begonnen hatte, dass mir meine durchgeschwitzten Klamotten peinlich seien. Sie entgegnete, ich hätte wohl heute und gestern geduscht, andere Patienten seit Wochen nicht, und sie röche nur, dass ich geblutet habe.

Auch hier hat inzwischen das Zeitalter der Digitalfotografie Einzug gehalten. Anstelle eines Films kam eine akkubetriebene, Tablettgroße Bildaufnahme-Einheit unter den Ellenbogen, die die Röntgenschatten von Knochen und kleinen Steinchen als Bild festhielt und drahtlos an eine Bildauswertungseinheit im Nebenzimmer weiterleitete. Und von da aus direkt in das Behandlungszimmer, in das ich nun wieder zurückgebracht wurde.

Hier musste ich auf weitere Behandlung einen Moment warten. Denn inzwischen war eine weitere Patientin eingeliefert worden, die in eine Art Ganzköpfer-Schutzanzug mit Kapuze fixiert war. Ich bekam mit, dass die Frau taubstumm war, über eine Bordsteinkante gestolpert war dann mit dem Oberschenkel auf den Bordstein geknallt war. Zum Glück gab es sofort eine Frau, die Gebärdensprache beherrschte. Die Patientin schien starke Schmerzen zu haben, ich sah kurz ihr Gesicht und hörte sie aufschreien. Sie wurde bevorzugt behandelt und sehr schnell geröntgt. An dieser Stelle kamen bei mir Zweifel in Sachen Datenschutz auf. Immerhin gehören medizinische Details zu den sensibelsten Daten einer Person überhaupt. Ich bekam den Nachnamen der Patientin mit, dass sie taubstumm war, seit der Kindheit eine mittlerweile fast verschwundene Lähmung hatte und konnte auch einen Blick auf das Röntgenbild werfen. Andererseits… Irgendwie kann Datenschutz in einer Notaufnahme auch nicht erste Priorität sein, sondern das Behandeln der Patienten und im Extremfall das Retten von Leben. Das darf der Datenschutz meiner Meinung nach im Zweifel nicht behindern.

Danach kam der unangenehmste Teil: Meine Verbände wurden wieder entfernt. Knie und rechter Ellenbogen wurden erneut desinfiziert und ausgeschrubbt, was ich nicht so schlimm fand. Am rechten Ellenbogen musste geschnitten werden, um gezielt kleine Steinchen zu entfernen. Das war dann schon kurzzeitig ziemlich schmerzhaft, aber zum Glück nur zwei, drei Mal und nur kurz. Dann wurde das wieder zusammengenäht und verbunden. Natürlich wurde ich gefragt, ob der Schmerz erträglich sei, aber was sollte ich schon sagen außer „Was soll’s, muss halt gemacht werden.“ und „Wer keine Schmerzen will, darf halt nicht verunglücken!“ Der Spruch schien dem Arzt sehr zu gefallen, jedenfall fragte er, ob ich das in eine Metallplatte gravieren und vor der Notaufnahme aufhängen könne. Neben dem Spruch „Wenn es gebrochen ist, tut es RICHTIG weh!“ oder so ähnlich, den er sich zusätzlich wünschte.

Sexy Hose

Die sog. „Sexy Hose“, Rückseite. Das der Schniedel nicht rausguckte war mir klar (Loch ist ja hinten). Und alles andere war mir in dem Moment total egal. Übrigens, der Ar… also, das Gesäß hat nicht gelitten. Jedenfalls nicht beim Sturz, nur auf der Fahrt. Seltsam.

Dann war ich mit der Behandlung durch. Als mich der Arzt von hinten sah, sagte er grinsend in etwa „Sie haben da übrigens eine ziemlich sexy Hose an, da hinten fehlt aber ein ganzes Stück“. Ich winkte nur müde ab und entgegnete, dass mir das gerade sowas von egal sei. Schließlich stand ich in meiner kaputten Radlerhose und meinem durschgeschwitzten T-Shirt vor dem Krankenhaus an meinem beschädigten Rad im Osnabrücker Regen. Ich hatte keinen Grund, mich alleinegelassen zu fühlen, denn zwei Ingress-Kollegen (von denen einer auch mein Arbeitskollege ist) haben mir netterweise sofort angeboten, mich vom Krankenhaus nachhause zu fahren. Aber wieder siegte der Drang, mein Rad nicht dort stehen zu lassen und irgendwann abholen zu müssen – ich wollte es so schnell wie möglich zur Reparatur bringen. Also fuhr ich wieder nachhause, was meine Tageskilometer auf über 130 schob. Dort angekommen wechselte ich meine Klamotten und duschte, wobei ich dem Rat der Krankenschwester folgte und meinen linken Ellenbogen aus dem Spiel ließ. Ich bestellte mir beim Pizza-Mann um die Ecke trotz der späten Stunde (es war schon nach 22 Uhr) ein Chicken-Rollo und schrieb den Bericht von der Hinfahrt. Und trank unvernünftigerweise ein paar Biermischdinger, auf die ich mich schon die ganze Rückfahrt gefreut hatte, anstatt das Schmerzmittel zu nehmen, welches man mir mitgegeben hat.

Alkoholkonsum hin oder her – als ich in der Nacht nicht schlafen konnte, warf ich dann doch ne Ibuprofen ein. Und konnte dann schlafen.

To be continued…

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Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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3 Responses to Endstation Schwarzer Weg

  1. Avatar von Gunnar Gunnar sagt:

    Hey Michi! Hoffe, es geht dir gut und du hast den Unfallschock mittlerweile überstanden. Hoffentlich gab es keine weiteren körperlichen Schäden!
    Wie schade! Da wartet man auf den zweiten Teil der Radtourberichterstattung und dann dies tragische Ende einer ansonsten gut gelaufenen Radtour! Verdammte Schlaglöcher/Ablaufrinnen! Die Strecke kenne ich auch ziemlich gut. Da habe ich bisher wohl immer mehr Glück gehabt. Glücklicherweise haben dann doch noch Leute gehalten um dir zu helfen.Dem Typen im Mercedes sollte man allerdings in die Füße schießen. Ganz schön unverantwortlich, nicht anzuhalten und zu helfen….

    • Avatar von michikarl michikarl sagt:

      Hallo Gunnar. Naja, in die Füße schießen sicherlich nicht, aber anzeigen schon – denn das ist lt. StGB eine Straftat, die sogar mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Aber dazu müsste man das Kennzeichen haben…

  2. Avatar von Peter Karl Peter Karl sagt:

    Hi Michi, ich weiß zwar schon lange von Deinem Unfall, schließlich hast Du uns ja angerufen, da ich Deine Blogs aber nicht regelmäßig lese, stolperte ich erest heute abend darüber. Bin ich froh, dass alles so glimpflich abgelaufen ist!
    Liebe Grüße
    Dein Alter

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