Die Münze – Teil 30

Danach ging alles sehr schnell. Keine 20 Minuten, nachdem der Rear Admiral „los!“ gesagt hatte, stand ein Hubschrauber vom Typ S-61 Sea King mit laufenden Rotoren auf dem Helipad. Das schwer bewaffnete Team, das vor dem startbereiten Drehflügler angetreten war, bestand zum Teil aus jungen Marineinfanteristen, zum Teil als älteren Ex-SAS-Mitgliedern, die sich für die Elitetruppe der ersten Liga schon zu alt, für den Ruhestand aber noch zu jung fühlten. Eben als der Rear Admiral und der Lieutenant Commander den Heli erreichte, brüllte der Chief „Aufsitzen, Jungs! In der Luft in zwei Minuten!“. Die Männer kletterten durch die breite Schiebetür in den Hubschrauber, schnallten sich auf ihren Sitzen an und setzten ihre Kopfhörer auf. Der RDML und der LtCdr taten es ihnen nach. Noch während sie sich anschnallten, schloss der Lademeister die Tür, und die beiden Turbinen heulten auf. Wenige Momente später erhob sich der große Hubschrauber in die Luft und drehte nach Südwesten ab.

Der Flug mit 120 Knoten Reisegeschwindigkeit dauerte nur eine knappe Stunde. LtCdr Chevalier hatte die Zeit genutzt, um mit den Verantwortlichen der Air Base und der Polizei in Portreath zu telefonieren. „Wir landen am südlichen Ende von Runway 06. Dort werde wir von drei Fahrzeugen, die zum Stützpunkt gehören, abgeholt und fahren direkt zur Behausung von Mr. Summers. Praktischerweise liegt diese am Lighthouse Hill, keine Meile von unserem Landeplatz entfernt – die Fahrt dauert also nur wenige Minuten.“, hörte Moore den jungen LtCdr in seinen Kopfhörern. Zur Antwort reckte er nur kurz den Daumen nach oben. „Die Polizei wird mit vier Fahrzeugen und 20 Mann vor Ort sein, alles in Zivil. Außerdem wird sie als Straßenarbeiter getarnte Beamte am Ortseingang positionieren, die sich über Funk melden, wenn das Fahrzeug von Mr. Summers sich nähert. Modell, Farbe und Nummernschild haben die inzwischen recherchiert.“ Der RDML war zufrieden. Genau so hatte er sich das vorgestellt.

Schließlich kam die Air Force Base Portreath in Sicht und der Pilot setzte die Maschine butterweich bald darauf kurz vor der „06“ am südwestlichen Ende der Landbahn auf. Drei Landrover Defender standen schon bereit. Außerdem wurden sie sowohl vom diensthabenden Offizier des Stützpunktes als auch vom Polizeichef erwartet. Während das Security-Team sich bereits auf die bereitstehenden Geländefahrzeuge verteilte, machten der RDML und der LtCdr sich mit den beiden Verantwortlichen der beiden sie unterstützenden Institutionen bekannt, bedankten sich kurz für die Hilfe und erkundigten sich nach der Situation vor Ort. Dann stiegen die beiden Militärs in vorderen der drei Landrover, und die kurze Fahrt zu Mr. Summers Haus begann.

Nach ein paar Minuten erreichten sie Mr. Summers Wohnstatt. Die Männer stiegen aus, die Landrover wendeten und fuhren zurück zum Stützpunkt. An der Straße standen ein paar Autos, die wahrscheinlich zur Polizeieinsatztruppe gehörten, weil sie an den vorgesehenen Stellen parkten. Ansonsten waren sie nicht als Polizeifahrzeuge zu erkennen. Plötzlich regte sich etwas in den Büschen, und ein dunkel gekleideter Mann kam zum Vorschein. Er stellte sich als Einsatzleiter vor, bisher sei alles ruhig, und man erwarte noch die Meldung von den am Ortseingang stationierten Männern. Das Security-Team und die beiden Offiziere suchten sich ebenfalls geeignete Verstecke.

Schließlich knisterte es kurz in den Ohrhörern der Polizisten, und die erwartete Meldung vom Ortseingang traf ein: Das gesuchte Fahrzeug habe soeben mit moderater Geschwindigkeit die Ortsgrenze in Richtung Ortskern überquert. Jetzt kam Bewegung in die Militärs, das Security-Team begab sich in volle Deckung, und auch Moore und Chevalier versteckten sich im Gebüsch. Jetzt hieß es abwarten.

Fortsetzung folgt…

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About michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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3 Responses to Die Münze – Teil 30

  1. Avatar von Elisabeth van Nguyen Elisabeth van Nguyen sagt:

    Wow, die Spannung steigt! Und ich habe irgendwie jetzt schon Mitleid mit dem armen Andrew, dem man vermutlich mindestens seine „Münze“ entreißen wird und der dem Ganzen machtlos ausgeliefert sein wird… so denke ich mir das jedenfalls…

    • Avatar von michikarl michikarl sagt:

      So… ich glaube, ich kann wahrscheinlich erst am Samstag weiterschreiben. Heute habe ich bewusst eine Auszeit genommen, und morgen und übermorgen abend bin ich anderweitig beschäftigt. Aber ich denke, Samstag und Sonntag werde ich wieder zum Schreiben kommen.

  2. Avatar von satayspiess satayspiess sagt:

    So langsam wird’s ein „richtiger Michi“ … 😉
    Aus dem Urlaub zurück hatte ich erst mal eine Menge aufzuholen. Nun geht es wieder weiter sobald was Neues kommt.

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