Flott im Pott – Kurtagebuch Wuppertal Tag 1

Moin. Schon seit Wochen bewege ich die ersten Zeilen dieses Eintrags in jenem seltsamen, geheimnisvollen, ja, magischem Körperteil, welches wir gemeinhin als „Gehirn“ bezeichnen. Und freute mich darauf, die neue Kategorie „Wuppertal“ in diesem Blog anzulegen. New York, London, Tel Aviv, Odessa… Wuppertal. Das hat was.

Ich befinde mich seit heute, 10 Uhr, in der Dr. Becker Klinik Juliana in Wuppertal-Oberbarmen, die wohl die nächsten sechs Wochen mein Zuhause sein wird. Heute morgen ließ ich mich um 6.00 Uhr von einem ganz normalen Wecker mit nervigen Piepstönen wecken, stellte ihn genervt noch mal ne Viertelstunde weiter und stand auf. Hm. Weniger als fünf Stunden Schlaf mussten genügen, denn am Vortag war Chorprobe, und da die sportliche Steffi heute Geburtstag hat, haben wir ein bisschen reingefeiert. Nun, die Rückfahrt ging nicht ganz ingress-frei ab, zuhause ging ich auch nicht gleich ins Bett, und so war ich erst nach zwei Uhr in der Horizontalen.

Die Wupper mit Schwebebahn-Trasse

Die Wupper (muss es ja wohl sein, weil die Schwebebahn drüberfährt) und die Schwebebahn-Trasse

Also, Morgentoilette, noch paar Sachen in den Rucksack geschmissen, und ab zum Bus zum Bahnhof. Von da via Dortmund und Hagen (zweimal umsteigen) nach Wuppertal-Oberbarmen. Die Fahrt war angenehm und die Anschlüsse kein Problem. Kaum hatte ich am Ziel das Bahnhofsgebäude verlassen, da sah ich auch schon die Stahlgitter-Stelzen der berühmten Schwebebahn, und bald auch die Wupper und Schwebebahn-Züge.

Was ich leider nicht sah, war das Taxi, welches mich abholen sollte.

Die Klinik kooperiert mit einem Taxibetrieb, der eigentlich ein Auto hätte schicken sollen. Ich hatte zuvor telefonisch gefragt, wie ich dieses spezielle Taxi denn erkennen sollte, und man sagte mir, ich solle mich einfach entspannt vor dem Bahnhof aufbauen, der Fahrer oder die Fahrerin würde auf mich zukommen. Was aber nicht um 9.20 Uhr passierte, und auch bis 9.40 Uhr nicht. Um 10.00 Uhr sollte ich mich in der Klinik einfinden, also nahm ich ein anderes Taxi und ließ mich zur lt. Google Maps über 8 km entfernten Klinik chauffieren. 16 Euro inkl. Trinkgeld, naja, das kriege ich womöglich erstattet.

An der Rezeption bekam ich meinen Zimmerschlüssel und einen Haufen Informationen bzgl. Speiseplan, Postfach etc. etc. – bisschen viel auf einmal, wie ich fand. Danach ging es zu Schwester E (Namen werde ich natürlich nicht nennen) in die Pflege. Hier wurde, nachdem ich eine Einverständniserklärung unterschrieben hatte, ein Foto von mir gemacht, ich wurde über diverse Dinge aufgeklärt (z.B. die Hausordnung betreffend), musste diverse Fragen beantworten und so einige Zettel unterschreiben.

Wichtig waren für mich natürlich so Infos meine persönliche Freiheit betreffend. Ausgang ist von 6.00 bis 23.00 Uhr – danach ist auch was möglich, muss aber abgesprochen werden. Alkohol und rauchen ist nicht – nun, ich rauche ja nicht und hatte ohnehin vor, die sechs Wochen auf Alkohol zu verzichten. Schade ist allerdings, dass ich mich wohl nur 70 km von der Klinik entfernen darf. Ansonsten wäre ich nicht versichert. Schwester E meinte, vielleicht kann ich mal meinen Arzt fragen, da ginge vielleicht doch was. Nunja, das würde erst mal bedeuten, dass ich zu Ostern nicht bei meiner Familie sein kann und dass Wochenendfahrten nach Osnabrück auch ausfallen. Ich könnte Verwandte in Hemer besuchen, das wäre nahe genug dran. Nun, mal sehen.

Dass ich ganz ordentlich über mein Schlaufon ins Internet komme, seht Ihr ja an diesem Beitrag. Auch der Bildupload klappt gut.

Schwester E fragte noch nach meiner Körpergröße, schickte mich auf die Waage, und maß meinen Blutdruck und meine Temperatur. Dann durfte ich auf mein Zimmer, wo ich meine Sachen einräumte und anfing, diese Zeilen zu tippen.

Bob und mein Bett.

Bob und mein Bett.

Der folgende Tagesplan sieht wie folgt aus:

12.15 Uhr – Einweisung Speiseraum
13.00 Uhr – Aufnahme Facharzt
14.00 Uhr – Oberarzt Visite
14.15 Uhr – psychologisches Einzelgespräch
18.45 Uhr – Hausrundgang

Die Einweisung Speiseraum wird sicherlich mit Mittagessen verbunden sein. Vielleicht gibt es auch noch irgendwann Sport. Und ich muss mich beizeiten auf die Suche nach meinem Kurschatten begeben. Nun, man wird sehen. Ich denke, ich werde heute später verbloggen, wie der Tag so gelaufen ist. Bis denne.

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Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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7 Responses to Flott im Pott – Kurtagebuch Wuppertal Tag 1

  1. Avatar von sportliche Steffi sportliche Steffi sagt:

    Das Foto haben die bestimmt gemacht, damit man dich leichter wieder einfangen kann, wenn du Ostern ausbrichst.

    Liebe Grüße und erhol dich schön.

  2. Avatar von satayspiess satayspiess sagt:

    Na, Michi, wo bist du denn nu? Im Pott oder in Wuppertal???? Also, falls du in Wuppertal bist, bist du jedenfalls nicht IM Pott, höchstens durchgefahren. 😉
    Ich wünsche dir einen super Aufenthalt!!! 🙂

    • Avatar von michikarl michikarl sagt:

      Och Menno! Du kannst mich doch nicht hier so öffentlich meiner miesen Erdkundekenntnisse überführen! Was weiß ich denn, wo der Pott ist, ich dachte, das wäre so alles zwischen Osnabrück und Bayern?! 😉

  3. Avatar von anneoveresch anneoveresch sagt:

    Respekt, dass Du das alles mit dem Telefon getippt hast! Habe eine gute Zeit & viel Erfolg bei der Suche nach dem Kurschatten;)

    LG Heimo & Anne

    • Avatar von michikarl michikarl sagt:

      Ähm… nee. Irgendwie habe ich fast schon befürchtet, das missverständlich formuliert zu haben. Das Telefon nutze ich als Netzzugang und Hotspot, um Fotos zu machen und um diese mithilfe der WordPress-App direkt vom Phone hochzuladen. Tippen tu ich auf einem Laptop. Ich freue mich, wenn Ihr lest, und natürlich besonders über Kommentare. Liebe Grüße, Michi

  4. Avatar von Elisabeth Elisabeth sagt:

    Schade wegen Ostern! Aber ich kann ja nicht meckern, wir waren dafür letztes Jahr nicht präsent. Den Verwandten in Hemer würdest Du sicher eine sehr große Feude machen!

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