Ab nachhause!

Im IC 612, kurz vor Mannheim Hbf, 10:26, Wagen 4, Platz 76

Freitag, 4. August Teil 2 – Angekommen in Ludwigsburg

Anggekommen in Stuttgart ging es dann weiter mit einem Regionalzug MEX 17 nach Ludwigsburg. Das ist nur eine Station, Fahrzeit neun Minuten. Vom Bahnhof sind es nur neun Minuten Fußweg zur Wohnstatt meiner Gastgeber in Ludwigsburg.

Ich wurde herzlich empfangen und gut untergebracht. Bald gab es Abendessen, an dem auch der 21-jährige Sohn des Hauses teilnahm. Es gab den (nach eigenen Angaben ) „Signiture-Dish“ meiner Gastgeberin: Servietten-Knödel, dazu Rattatouille und Putenschnitzel. Es war sehr lecker, besonders die genannten Knödel. Anschließend ließen wir den Abend noch mit einem Film im Wohnzimmer ausklingen.

Samstag, 5. August – Teure Lebensmittelschneider und handelnde Aliens.

Ich stand gegen 9.00 Uhr auf und duschte. Danach luden meine Gastgeber zum Frühstück ein. Es gab unter anderem Brötchen mit selbst gemachter Erdbeermarmelade. Bekanntlich mag ich ja selbstgemachte Marmelade sehr gerne, außer es ist halt alles drin, was im Herbst an den Hecken und Zäunen aufgelesen wurde, also sowas wie Kirsch-Johannisbeere-Karpfen-Champignon-Aprikose ist eher nicht so mein Fall. Außerdem wurde mit schwerem Gerät hergestellter Kaffee gereicht.

Evangelische Stadtkirche Ludwigsburg

Nach dem Frühstück hatten meine Gastgeber ein paar Besorgungen in der Stadt zu erledigen, was fussläufig problemlos zu bewerkstelligen ist. Ich kannte den Marktplatz und die katholische und evangelische Kirche schon von vorangegangenen Besuchen. Wir waren in einem Haushaltswaren-Geschäft, in dem es sündhaft teure, italienische Schneidemaschinen für Wurst und Käse zu kaufen gab. Die „normalen“ Modelle kosteten etwa zwischen 2.000 und 6.000 Euro (plus Kleingeld), aber es gab auch ein sicherlich unverkäufliches, kunstvoll bemaltes Modell, auf dessen Preisschild 34.900 Euro zu lesen stand.

Küchengerät für 34.900 Euro. Da kann man eine Menge Theromixe mit kaufen…

Außerdem standen noch Lebensmitteleinkäufe auf dem Programm, ich bekam ein Eis ausgegeben und mein Gastgeber brauchte für gemeinsame Retro-Gaming noch einen Adapter von Saturn. Am Ende waren wir noch kurz in einem supergenialen Plattenladen. Neben einer wirklich großen und gut sortierten Auswahl an Vinylscheiben gab es dort außerdem noch andere Genussmittel wie verschiedene Craftbiere und Whisky zu kaufen. Auch die Gestaltung des Ladens fand ich ausgesprochen ansprechend. Ich erwarb zwei Jazzplatten, ein Benny Goodman-Album und eine „Best of Chris Barber & Acker Bilk“. Ich hoffe nur, sie überstehen die Heimreise unbeschadet.

Der Plattenladen in Ludwigsburg ist der Hammer!

Zurück in der Wohnung meiner Gastgeber zockten mein Gastgeber und ich ein paar Retro-Games auf einem Raspberry Pie und verbrachten im Wesentlichen so den Nachmittag. Am Abend stand dass Abendessen auswärts an, welches wir in einer Studentenkneipe bzw. in dessen Biergarten einnahmen. Ich wollte gerne etwas typisch Schwäbisches essen und entschied mich für geröstete Maultaschen. Die waren aber leider aus, also nahm ich dann die Spätzle mit Linsen und Saiten (Saitewurst, so nennt man dort Wiener Würstchen) – obwohl meine Gastgeber meinten, das sei schon eher „Next Level“ und schmecke nicht jedem. Ich ass am Ende mit gutem Appetit und meinen Teller ratzekahl leer.

Ein Klassiker: Doom (allerdings auf dem Raspberry Pie). Und mit Loch in der Socke.

Leider dauerte die Lieferung der Speisen ziemlich lange, der Service war überfordert und nicht sehr gut. Wir befürchteten schon, den Beginn einer Open-Air-Theateraufführung in der Nähe zu verpassen, und mein Gastgeber, dessen Essen als letztes kam, konnte auch nicht in Ruhe aufessen. Außerdem hatte es inzwischen zu regnen begonnen.

Wir eilten also zu dem Ort, an dem die Vorstellung stattfinden sollte. Dort angekommen kamen uns bereits eine Menge Leute entgegen, die uns informierten, dass die Vorstellung aufgrund des Regens abgesagt sei. Nun, Künstlerpech. Andererseits waren wir ganz froh, dass wir nicht zwei Stunden im Regen sitzen mussten – zumindest ging es mir so, und ich hatte den Eindruck, nicht nur mir. Ich persönlich war mit einer mittlerweile soliden Erkältung ohnehin schon angeschlagen.

Wieder in der Wohnung der Gastgeber angekommen, wechselten wir, soweit notwendig, die Klamotten und ließen uns dann wieder zum Ausklang des Abends mit einem Film im Wohnzimmer nieder. Danach war dann auch schon Schlafenszeit.

Sonntag, 6. August – In der guten Stube beim Porsche

Heute stand ein Museumsbesuch auf dem Programm. Mein Gastgeber hatte mir vorgeschlagen, entweder das Daimler- oder das Porsche-Museum zu besichtigen. Oder auch etwas länger nach Sinsheim zu fahren, um das dortige Technik-Museum zu besuchen.

Ich entschied mich dann für Porsche, obwohl ich persönlich ja eigentlich kein Auto-Fan bin. Aus ökologischer Sicht sind Autos sehr ineffiziente Fortbewegungsmittel, insbesondere, wenn sie mit einer Wärmekraftmaschine angetrieben werden. Aber unabhängig vom Antrieb verbraucht die Herstellung von Autos viele Rohstoffe und Energie, und Autos brauchen, ob sie fahren oder stehen, viel Platz im öffentlichen Raum, insbesondere große Fahrzeuge, die nur eine Person befördern. Das ist ja alles hinreichend bekannt, aber man muss das ja nicht unbedingt gut finden. Der zweite Aspekt, der mich an Autos echt stört, ist der Protzfaktor. Die Zur-Schau-Stellung von Reichtum widert mich ohnehin zunehmend an, insbesondere angesichts des schlechten Zustands unseres Planeten und auch unserer menschlichen Gesellschaft.

Davon abgesehen zeugt nach meiner Meinung weder bei Absendern noch guten Rezipienten von „Protz-Reizen“ das Ersetzen solider persönlicher durch rein materielle Werte von allzu viel Intelligenz. Sie lassen meiner Ansicht nach nicht auf Reichtum, sondern eher Armut schließen – dem Bedürfnis der Menschen, irgendetwas, was ihnen im Leben fehlt, durch die materielle Schiene zu kompensieren.

Dennoch lassen mich Autos auch nicht völlig kalt. Das Design und die Technik von Autos interessieren mich schon. Sie waren und sind nun einmal Teil unserer Technologiegeschichte und meiner Ansicht nach auch Teil unserer Kultur, ob es mir gefällt oder nicht. Daher schadet es nicht, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, alleine schon, um Autofans und ihre Begeisterung besser zu verstehen. Denn nur pure Ablehnung funktioniert in einem sinnvollen Diskurs ebenso wenig wie der „Sitz auf dem hohen Ross moralischer Ansprüche“ (die ich ja auch selbst durchaus nicht vollends erfüllen kann).

Unterwegs fragte wir uns noch, ob die Sprachsteuerung des Fahrzeugs, mit dem wir selbst unterwegs waren, den Auftrag, uns zum Porsche-Museum zu navigieren, womöglich strikt ablehnen würde. Denn das Auto meines Gastgebers ist von „der anderen Marke“ aus Stuttgart. Immerhin konnten wir die Hin- und Rückfahrt komplett elektrisch zurücklegen und mussten nicht auf die sich ebenfalls an Bord befindliche Verbrennungsmaschine zurückgreifen. Es sah seltsam aus, den Drehzahlmesser auf Null stehen zu sehen und trotzdem zu fahren. 100 km und damit auch den Arbeitsweg meines Gasgebers schafft sein Dienstfahrzeug komplett elektrisch.

Schlangestehen beim Porschemuseum mit Blick auf den Porscheplatz (das Ding mit den 3 weißen 911, die gen Himmel streben).

Angekommen am Museum in Stuttgart-Zuffenhausen (wo Porsche beheimatet ist und auch nach wie vor eine Produktionsstätte hat) mussten wir uns erst einmal in eine lange Warteschlange außerhalb des Gebäudes im ungemütlichen Wetter stellen. Immerhin schützte uns das weit auskragende Dach des modernen, architektonisch aufwändig gestalteten Museumsbaus. Aber zum Glück ging es doch recht fix vorwärts, so dass wir ins Gebäude kamen und Tickets erwerben konnten.

Die meiste Zeit schauten wir uns die Ausstellung im jeweils eigenen Tempo unabhängig voneinander an, zumal wir ohnehin dem jeweils eigenen Audio-Guide lauschten. Die Ausstellung begann im ersten Stock, im EG sind Ticketschalter, Gastronomie und Museumsshop untergebracht.

Die älteste, erhaltene Konstruktion, an der Firmengründer Ferdinand Porsche beteiligt war: Der Egger-Lohner C2 Phaeton. Ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug.

Das erste und älteste Exponat der Ausstellung ist ein Fahrzeug namens „Egger-Lohner C2 Phaeton“ und ist der älteste erhaltende Motorwagen, an dessen Konstruktion Ferdinand Porsche beteiligt war. Das Baujahr des Elektrofahrzeugs, dessen noch eher an eine Pferdekutsche erinnerndes Chassis vom Wiener Kutschfabrikanten Ludwig Lohner stammt, ist mit 1898 angegeben. Der sogenannte Okatgon-Elektromotor (dessen Bezeichnung vom achteckigen Gehäuse her stammt) soll „3-5 PS“ leisten, die Reichweite ist mit 80 km angegeben, die Höchstgeschwindigkeit mit 35 km/h. Im Vergleich zu einem Pferdefuhrwerk sind das gute Eigenschaften. Allerdings dauerte es eine ganze Woche, den Akku des Fahrzeugs komplett zu laden.

Porsche 550 Speyder. In so einem kam der Schauspieler James Dean im Alter von 27 Jahren ums Leben.

Der chronologische Aufbau der Ausstellung führte, immer entgegen dem Uhrzeigersinn rund um die zentral gelegenen Rolltreppen des Museums über drei Etagen. Zunächst ging es an noch teilweise an Pferdekutschen erinnernden Fahrzeugen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorbei, allerdings habe ich die irgendwie verpasst, weil ich nicht ganz dem vorgegebenen Pfad folgte. Ich landete bei Fahrzeugen, die schon klar als „Auto“ zu erkennen waren nicht mehr von Pferdekutschen abgeleitete Fahrzeuge waren, mit luftgefüllten Felgenrädern und Metallkarosserien. Hier waren Straßen- und Rennfahrzeuge aus den 50ern ausgestellt, die auch schon die Bezeichnung Porsche trugen, wie etwa der erste „Speyder“, ein offener Sportwagen. Ich glaube, mit so einem ist damals James Dean tödlich verunglückt.

Porsche 356C der Autobahnpolizei. Die Fahrer dieser Autos mussten eine spezielle Fahrausbildung in diesen Fahrzeugen absolvieren. Kurios: Ab 5 Grad Celsius musste lt. Vorschrift offen gefahren werden. Man sieht hier schon 911-Gene.

Es ging weiter über die 60er zu den 70er-Jahren, wo bereits Vorgängermodelle des ikonischen Modells 911 auftauchten, darunter ein offener Polizei-Porsche aus den 60ern. Kuriose Diensteinweisung lt. Schautafel bzw. Audioguide der Polizei war: Ab 5 Grad Celsius musste offen gefahren werden. Dann begann die Ära des 911, Modelle waren nach dem „Ur-911“ ausgestellt, dabei auch der erste Targa (offene Konstruktion mit Überrollbügel und herausnehmbaren Dachelementen, Porsche ließ sich den Begriff „Targa“ und das konstruktive Konzept patentrechtlich schützen).

Der erste Porsche 911. Eine Schautafel zeigte ein paar der ehernen Grundsätze, die sich durch die vielen Generationen der 911-Familie ziehen, etwa: „Motor hinten, Kofferraum vorne, eine Golfausrüstung muss reinpassen“.

Neben anderen, nicht der 911er-Reihe angehörigen Porsches mit immer größeren Leistungen und nun auch schon teilweise Karosserien aus GFK für den Rennsport waren verschiedene Varianten des Models 917 zu sehen, ein reinrassiger Rennwagen, unter anderem für die 24 Stundenrennen in Le Mons. Diese brachialen, 12-Zylinder-getriebenen Monster gab es mit unterschiedlichen Karosserieformen (Lang- und Kurzheck) und Lackierungen, unter anderem die hellrosafarbene Variante „die Sau“.

Porsche 917 „die Sau“. Nachdem jemand das Auto mit einem dicken Schwein verglichen hatten, wurde diese selbstironische Sonderlackierung geschaffen.

Es folgte eine Ausstellung über die sogenannten Transaxle-Fahrzeuge der 80er- und 90er-Jahre. Bei diesen Autos sitzt der Motor vorne (viele andere Porsche-Modelle, auch die 911-Reihe haben einen Heckmotor, also hinter den Insassen) und das Getriebe hinten an der angetriebenen Hinterachse.

Michael, ein Porsche 911 hat keinen Mittelmotor, sondern einen Heckmotor! Korrigiere das gefälligst.

Mein Chef

Vertreter dieser Bauweise von Porsche sind die Modelle 924, 928, 944 und 968. Diese Modelle haben einige Ähnlichkeiten untereinander, aber wenig Ähnlichkeit mit dem 911.

Antriebsstrang eines Transaxle-Porsches: Das Getriebe sitzt an der Hinterachse.

Außerdem war in der Nähe ein typischer 6-Zylinder-Boxermotor mit zwei Turboladern zu sehen, wie er im 911 verwendet wurde. Auch gab es zwei Exemplare des vom 911 abgeleiteten Porsche GT 1, der allerdings aufgrund aerodynamischer Details optisch kaum der 911-Familie zugehörig zu erkennen ist. Eins der Exemplare war eine Renn-, das andere eine Straßenversion. Die Regularien irgendeiner Rennsportveranstaltung (ich hab nicht verstanden, welcher genau) sehen oder sahen vor, dass der Hersteller über 20 straßentaugliche Fahrzeuge eines Rennmodells zu bauen hat – ein Riesenaufwand und ein finanzielles Wagnis für den Hersteller.

Typischer 6-Zylinder-Biturbo-Boxermotor, wie er im 911 verwendet wurde. Die beiden Abgasturbolader sind deutlich zu sehen (grüner Pfeile). Darüber sind die beiden Zündverteiler für jeweils drei Zylinder zu sehen.

Zwischenzeitlich machte ich mit meinem Gastgeber zusammen Mittagspause: Zweimal „Macan Turbo“ (Currywurst-Pommes, sowas heisst anderswo „Mantaplatte“) im Museums-Restaurant „Boxenstopp“.

Nun ging es in die 90er-Jahre und damit thematisch zu den wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen Porsche fast Pleite gegangen wäre. Dass dann ’95 wieder eine schwarze Null in der Bilanz zu verzeichnen war, wurde neben Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in der Produktion das neue Modell Porsche Boxster angerechnet, der ein Verkaufsschlager wurde. Der Name „Boxster“ ist ein Kofferwort aus „Boxer“ (wegen des Boxer-Mittelmotors) und „Roadster“. In der Ausstellung war ein schon recht dem ersten Serienmodell entsprechender Prototyp zu sehen.

Seriennahe Studie des Porsche Boxsters

Neben verschiedenen Varianten des GT 2 (der optisch wieder deutlich an den 911 erinnerte) und des GT 3 (unter anderem einer Version mit Hybridantrieb von 2010) kam ich nun an einem meiner persönlichen Highlights vorbei: Einem modifizierten, blauen Porsche 911 „Sally Carrera“. Sally Carrera ist ein fiktiver Charakter aus Pixars computeranimierten „Cars„-Filmen, ein „lebender“ Porsche 911 mit Augen in der Windschutzscheibe, einem Mund an der Vorderfront und einem Tattoo am Heckspoiler. Das Fahrzeug wurde zu Promo-Zwecken gebaut bzw. modifiziert: Der Radstand wurde verkürzt, das Dach erhöht, eine Folie mit den Augen an der Windschutzscheibe angebracht und der Mund in den Frontspoiler modelliert. Das Auto ist fahrbereit.

Promo-Porsche „Sally Carrera“ für den Pixar-Animationsfilm Cars (2006). Dahinter ein GT 3, dahinter ein Cayman.

Nun kamen Varianten aktueller Modelle wie der SUVs Cayenne und Macan sowie der viersitzige Panamera in Sicht. Vom Cayenne gab es den sogenannten „Jagdwagen“, ein für die Forstwirtschaft optimiertes Einzelstück mit Zusatzscheinwerfern, einer Schweißwanne hinter den Vordersitzen, in die man erlegtes Wild hineinschmeißen kann sowie gesicherten Fächern für Gewehre und Munition. Ganz was feines.

Porsche Cayenne „Jagdwagen“. Der blieb ein Einzelstück. Hätte eigentlich in den USA vielleicht einen Markt gehabt mit dem integrierten Waffenabteil.

Langsam kam ich dem Ende der Ausstellung näher. Die Motorsport-Trophäen-Abteilung übersprang ich aus Desinteresse. Der Porsche Taycan, das aktuelle rein elektrische Porsche-Modell, interessierte mich schon mehr. Neben dem Auto selbst, waren auch Teile des Antriebs und der Akkumodule ausgestellt und beschrieben. So wurde thematisch dann auch der Kreis zwischen dem Egger-Lohner C2 Phaeton am Anfang und dem aktuellen Elektro-Taycan geschlossen. Es folgten dann noch einige Prototypen und Studien, beispielsweise auch ein Modell zur Promo des Computerspiels „Grand Tourismo“, dessen Karosserie bei einem Liveevent von einem Künstler mit Streetart-Motiven bemalt worden war. Außerdem war ein Raumschiff-Modell zu sehen, welches Porsche-Designer zu einer Promo-Veranstaltung des Films „Star Wars – Rise of Skywalker“ gebaut hatten.

Porsche hat auch ein Raumschiff gebaut. Auf der Tafel stand, die Designer hätten hier ein paar typsche Porsche-Designelemente angewandt. Da stand auch: „Antrieb: Hyperantrieb. Geschwindigkeit: Nicht messbar.“

Dann gab es noch die von meinem Gastgeber als „Krach-Ecke“ bezeichnete Abteilung. Porsche selbst spricht natürlich von Sound, nicht von Krach. Hier kann man sich auf Knopfdruck verschiedene Motoren in verschiedenen Drehzahlbereichen anhören. Das interessierte mich auch überhaupt nicht, für mich ist das auch Lärm, kein Sound. Ich mag das Geräusch von Verbrennungsmotoren nicht, besonders nicht in hohen Drehzahlbereichen. Das habe ich mir lieber geschenkt.

Im Erdgeschoss gab ich meinen Audio-Guide ab und traf mich wieder mit meinem Gastgeber, um den Weg zurück nach Ludwigsburg anzutreten. Ich fand den Besuch des Porsche-Museums durchaus informativ und interessant. Aber natürlich war das Ganze auch sehr auf die Marke Porsche und den damit verbundenen Lebensstil ausgerichtet, es war viel von Träumen die Rede, alles sehr auf Emotion ausgelegt und auch darauf, schon Kinder für Porsche positiv auszurichten. Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Besucher liebend gerne in einem Porsche sitzen, einen Porsche fahren und besitzen wollen. Wie gesagt, für mich ist das absolut kein erstrebenswertes Lebensziel, wenn es vielleicht auch mal Spaß machen kann, so ein Ding mal einen Tag zu fahren, sofern es keiner von diesen völlig unbequemen Rennwagen ist. Aber wahrscheinlich macht das etwas mit einem in dem Sinne, dass man Besitz nicht nur besitzt, sondern auch vom Besitz in gewisser Hinsicht besessen sein kann. Also vielleicht doch lieber nicht.

Wieder angekommen in Ludwigsburg sah ich in der Küche, dass die Gastgeberin schon Salate und ein Dessert für das Abendessen vorbereitet hatte. Es sollte trotz des schlechten Wetters gegrillt werden. Das übernahm der anwesende Sohn des Hauses. Wieder war alles sehr lecker und ich futterte mal wieder viel zu viel, zumal auch das angebotene Tegernseer Bier sehr sättigend war. Zum Dessert gab es auf dem Grill erhitzte, mit Kekskrümeln gefüllte Pfirsichhälften mit Vanilleeis.

Nach dem Essen schauten wir, wie an den Vorabenden einen Film und suchten dann das Bett auf.

Montag, 7. August – Heimreise

Nun, heute endet meine Reise und mein Urlaub. Der ICE soll mit 28 Minuten Verspätung Münster erreichen, in 15 Minuten um 14.18 Uhr. Von dort aus ist es dann nicht mehr weit bis Osnabrück. Die restliche Fahrzeit sollte trotz der Verspätung wohl nur noch etwa eine Dreiviertelstunde betragen.

Nach dem Aufstehen um 8.00 Uhr, Morgentoilette und Zusammenpacken meiner Sachen fand ich mich zum Frühstück in der Küche ein. Meine Gastgeber machten beide Homeoffice und hatten schon gefrühstückt, aber für mich stand ein großer Becher Kaffee, Toast und Aufstriche und -schnitte bereit. Außerdem bekam ich von meiner Gastgeberin noch einen Apfel, ein Glas mit Nudelsalat und ein Stück Kuchen für die Reise mit.

Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich herzlich von meinen Gastgebern und trat den Fußmarsch zum Bahnhof an. Von dort aus ging es mit einem MEX-Regionalzug von Ludwigsburg nach Stuttgart, wo ich dann in diesen ICE umstieg, der pünktlich abfuhr und mich nun (vermutlich) mit einer halben Stunde Verspätung ganz bis nach Osnabrück bringen wird. Tja, und das wars dann.

Die Aufenthalte in Muhr am See und in Ludwigsburg waren beide sehr angenehm. Ich traf liebe Freunde wieder, die ich nicht so oft sehe und wurde in beiden Fällen großartig bewirtet und beherbergt. Der Besuch in Wien war auch schön, die Stadt hat viel zu bieten, insbesondere sehr viel schöne Architektur. Auch hier war das Wetter insgesamt mäßig zum Sommerurlauben geeignet, aber eben durchwachsen und nicht durchgängig schlecht. Das Hotel war nicht so der Burner, aber andererseits, mehr brauche ich auch nicht wirklich. Die Zugfahrten waren (bisher) überwiegend angenehm. Auf der Hinreise nach Muhr habe ich einen Anschluss nicht bekommen und war eine Stunde später als geplant am Ort. Der Zug nach Wien hatte etwa eine halbe Stunde Verspätung. Heute wird es hoffentlich nicht noch mehr als eine halbe Stunde. Hinter mir sitzt ein quengelndes Kind, welches mein ANC-Kopfhörer nicht komplett ausgeblendet bekommt. Aber nun, gehört dazu. Und Porsche fahren will ich halt ja nun auch mal nicht.

So macht das Ankommen bei Freunden weit weg Freude!

Das wars, mehr gibt es nicht zu berichten. Vielen Dank allen Leser:innen, die mir die Stange bis hierhin gehalten haben und bis zum nächsten Mal.

PS: Der ICE von Stuttgart nach OS kam mit 27 Minuten Verspätung an, was ich auf der Strecke aber nicht so schlimm finde. Die Platten, die ich in Ludwigsburg gekauft habe, haben den Transport hierher gut überstanden und sind auch beide insgesamt im guten Zustand.

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Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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2 Responses to Ab nachhause!

  1. Avatar von satay-spiess satay-spiess sagt:

    Ha, die Peter Frampton Platte, die da vornean steht, habe ich auch!

    War schön, mal wieder von deinen Reisen zu lesen, auch wenn ich teils aus Zeitmangel nur überflogen habe.

    Bis auf hoffentlich bald! 🙂

  2. Avatar von Michael Karl Michael Karl sagt:

    Peter Frampton… da muss ich mal reinhören. Kenne ich nur dem Namen nach ganz vage. Das mit dem Überfliegen kann ich nachvollziehen – wer braucht schon soviel Info zu Porsche. Abgesehen von meinem Chef vielleicht. Tja – wir sehen uns spätestens in Dänemark.

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