Christianshavn & Nyhavn

Bevor ich von heute berichte, möchte ich kurz erzählen, was sich getern kurz vor null Uhr zutrug, als ich gerade das Bett aufsuchen wollte: Draußen knallte es mächtig. Nun, wenn man sich zuvor den ganzen Tag auf Kriegsschiffen herumgetrieben hat, kommen da zuerst mal seltsame Assoziationen. Aber meine darauffolgende Vermutung erwies sich als zutreffend: Auf dem Tivoli auf der anderen Seite des Bahnhofs veranstaltete man zum Wochenwechsel ein großes Feuerwerk. Das war laut, farbenfroh und nicht gerade kurz. Danach konnte ich endlich schlafen – mehr oder weniger. Das Hotel ist ziemlich hellhörig und irgendwie hatte ich in der Nacht ohnehin zeitweise Probleme mit dem Schlaf.

Nächtliches Feuerwerk auf dem Tivoli. Irgendwann durfte ich dann schlafen.

Ich stand dann auch erst um 10 Uhr auf. Draußen schien die Sonne, also wurde wieder eine kurze Hose angezogen. Dann buchte ich mir im Netz einen Zeitslot für die Turmbesteigung der Erlöserkirche um 12.30 Uhr. Das es zu spät war, im Hotel zu frühstücken, nahm ich im im Bahnhof im Espresso House (eine Kette, die hier in Skandinavien ziemlich groß zu sein scheint, etliche Flilialen sowohl in Stockholm als auch hier in Kopenhagen) einen Kaffee und zwei Cinnamon Buns. Ich hatte noch reichlich Zeit, also versuchte ich, ein Problem zu lösen: Ärgerlicherweise habe ich heute morgen mein Sonnenschutzmittel nicht gefunden, vielleicht habe ich es in Stockholm vergessen. Da die Sonne schien, machte ich mir Sorgen um meine empfindliche Haut. Also steuerte ich vom Bahnhof, weil ich ja noch viel Zeit vor der Turmbesteigung hatte, den nächsten Supermarkt an, einen Netto. Doch der hatte nur ein kleines Drogeriesortiment, ich fand keine Sonnencreme. Aber ich nahm Bananen und Kekse mit.

Die kleine Bahnhofskneipe. Man beachte das große ØL-Schild. Die Dänen wissen, Marketing-Prioritäten zu setzen.

Dann nahm ich wie gestern den Bus 2A und stieg Skt. Anna Gade aus. Da ich immer noch mehr als eine halbe Stunde Zeit hatte, versuchte ich es dort noch mal mit dem nächsten Super Brugsen. Hier gab es zwar ein großes Pappregal für Nivea-Sonnenschutzprodukte – aber das war komplett leergekauft. Das war allerdings besser so, weil ich auf das Zeug von Nivea erfahrungsgemäß irgendwie allergisch reagiere, mir brennen und tränen dann immer total die Augen.

Ohne Sonnenschutzmittel ging ich dann zur Erlöserkirche, es wurde langsam Zeit für die Turmbesteigung. Am Counter wollten die meinen Namen für die Buchung wissen und meine Copenhagen Card scannen, dann konnte ich mich an den Aufstieg machen. Ein großer Teil des Aufstiegs findet noch innerhalb des Turmes über eine schmale Treppe statt, dieser Teil des Turmes besteht noch aus Mauerwerk. Informationstafeln erzählten von Paul Rung-Keller, früher Organist und Kantor an der Erlöserkirche, außerdem jedoch auch Ingenieur und Glockengießer. Im übrigen war er noch Komponist und unterrichtete am königlichen Musikkonservatorium Orgelspiel und Musiktheorie. Als Glockenexperte initiierte er die Unterbringung eines Glockenspiels im Turm der Kirche. Zunächst war das kein richtiges Carillon, doch bespielte er die Glocken trotzdem direkt mit einem Hammer, was für die Menschen im Ortsteil Christianshavn zu vertrauten Klängen wurde. Zehn Jahre fundraising später war genügend Geld für ein „richtiges“ Glockenspiel inklusive Spieltisch da, dessen Einweihung 1928 im dänischen Radio übertragen wurde. Später wurde der Glockensatz erweitert, die Glocken konnten dann auch über eine elektrische Uhr zur vollen Stunde Melodien spielen. Heute kann über einen neuen, modernen Spieltisch gespielt werden oder die Glocken werden computergesteuert angeschlagen.

Der moderne Spieltisch für das Carillon im Turm der Erlöserkirche

Die Treppen, es sollen 400 Stufensein, waren teilweise sehr steil und auch eng, man musste zwischenzeitlich in eine Art „Nothaltebuchten ausweichen“, um Gruppen von absteigenden Leute durchzulassen. Auf den verschiedenen Ebenen gab es Kunst zu sehen (barocke, gefallene Engel und „look! a bird having a teaparty“, wie ein Vater seiner Tochter erklärte), den alten und neuen Spieltisch des Carillon, Glocken inklusive Warnschilder, dass diese durchaus auch mal läuten könnten, und die Mechanik des Stundenschlags (zumindest vermute ich das).

A bird having a teaparty. Kann das weg?

Dann wurde es irgendwann richtig spannend, denn es ging nach draußen. Zunächst gab es eine Aussichtsplattform von der aus ich schon mal ein paar Fotos machte. Danach ging es dann die restlichen 150 Stufen die Wendeltreppe außen am Turm herum. Das Geländer war zwar locker brusthoch, aber durch die Stäbe mit freier Rundumsicht und natürlich auch nach unten, und ich gebe zu, mir war ganz schön mulmig zu Mute. Mit zunehmendem Alter nimmt offenbar mein Respekt vor Höhe auch zu. Es gab kleine Kinder, die es bis ganz oben geschafft hatten (für die müssen die steileren Stufen unten schon eine Herausforderung gewesen sein), die aber mit der Höhe ganz locker umgingen. Zur Spitze (eine goldene Atlaskugel mit einer Jesusfigur, die lt. Wikipedia auch „die hässlichste Skulptur Kopenhagens“ genannt wird, weil die Proportionen nicht stimmen) verengte sich die Treppe immer mehr, so dass ich irgendwann nicht mehr weiter konnte. Ich machte ein paar Bilder, hatte aber die Befürchtung, ich könne vor lauter Höhenangst mein Schlaufon fallen lassen und jemanden am Boden damit töten, so dass ich da eher verhalten vorging. Gut, die Herausforderung war bestanden, es war ein bisschen kalt und windig und andere wollten auch bis ganz nach oben, also ging ich wieder abwärts. Auch dabei hieß es teilweise ausweichen und länger warten, bis größere Mengen an aufsteigenden Menschen vorbei waren, was meine Geduld ganz schon auf die Probe stellte – ich wollte halt wieder ganz auf den Boden.

Auf dem Weg nach unten am Turm der Erlöserkiche. Huch! Der Hansa-Rostock-Aufkleber (rechter Bildrand) ist mir vorher noch gar nicht aufgefallen – nur, dass da Aufkleber an der Metallverkleidung des Turms klebten.

Dort angekommen, machte ich auf einer Bank erst mal eine kurze Pause mit Wasser und Netto-Bananen. Danach ging ich das prächtige Kirchenschiff besichtigen. Hier wurde gerade des Lebens und Wirkens des Theologen Nikolai Frederik Grundtvigs gedacht, der vor 200 Jahren Pastor in der Erlöserkirche gewesen war (allerdings nur für vier Jahre) und vor 150 Jahren gestorben ist. Die Tafeln informierten über Grundvigs Leben und seine Glaubensansichten, und ich muss sagen, dass ich das alles ziemlich interessant fand. Grundtvig vertrat sehr liberale und moderne Ansichten, mit denen er so eneckte, dass er zwischenzeitlich dazu verurteilt wurde, dass all seine Schriften zensiert wurden – wogegen er später aber erfolgreich vorging. Er war teilweise auch als Lehrer tätig und verurteilte das „Lehren mit der Rute“, welches seiner Ansicht nach die Entwicklung der Kinder nur unterdrücken, nicht jedoch fördern könne. Er setzte sich auch für Frauenrechte ein und saß später parteilos sogar im Parlament Dänemarks. Besonders beachtenswert und meiner Ansicht nach auch heute noch kontrovers zu diskutieren ist seine „Entdeckung“, dass nicht die Christenheit von der Bibel abhängt, sondern die Bibel von der Christenheit. Meiner persönlichen Meinung nach ist das eine gegenseitige Abhängigkeit. Ohne die Christenheit ist die Bibel nicht das Wort Gottes, sondern nur bedrucktes Papier. Ohne die Bibel jedoch fehlt der Christenheit das entscheidende Fundament.

Die Erlöserkirche von innen.

Wie auch immer, Grundtvig vertrat die damals sehr modere und liberale Meinung, dass die Bibel nicht die direkte Abschrift von Gottes Wort darstelle, sondern der Interpretation bedürfe. Er lebte ein langes, bewegtes Leben, in deren Verlauf er zwei Ehefrauen überlebte, bis seine dritte schließlich ihn überlebte. Aus der längsten Ehe mit seiner ersten Frau gingen drei Kinder hervor, aus den zwei weiteren Ehen jeweils ein weiteres Kind. Dieses Kind wurde nach den Vornamen aller drei Ehefrauen benannt.

Die Orgel ruht auf dem Rücken von zwei Elefanten.

Nun, ich knippste die meisten dieser Texttafeln, ansonsten das Innere des Kirchenschiffs an sich und natürlich die Gewerke der Orgel, die sozusagen von zwei Elefanten getragen werden. Vor dem Altar standen Engelsfiguren von Gabriel, Umriel, Michael… und die anderen hab ich mir nicht gemerkt. Einer der Engel hatte einen Ölzweig, einer ein Schwert, einer schwenkte ein Gefäß mit Weihrauch. Michael war der einzige, der was Produktives tat, nämlich Trompete spielte.

Gut drauf, der Brudi!

Anschließend verließ ich die Erlöserkirche und überquerte die Straßenseite, um in demselben Laden, in dem ich am Vortage schon einen Latte getrunken (und teilweise verschüttet) hatte, einen Cappuccino zu mir zu nehmen, die nächste Unternehmung zu planen und, äh, die Örtlichkeit aufzusuchen. Natürlich wollte ich auch hier gerne eine Runde mit dem Boot unterwegs sein. Ich konsultierte die Broschüre, die ich mit der Copenhagen Card bekommen hatte, dort war ein Untenehmen namens „Netto Boats“ aufgeführt. Hm. Klang ganz okay für mich, die Banenen schmeckten schließlich auch… Die Broschüre wies als Ablegepunkte Holmens Kirke und Nyhavn aus. Nach Holmens Kirke waren es lt. Google Maps nur 800 Meter, also entschied ich mich, zu Fuß zu gehen. Lt. Google Maps sollte hier „Netto Boats“ auch dauerhaft geschlossen sein, hm, nun, man muss ja Google Maps nicht alles glauben, dachte ich.

Metro-Station Christianshavn, in dem weißen Gebäude in der Bildmitte liegt der Super Brugsen, in dem Sonnenschutzmittel leider ausverkauft war.

Auf jeden Fall war die Entscheidung, zu Fuß zu gehen, gut gewesen. Obwohl ich die Nase fast ständig am Schlaufon kleben hatte (Ingress, Navigation), entdeckte ich auf der anderen Straßenseite des Super Brugsen, bei dem ich schon vor dem Besuch der Erlöserkirche gewesen war, einen Laden namens „Normal“. Roch nach Drogerie, sah nach Drogerie aus, war Drogerie. Hier kaufte ich dann doch noch Sonnencreme und eine Flasche „Faxe Kandi“, ein Softdrink, für den irgendwie überall auf Plakaten geworben wird. Auf der anderen Straßenseite auf dem großen Platz vor dem Super Brugsen unweit der Metro-Station Christianshavn, nahm ich den Softdrink zu mir (hm, Zitronenlimonade, aber nicht so langweilig wie Sprite, eher wie das türkische Uludag) und schmierte mich mit der Sonnencreme ein. In unmittelbarer Nähe auf dem Platz war die Szene der bekennenden Alkoholiker dabei, größere Mengen an Bier zu vernichten, was mich aber nicht weiter störte.

Das lange Gebäude mit den grünen Gibeln ist Børsen. In der Mitt der Turm, äh, Dachreiter mit den verschlungenen Drachenschwänzen.

Also, auf und weiter zur Holmens Kirke. Der Weg führte auf der Torvegade über zwei Brücken hinweg, deren größere die Klappbrücke Knippelsbro war. Danach lag die Børsen, ein altes Gebäude, in dem bis 1974 die Geschäfte der Kopenhagener Fondsbörse geführt wurden. Der Dachreiter (okay, ich hätte es jetzt einfach „Turm“ genannt, aber Wikipedia belehrt mich eines Besseren) stellt eine Skulptur aus vier ineinander verschlungenen Drachenschwänzen da. Eine schöne Metapher für den Kapitalismus, auch wenn das vielleicht so gar nicht gemeint war.

Blick von der Knippelsbron. Man beachte die Plattform mit den Liegestühlen und dem grünen Kunstrasen unterhalb des kleinen Bootes. Die ist selbst auch ein Boot (oder Floß), offenbar selbstgebaut verfügt das Teil über einen Außenborder und kann so also auf dem Wasser manöveriert werden. Das nenne ich mal Lebensart…

Ich bog rechts ab und überquerte den Kanal über die Børsbroen. Unten, am Ufer des Kanals tobte das pralle Leben im Sonnenschein, es herrschte reges Treiben an den Tischen der Außengastronomie. Nun hatte ich die Holmens Kirke erreicht und schaute sie mir erst einmal von innen an. Nun… für mich als Baustil-, Epochen-, Innenarchitektur- und Geschichtsbanause war es halt eine weitere, schöne Kirche von innen. Unter der Decke über dem Gang zwischen den Bänken hing, wie ich es von anderen dänischen Kirchen an der Küste her schon kannte, das Modell eines alten Segelschiffs.

Holmens Kirke

Wieder am Tageslichte ging ich ums Eck zum Holmens Kanalen und entdeckte den Netto Boats – Anleger. Da war eine Bretterbude mit einem Schild, welches besagte (zumindest verstand ich das so) dass geschlossen sei und man sich stattdessen zum Anleger in Nyhavn verfügen solle. Soviel zum Wahrheitsgehalt der Aussagen von Google Maps…

Nun, Nyhavn war auch nicht weit entfernt, also ging ich auch dort zu Fuß hin. Ich musste nur der Straße Holmens Kanal, die dann zur Holmens Gade wurde, folgen. Ich kam dann bei einer Brücke über eine Art „Kanalsackgasse“, insbesondere am rechten Ufer von der Brücke Richtung Sackgasse aus gesehen, war so richtig Touri-Gegend. Ein Lokal reihte sich an das nächste, hier gab es Eis, dort Hotdogs, und viele Menschen waren unterwegs. Am Ende des Kanals und auf der anderen Seite waren Bootsanleger zwei verschiedener Anbieter. Zuerst war ich nicht bei „Netto Boats“, besann mich dann aber besser – schließlich war das der Anbieter, der in meiner Copenhagen Card – Broschüre erwaähnt war, also würde ich allenfalls dort Rabatt bekommen. Daher ging ich dorthin und bekam keine Rabatt – vielmehr war das komplett inklusive, wie schon der Besuch des Marinemuseums und die Turmbesteigung der Erlöserkirche auch schon. Wenn man viel macht, lohnt sich das Teil auf jeden Fall.

Die bunten Häuser von Nyhavn. Das erinnerte mich ein bisschen an die Oudegracht in Utrecht.

Ich bestieg also das ziemlich flache, ziemlich breite Boot und nicht lange danach begann die etwas über 60 Minuten dauernde Fahrt. Es gab keine Anschlüsse für Kopfhörer und eine Aufzeichnung in verschiedenen Sprachen, sondern einen Live-Erzähler mit Mikro, der abwechselnd auf Dänisch, Englisch und Deutsch auf alles Erwähnenswerte hinwies. Inklusive des 1982er-Raketen-Vorfalls auf der Peder Skram übrigens.

Das königliche Opernhaus mit seiner hervorragenden Dachkonstruktion wurde 2004 fertiggestellt. Das Haus ist eine Schenkung von Mærsk Mc-Kinney Møller und der «A.P. Møller und Chastine Mc-Kinney Møller Stiftung» an den dänischen Staat. (Wikipedia). Es steckt also der Reederei-Tycoon dahinter.

Zuerst schipperten wir aus Nyhavn (übrigens der älteste Teil des Hafens, wie der Guide erwähnte) heraus in den Teil, an dem auf der einen Seite das Opernhaus und das Marinemuseum und auf der anderen Seite z.B. die kleine Meerjungfrau gelegen sind. All das wurde natürlich vom Guide ausführlich kommentiert. Auch kamen wir an der Frederikskirke und den vier (fast) identischen Königspalästen sowie am neuen Skuespilhuset, was der Guide konsequent auf Deutsch mit „Schauspielhaus“ übersetzte, vorbei. Dann ging es in einen Kanal, der wieder durch Chrstianshavn führte, somit auch an der Erlöserkirche vorbei. Ich kam mir fast schon wie ein „alter Hase“ vor, weil ich doch schon ein paar Sachen aus erster Hand und aus der Nähe kannte.

Der „schwarze Diamant“, Erweiterung der königlichen Bibliothek.

Wir kamen auch an der modernen Erweiterung der königichen Bibliothek am Wasser, genannt „Schwarzer Diamant“ vorbei, am Nationalmuseum, am Thorvaldsen-Museum, am dänischen Parlament und Sitz des obersten Gerichts und am Finanzministerium. Am Ende der Tour legten wir wieder am Ausgangspukt in Nyhavn an.

Zurück in Nyhavn, hier die Uferseite mit der „Fressmeile“

Mir war danach, was essen zu gehen. Direkt am Ufer auf der Tourimeile wollte ich das eigentlich vermeiden, aber da war dann erstmal eine Pölserbude. Hm…. ein „Risted Hotdog“, ganz klassisch wie früher, als ich noch mit „der Crew“ regelmäßig über Silvester nach DK gefahren bin. Aber das ist ja allenfalls eine Vorspeise. Ich blieb dann doch in der Außengastronomie in Nyhavn hängen, für ein Tuborg und ein Smörrebrødt mit Hønsesalat. Auch der leckere Hühnersalat als Brotsaufstrich ist seit damals irgendwie auch Kult.

Danach überlegte ich, noch Fredericks Kirke zu besuchen, das ist die Kirche mit der großen Kuppel, die von innen auch sehr schön sein soll. Ich prüfte das vorher nicht, ob da noch geöffnet ist, sondern ging einfach hin, es war nicht weit weg. Nun … die Kirche war nicht mehr geöffnet. Also bleibt das offen für morgen, den letzten Tag – sofern die Kirche dann geöffnet ist. Es ist so, dass an Montagen viele Museen und Sehenswürdigkeiten geschlossen sind, darauf hat mich schon die Dame in der Touri-Info aufmerksam gemacht.

Zwei der vier nicht ganz identischen Paläste. Ich spielte ein bisschen „finde die Fehler“, die Eingangsportale unterscheiden sich, die Anzahl der Schornsteine … Im Hintergrund die Kuppel der Frederiks Kirke.

Unmittelbar, und das hatte ich zuvor (ich war ja schon am ersten Abend hier vorbeigekommen) in der Nähe der Frederiks Kirken liegt ein Areal mit vier (fast) identischen Königspalästen, die schon vom Boot aus zu sehen waren. Das Areal ist achteckig, jeder der vier Paläste hat auf beiden Seiten zwei im 45°-Winkel angeordnete Flügelbauten. Auf Google Maps sind die vier Paläste mit „Frederiks VIII. Palast“, „Christians VII. Palast“, „Christians VIII. Palast“ und „Christians IX. Palast“ bezeichnet. Insgesamt steht da „Amalienborg, Winterresidenz der Königin“. Aha. Das bedarf noch der Recherche, was es mit den (fast) identischen Palästen auf sich hat. In der Mitte steht ein Reiterdenkmal von Frederik V., und die Frederiks Kirke, das Areal mit dem Palast und die neue Oper (auf der anderen Wasserseite) bilden eine Sichtachse. Vor jedem der vier Paläste stehen rote Wachhäuschen, und es war offenbar gerade Wachwechsel. Jedenfalls exzerzierte eine kleine Gruppe prächtig uniformierter Menschen über das Areal, offenbar wurde jeder der vier Wachhabenden jeweils in einer genaustens eingeübten und exzerzierten Choreografie abgelöst – und großer Beachtung der anwesenden Touristen, versteht sich. Schließend schritten die vier neuen Wachen dienstbefliessen ihre jeweiligen Bereiche ab. Ausgerüstet waren sie sowohl mit almodischen Seitenwaffen wie auch mit modernen Sturmgewehren mit aufgepflanzten Bajonetten.

Nachdem ich das ganze Areal fotografisch doumentiert hatte, war es Zeit, mich wieder auf die Socken zurück ins Hotel zu machen. Ich entschied mich, von der Metro-Station „Marmorkirken“ (liegt unmittelbar an Frederiks Kirke) aus zum Hauptbahnhof zu fahren. Insgesamt sollte man, wenn eine Stadt eine Metro hat, diese auch mal nutzen, finde ich. Zuerst ging es über drei Rolltreppen gefühlt ziemlich weit nach unten. Ich durchquerte eine riesige Garage und fast leere Garage für Fahrräder – um festzustellen, dass daneben noch mal ein gleich großer Raum war. Kopenhagen ist als extrem fahrradfreundliche Stadt bekannt, und es sind auch viele FahrradfahrerInnen unterwegs. Ich kam am Bahnsteig an und sah, dass hier die Ringlinie M3 verkehrte, die (wie fast alle Linien) auch am Hauptbahnhof hielt. Naja, in welche Richtung ist egal, dachte ich mir, ist ja eine Ringlinie. Natürlich fuhr ich in die „falsche Richtung“ und somit zehn anstatt vier Stationen, aber das war mir auch ein bisschen egal. Es dauerte auch so nicht lange, und ich saß hinten im letzten Wagon und konnte auf den erleuchteten Tunnel gucken, den wir hinter uns ließen, was irgendwie ganz cool aussah.

Metro.Station København H. Man muss paar Rolltreppen runter zur Bahn. Das Bild hat irgendwie einen Touch M.C. Escher

Am Ausgang der Metrostation København H, den ich drei Rolltreppen nach oben später dann ankam, musste ich mich erst mal orientieren. Es ging auch ohne Google Maps, nachdem ich verstanden habe, dass ich in einer Parallelstraße der Reverdilsgade, an deren Ende mein Hotel liegt, wieder an das Tageslicht gekommen war. Feierabend, zurück ins Hotel, Blog schreiben.

Tja, morgen hat nicht alles geöffnet, aber mal sehen. Die Frederiks Kirke von innen ist noch auf der Agenda, vielleicht eine Führung durch das Rathaus. Oder auch irgendwas aus meiner Copenhagen Card Broschüre, worauf ich spontan Lust habe.

Bis bald.

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Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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1 Response to Christianshavn & Nyhavn

  1. Avatar von satayspiess satayspiess sagt:

    Jo ….! Pölser, Hönsesalat und Blaustoff! 😉

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